11. U-Flottille
11. U-Flottille
Die 11. U-Flottille wurde am 15.05.1942 in Bergen als Frontflottille aufgestellt. Sie war dem Führer der Unterseeboote Norwegen unterstellt und hatte die Aufgabe, die von den norwegischen Stützpunkten aus eingesetzten U-Boote im Nordmeer und in der Nordsee zu führen.
Bergen entwickelte sich zu einem der wichtigsten deutschen U-Boot-Stützpunkte in Norwegen. Die dort vorhandenen und während des Krieges weiter ausgebauten U-Boot-Anlagen ermöglichten die Versorgung, Ausrüstung, Instandsetzung und Überholung der eingesetzten Boote. Von Bergen aus konnten die U-Boote unmittelbar in die Operationsgebiete der Nordsee und des Nordmeeres auslaufen.
Die Boote der 11. U-Flottille wurden insbesondere gegen die alliierten Geleitzüge eingesetzt, die von Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu den sowjetischen Häfen Murmansk und Archangelsk liefen. Dabei spielten die Geleitzüge der PQ-, QP-, JW- und RA-Serien eine besondere Rolle. Die U-Boote operierten sowohl im Nordmeer als auch in den Zufahrten zu den sowjetischen Häfen und versuchten, den alliierten Nachschub auf den nördlichen Seeverbindungen zu unterbrechen.
Während der ersten Jahre ihres Bestehens bestand die Flottille überwiegend aus U-Booten des Typs VII. Die Boote wurden nach ihren Unternehmungen nach Bergen zurückgeführt und dort für weitere Feindfahrten vorbereitet. Die Zusammensetzung des Verbandes änderte sich durch Verluste, Verlegungen und die Zuweisung neu in Dienst gestellter Boote ständig.
Im September 1944 erfolgte eine grundlegende Neugliederung der 11. U-Flottille. Nach dem Verlust der deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste trafen zahlreiche bisher dort stationierte U-Boote in Norwegen ein. Ein erheblicher Teil dieser Boote wurde der 11. U-Flottille zugeteilt. Dadurch vergrößerte sich der Bootsbestand des Verbandes erheblich und setzte sich nun aus U-Booten zusammen, die zuvor zu verschiedenen Frontflottillen in Frankreich gehört hatten.
Mit der Neugliederung änderte sich auch die Zusammensetzung der eingesetzten U-Boot-Typen. Neben den bisherigen Typ-VII-Booten gelangten zunehmend größere und modernere U-Boote zur Flottille. Dazu gehörten auch Boote der Typen IX und später XXI und XXIII. Die 11. U-Flottille wurde dadurch zu einem der wichtigsten Sammelverbände für die in Norwegen verbliebenen Front-U-Boote.
Eine besondere Bedeutung erhielt die Flottille durch die Einführung des neuen Typs XXI. Das U-Boot U 2511 wurde der 11. U-Flottille zugeteilt und war das erste Boot dieses Typs, das zu einem operativen Einsatz auslief. Aufgrund des Kriegsendes kam es jedoch nicht mehr zu einem längeren Kampfeinsatz dieses neuen U-Boot-Typs. Neben U 2511 wurden der Flottille auch weitere moderne Boote zugeführt, deren Ausbildung und Einsatzvorbereitung bis in die letzten Kriegswochen andauerte.
Auch in der letzten Kriegsphase blieb Bergen der wichtigste Stützpunkt der 11. U-Flottille. Die U-Boote wurden von dort aus für Unternehmungen in der Nordsee und im Nordmeer eingesetzt. Gleichzeitig wurden neu zugeführte Boote ausgebildet und auf ihren vorgesehenen Einsatz vorbereitet. Damit vereinigte die Flottille in der letzten Kriegsphase einen umfangreichen und sehr unterschiedlichen Bootsbestand.
Die zunehmende alliierte Überlegenheit in der Luft und auf See erschwerte die Unternehmungen der U-Boote immer stärker. Dennoch blieb die 11. U-Flottille bis zum Ende des Krieges bestehen. Nach der deutschen Kapitulation am 08.05.1945 endete der Einsatz der Flottille. Die ihr unterstellten U-Boote mussten sich den alliierten Streitkräften ergeben und wurden anschließend gemäß den alliierten Vereinbarungen behandelt.
Standorte
Die 11. U-Flottille war während ihres gesamten Bestehens in Bergen in Norwegen stationiert. Der Zeitraum ihrer Existenz erstreckte sich vom 15.05.1942 bis zum 08.05.1945.
Flottillenchefs
15.05.1942 – 19.12.1944 Korvettenkapitän Hans Cohausz
20.12.1944 – 08.05.1945 Fregattenkapitän Heinrich Lehmann-Willenbrock
Hans Cohausz führte die Flottille seit ihrer Aufstellung. Während seiner Amtszeit entwickelte sich Bergen zu einem der bedeutendsten U-Boot-Stützpunkte für den Einsatz im Nordmeer. Am 01.08.1944 wurde Cohausz zum Fregattenkapitän befördert. Am 20.12.1944 übernahm Fregattenkapitän Heinrich Lehmann-Willenbrock die Führung der Flottille. Er hatte zuvor die 9. U-Flottille in Brest geführt und war nach deren Auflösung nach Norwegen gelangt.
Die Feldpostnummer der 11. U-Flottille lautete M - 47 571.
Boote
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com