22. U-Flottille

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22. U-Flottille


Die 22. U-Flottille wurde im Januar 1941 in Gotenhafen als Ausbildungsflottille aufgestellt. Sie diente vor allem der praktischen und taktischen Ausbildung von U-Boot-Besatzungen und insbesondere der Vorbereitung von Kommandanten und Wachoffizieren auf ihren späteren Fronteinsatz. Die Flottille war damit Bestandteil des Ausbildungswesens der deutschen U-Boot-Waffe.

Gotenhafen entwickelte sich während des Krieges zu einem wichtigen Standort der U-Boot-Ausbildung. Von dort aus konnten die Schulboote in der Ostsee für die verschiedenen Ausbildungsabschnitte eingesetzt werden. Die Ausbildung umfasste die praktische Arbeit an Bord, das sichere Beherrschen des Bootes, die Zusammenarbeit innerhalb der Besatzung sowie die Durchführung taktischer Übungen.

Die der 22. U-Flottille zugeteilten U-Boote dienten überwiegend als Schulboote. Der Bootsbestand war dabei nicht unveränderlich, sondern wechselte entsprechend dem Ausbildungsbedarf. Boote wurden nach ihrer Indienststellung oder nach einer Verwendung als Frontboot zur Flottille abgegeben und nach Abschluss ihrer Schulverwendung wieder an andere Verbände überstellt. Auch bereits im Fronteinsatz bewährte Boote konnten für die weitere Ausbildung verwendet werden.

Eine besondere Situation entstand im Zusammenhang mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22.06.1941. In dieser Phase wurden einzelne U-Boote, die der Ausbildungsorganisation angehörten, für operative Aufgaben in der Ostsee eingesetzt. Damit wurde die eigentliche Ausbildungsfunktion der 22. U-Flottille zeitweise durch einen begrenzten Fronteinsatz überlagert. Diese Verwendung war jedoch eine kriegsbedingte Ausnahme und änderte nichts am grundsätzlichen Charakter der Flottille als Ausbildungsverband.

Nach dem Ende der frühen Ostseeoperationen kehrte der Schwerpunkt wieder zur Ausbildung zurück. Die U-Boote wurden erneut für Schul- und Übungsfahrten in der Ostsee eingesetzt. Die Flottille bildete damit weiterhin Besatzungen aus, die nach Abschluss ihrer Ausbildung an die entsprechenden Frontflottillen abgegeben wurden.

Zu den Ausbildungsaufgaben gehörten neben der allgemeinen Bord- und Einzelausbildung insbesondere die taktische Schulung. Die Besatzungen übten das Verhalten im Verband, Angriffsverfahren, Tauchmanöver und die Zusammenarbeit der einzelnen Wach- und Gefechtsstationen. Die Ausbildung sollte den Übergang von der technischen und seemännischen Grundausbildung zur einsatzmäßigen Verwendung vorbereiten.

Die 22. U-Flottille wurde außerdem von erfahrenen Frontkommandanten geführt. Deren praktische Erfahrungen aus dem Atlantik- und Ostseekrieg konnten in die Ausbildung des U-Boot-Nachwuchses einfließen.

Im Januar 1944 übernahm Korvettenkapitän Wolfgang Lüth die Führung der Flottille. Lüth war einer der erfolgreichsten deutschen U-Boot-Kommandanten und hatte zuvor zahlreiche Feindfahrten durchgeführt. Unter seiner Führung blieb die 22. U-Flottille ein Ausbildungsverband in Gotenhafen. Im Juli 1944 wechselte Lüth zur Marineschule Mürwik; anschließend übernahm Korvettenkapitän Heinrich Bleichrodt die Flottille.

Mit der zunehmenden Verschlechterung der militärischen Lage im Ostseeraum wurde auch der Ausbildungsbetrieb immer schwieriger. Im Winter 1944/1945 rückten die sowjetischen Truppen weiter nach Westpreußen vor. Gotenhafen geriet dadurch unmittelbar in den Bereich der Kampfhandlungen.

Im Februar 1945 wurde die 22. U-Flottille aus dem bedrohten ostdeutschen Raum nach Wilhelmshaven verlegt. Der Ausbildungsbetrieb wurde dort bis zum Kriegsende fortgeführt. Die Verlegung war Teil der allgemeinen Räumung der deutschen U-Boot-Ausbildungs- und Stützpunkte im Osten.

Mit der deutschen Kapitulation am 08.05.1945 endete die Geschichte der 22. U-Flottille. Die Flottille wurde aufgelöst und die noch vorhandenen U-Boote sowie das Personal den alliierten Streitkräften übergeben beziehungsweise gemäß den Bestimmungen der Kapitulation behandelt.

Standorte


Die 22. U-Flottille wurde im Januar 1941 in Gotenhafen aufgestellt und blieb dort bis zur Verlegung im Februar 1945. Anschließend befand sich die Flottille bis zum Kriegsende in Wilhelmshaven.

Flottillenchefs


01.1941 – 04.01.1944 Korvettenkapitän Wilhelm Ambrosius

15.01.1944 – 16.07.1944 Korvettenkapitän Wolfgang Lüth

16.07.1944 – 08.05.1945 Korvettenkapitän Heinrich Bleichrodt


Die Feldpostnummer der 22. U-Flottille lautete M - 11 128.

Boote

U 8 U 11 U 14 U 17 U 18 U 19 U 28 U 30 U 37 U 56
U 57 U 58 U 59 U 71 U 78 U 96 U 137 U 138 U 139 U 140
U 142 U 143 U 144 U 145 U 146 U 147 U 149 U 150 U 235 U 239
U 316 U 339 U 349 U 350 U 351 U 369 U 552 U 554 U 560 U 717
U 721 U 924 U 1101 U 1103 U 1167 U 1194

Quellen & Literatur


Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.

Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.

Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com