21. U-Flottille
21. U-Flottille
Die 21. U-Flottille gehörte zu den wichtigsten Ausbildungsverbänden der deutschen U-Boot-Waffe. Ihre Geschichte begann bereits am 21.05.1935 mit der Aufstellung des Schulverbandes der U-Bootschule in Kiel. Der Schulverband übernahm die praktische Ausbildung der U-Boot-Besatzungen und bildete damit einen wesentlichen Bestandteil des in der Aufbauphase befindlichen deutschen U-Boot-Ausbildungssystems.
Am 11.05.1937 wurde die U-Bootschule nach Neustadt in Holstein verlegt. Im November 1937 wurde der bisherige Schulverband in die U-Bootschulflottille umgewandelt. Die Flottille übernahm insbesondere die praktische Einzel- und taktische Ausbildung der U-Boot-Besatzungen. Damit entwickelte sich aus dem ursprünglichen Schulverband eine dauerhafte Ausbildungsorganisation der U-Boot-Waffe.
Mit der weiteren Neuordnung des U-Boot-Ausbildungswesens wurde die Unterseebootschulflottille am 01.07.1940 in die 21. U-Flottille umbenannt. Gleichzeitig erfolgte die Verlegung nach Pillau in Ostpreußen. Die Flottille blieb dort bis zu ihrer Auflösung im März 1945.
Die 21. U-Flottille diente während ihres gesamten Bestehens ausschließlich Ausbildungszwecken. Ihre Aufgabe bestand darin, die Besatzungen nach der grundlegenden Ausbildung auf die praktische Verwendung an Bord eines U-Bootes vorzubereiten und die später für den Fronteinsatz erforderlichen seemännischen und taktischen Fähigkeiten zu vervollständigen.
Zum Ausbildungsbetrieb gehörten unter anderem Einzel- und Besatzungsausbildung, praktische Übungen auf See sowie taktische Übungen. Die Besatzungen wurden mit den besonderen Anforderungen des U-Boot-Dienstes vertraut gemacht und auf die Zusammenarbeit während des späteren Einsatzes vorbereitet. Dabei wurden auch die Erfahrungen aus dem laufenden U-Boot-Krieg in die Ausbildung einbezogen.
Die Flottille verfügte über einen wechselnden Bestand an Ausbildungsbooten. Während ihres Bestehens wurden ihr U-Boote verschiedener Typen zugeteilt. Insgesamt waren während der gesamten Geschichte der Schulorganisation 51 U-Boote zeitweise der Flottille beziehungsweise ihren Vorgängerverbänden zugeordnet.
Die Ausbildungsboote dienten nicht dem regulären Frontdienst, sondern wurden für die verschiedenen Ausbildungsabschnitte eingesetzt. Nach Abschluss ihrer aktiven Frontzeit konnten auch erfahrene und erfolgreich eingesetzte U-Boote weiterhin als Schulboote verwendet werden. Ein bekanntes Beispiel dafür war U 48, das nach seinen erfolgreichen Feindfahrten noch für Ausbildungszwecke eingesetzt wurde.
Mit der Verlegung nach Pillau wurde die 21. U-Flottille in das ostpreußische Zentrum der deutschen U-Boot-Ausbildung eingebunden. Dort bestanden enge organisatorische Verbindungen zur 1. Unterseebootslehrdivision und zu weiteren Ausbildungsdienststellen. Von Pillau aus konnten die Boote für Ausbildungsfahrten in die Ostsee eingesetzt werden.
Die Bedeutung der Flottille nahm während des Krieges weiter zu, da mit der steigenden Zahl neu ausgebildeter Besatzungen auch der Bedarf an erfahrenen Ausbildungsverbänden zunahm. Die 21. U-Flottille stellte damit ein wichtiges Bindeglied zwischen der allgemeinen Ausbildung und der späteren Verwendung der Besatzungen in den Frontflottillen dar.
In der letzten Kriegsphase verschlechterte sich die Lage im ostpreußischen Raum zunehmend. Mit dem Vorrücken der Roten Armee wurde auch Pillau bedroht. Der Ausbildungsbetrieb musste unter den Bedingungen des militärischen Zusammenbruchs eingeschränkt und schließlich beendet werden.
Im März 1945 wurde die 21. U-Flottille aufgelöst. Die noch vorhandenen Boote und das Personal wurden aus dem bedrohten ostpreußischen Raum verlegt beziehungsweise anderen Dienststellen und Verbänden zugeführt. Damit endete die Geschichte eines Ausbildungsverbandes, der seit 1935 in unterschiedlichen organisatorischen Formen bestanden hatte und über viele Jahre einen wesentlichen Teil der praktischen U-Boot-Ausbildung getragen hatte.
Standorte
Der Schulverband der U-Bootschule war zunächst in Kiel stationiert. Im Mai 1937 erfolgte die Verlegung nach Neustadt in Holstein. Mit der Umgliederung und Umbenennung in die 21. U-Flottille erfolgte im Juli 1940 die Verlegung nach Pillau. Dort blieb die Flottille bis zu ihrer Auflösung im März 1945.
Flottillenchefs
21.05.1935 – 17.09.1937 Kapitän zur See Kurt Slevogt (Chef des Schulverbandes)
01.11.1937 – 07.04.1940 Kapitänleutnant Heinz Beduhn
08.04.1940 – 21.06.1943 Korvettenkapitän Paul Büchel
22.06.1943 – 20.09.1944 Korvettenkapitän Otto Schuhart
21.09.1944 – 03.1945 Kapitänleutnant Herwig Collmann
Die Feldpostnummer der 21. U-Flottille lautete M - 11 878.
Boote
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com