2. U-Flottille
2. U-Flottille
Die 2. U-Flottille wurde am 01.01.1940 in Wilhelmshaven aus der bisherigen U-Flottille Saltzwedel und U-Flottille Hundius gebildet. Beide Flottillen waren Ende 1939 aufgelöst worden und gingen mit ihren Booten und Teilen ihrer organisatorischen Strukturen in der neuen 2. U-Flottille auf. Der Verband wurde als Frontflottille geführt und dem Führer der Unterseeboote West unterstellt.
Die Bildung der 2. U-Flottille war Teil der Neuordnung der deutschen U-Boot-Waffe zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Flottille übernahm einen umfangreichen Bestand an Hochsee-U-Booten unterschiedlicher Typen. In der frühen Phase gehörten neben Booten der Typen I A und VII A insbesondere U-Boote der Typen VII C, IX A, IX C, IX C/40 und X B zum Verband. Ab 1941 konzentrierte sich der Bestand zunehmend auf die großen Hochseeboote der Typen IX A, IX B und IX C.
Während der ersten Monate des Krieges war die 2. U-Flottille in Wilhelmshaven stationiert. Die ihr unterstellten Boote führten Unternehmungen in der Nordsee und im Atlantik durch. Nach Abschluss der Ausbildung und Erprobung wurden die Boote aus dem deutschen Küstenbereich in die Operationsgebiete des Atlantiks überführt.
Im Verlauf des Jahres 1940 wurde die Flottille nach Lorient in Frankreich verlegt. Der neue Stützpunkt an der französischen Atlantikküste bot wesentlich günstigere Voraussetzungen für die Durchführung langer Atlantikunternehmungen. Ab 1941 entwickelte sich Lorient zum festen Standort der Flottille. Die dort errichteten U-Boot-Bunkeranlagen auf der Halbinsel Keroman boten geschützte Liegeplätze sowie umfangreiche Möglichkeiten zur Versorgung, Ausrüstung, Reparatur und Überholung der Boote.
Die 2. U-Flottille entwickelte sich in Lorient zu einem der bedeutendsten Frontverbände der deutschen U-Boot-Waffe. Ihre Boote operierten vor allem im Nordatlantik, in den westlichen Zugängen zu den britischen Inseln und in weiter entfernt liegenden Seegebieten. Aufgrund der großen Reichweite der eingesetzten Typ-IX-Boote konnten auch Unternehmungen vor der amerikanischen Küste und in den Südatlantik durchgeführt werden.
Die Zusammensetzung der Flottille wechselte während des Krieges ständig. Neu in Dienst gestellte U-Boote wurden nach Ausbildung und Erprobung der Flottille zugewiesen, während Boote nach Verlusten, Verlegungen oder anderen organisatorischen Änderungen aus dem Verband ausschieden. Dadurch gehörten der 2. U-Flottille während ihres Bestehens zahlreiche U-Boote unterschiedlicher Baureihen an.
Zu den Aufgaben der Flottille gehörten neben der Einsatzführung auch die Herstellung der Einsatzbereitschaft nach der Ausbildung, die Vorbereitung auf neue Feindfahrten und die technische Betreuung der Boote während der Werftliegezeiten. Die U-Boote kehrten nach ihren Unternehmungen nach Lorient zurück, wo sie im geschützten U-Boot-Bunker oder den zugehörigen Werftanlagen repariert, überholt, ausgerüstet und für weitere Einsätze vorbereitet wurden.
Während ihrer Zeit in Lorient stellte die 2. U-Flottille zahlreiche erfolgreiche U-Boot-Kommandanten und Besatzungen. Mehrere Kommandanten wurden für ihre Feindfahrten mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Die Flottille gehörte insbesondere während der Jahre 1940 bis 1943 zu den wichtigen Trägern des deutschen U-Boot-Krieges im Atlantik.
Mit der zunehmenden Verstärkung der alliierten U-Boot-Abwehr verschlechterten sich die Einsatzbedingungen jedoch grundlegend. Luftaufklärung, verstärkte Geleitsicherung, Radar und die zunehmende Zahl alliierter U-Boot-Abwehrkräfte führten zu steigenden Verlusten. Die U-Boote der 2. U-Flottille waren von dieser Entwicklung unmittelbar betroffen.
Nach der alliierten Landung in der Normandie am 06.06.1944 wurde die militärische Lage der deutschen Atlantikstützpunkte zunehmend unhaltbar. Lorient wurde zusammen mit den übrigen großen deutschen Stützpunkten an der französischen Atlantikküste eingeschlossen. Die noch einsatzfähigen U-Boote der 2. U-Flottille verließen den Stützpunkt im Sommer 1944 und verlegten überwiegend nach Norwegen.
Am 20.08.1944 wurde die 2. U-Flottille aufgelöst. Fregattenkapitän Ernst Kals blieb anschließend in Lorient und übernahm dort Aufgaben im Zusammenhang mit der Verteidigung und Führung des eingeschlossenen deutschen Stützpunktes. Die verbliebene deutsche Besatzung hielt Lorient bis zum Ende des Krieges besetzt; der U-Boot-Verband selbst bestand jedoch nicht mehr.
Standorte und Führung
Die 2. U-Flottille wurde am 01.01.1940 in Wilhelmshaven aufgestellt. In der zweiten Hälfte des Jahres 1940 erfolgte die Verlegung nach Lorient. Während des Jahres 1940 bestand eine Übergangsphase zwischen Wilhelmshaven und Lorient; ab 1941 war Lorient der feste Standort der Flottille. Dort blieb der Verband bis zu seiner Auflösung im August 1944.
Flottillenchefs
01.01.1940 – 11.05.1940 Korvettenkapitän Werner Hartmann
12.05.1940 – 31.07.1941 Korvettenkapitän Heinz Fischer
01.08.1941 – 06.02.1943 Korvettenkapitän Viktor Schütze
07.02.1943 – 20.08.1944 Fregattenkapitän Ernst Kals
Die Feldpostnummer der 2. U-Flottille lautete M - 25 522.
Boote
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com