23. U-Flottille

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23. U-Flottille (Ausbildungsflottille)


Die 23. U-Flottille wurde am 01.09.1943 in Danzig als Ausbildungsflottille neu aufgestellt. Sie stand in keinem organisatorischen Zusammenhang mit der ersten 23. U-Flottille, die von 1941 bis 1942 als Frontflottille im östlichen Mittelmeer eingesetzt worden war. Die neu aufgestellte 23. U-Flottille diente ausschließlich der Ausbildung und insbesondere der praktischen Vorbereitung angehender U-Boot-Kommandanten auf ihre spätere Verwendung als selbstständige Kommandanten.

Die wichtigste Aufgabe der Flottille war die Durchführung des Kommandantenschießlehrgangs. Hier wurden Offiziere, die zuvor verschiedene Lehrgänge und Ausbildungsabschnitte der U-Boot-Waffe durchlaufen hatten, in der praktischen Durchführung eines U-Boot-Angriffs ausgebildet. Einen wesentlichen Bestandteil bildeten dabei die Torpedoangriffe und die dafür erforderlichen taktischen Entscheidungen.

Die Ausbildung in der 23. U-Flottille bildete einen der letzten praktischen Abschnitte auf dem Weg zum eigenen U-Boot-Kommando. Die Offiziere mussten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter den Bedingungen des praktischen Ausbildungsbetriebes anwenden. Dazu gehörten die Vorbereitung eines Angriffs, die Annäherung an ein Ziel, die Beobachtung und Beurteilung des Gegners sowie die Durchführung des Torpedoschusses.

Für die Ausbildung wurden vor allem bewährte U-Boote der Typen VII A, VII B und VII C verwendet. Die Boote dienten als Schulboote und wurden entsprechend den jeweiligen Ausbildungsaufgaben eingesetzt. Der Bestand wechselte während des Bestehens der Flottille, da Boote anderen Verbänden zugeführt oder neu zur Ausbildung übernommen wurden.

Die Ausbildung erfolgte von Danzig aus in der Ostsee. Die Gewässer der Danziger Bucht boten die Möglichkeit, die einzelnen Ausbildungsschritte unter praktischen Bedingungen durchzuführen. Nach den vorausgegangenen theoretischen und technischen Lehrgängen konnten die angehenden Kommandanten hier ihre Fähigkeiten in der praktischen Angriffsführung vervollständigen.

Die 23. U-Flottille wurde von Korvettenkapitän Otto von Bülow geführt. Von Bülow hatte zuvor selbst als U-Boot-Kommandant Kriegserfahrung gesammelt und wurde am 01.09.1943 zum Chef der neu aufgestellten Flottille ernannt. Er blieb bis zur Auflösung des Verbandes im März 1945 dessen Flottillenchef.

Während des Bestehens der Flottille durchliefen zahlreiche spätere U-Boot-Kommandanten den Kommandanten-Schießlehrgang in Danzig. Die erhaltenen Personalchroniken zeigen, dass der Lehrgang nach einer Reihe anderer Ausbildungsgänge absolviert wurde und anschließend häufig die Baubelehrung oder die Übernahme eines eigenen U-Bootes folgte. Damit stellte die 23. U-Flottille eine wichtige letzte praktische Ausbildungsstufe vor dem selbstständigen Frontkommando dar.

Die militärische Lage im Ostseeraum verschlechterte sich Ende 1944 und Anfang 1945 zunehmend. Mit dem Vorrücken der sowjetischen Truppen wurde auch der Ausbildungsbetrieb in Danzig bedroht. Die Flottille musste ihre bisherigen Aufgaben unter zunehmend schwierigen Bedingungen fortführen.

Im März 1945 wurde die 23. U-Flottille aufgelöst. Damit endete der Kommandanten-Schießlehrgang in Danzig. Die noch vorhandenen Ausbildungsboote und das Personal wurden entsprechend der militärischen Lage anderen Verbänden und Dienststellen zugeführt beziehungsweise nach Westen verlegt.

Standorte


Die 23. U-Flottille war während ihres gesamten Bestehens in Danzig stationiert. Der Zeitraum ihrer Existenz erstreckte sich vom 01.09.1943 bis zum 00.03.1945.

Flottillenchef


01.09.1943 – 03.1945 Korvettenkapitän Otto von Bülow


Die Feldpostnummer der 23. U-Flottille lautete M - 06 536.

Boote

U 29 U 52 U 80 U 101 U 237 U 291 U 316 U 349 U 367 U 397
U 416 U 428 U 429 U 579 U 677 U 704 U 903 U 904 U 922 U 923
U 975

Quellen & Literatur


Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.

Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.

Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com