24. U-Flottille

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

24. U-Flottille


Die 24. U-Flottille wurde im November 1939 in Danzig als Unterseebootsausbildungsflottille aufgestellt. Sie gehörte zu den Ausbildungsverbänden der deutschen U-Boot-Waffe und diente insbesondere der praktischen Ausbildung des Kommandanten- und Besatzungsnachwuchses. Im April 1940 wurde die Flottille in 1. Unterseebootsausbildungsflottille umbenannt. Am 01.07.1940 erfolgte die Umbenennung in 24. U-Flottille.

Eine der wichtigsten Aufgaben der 24. U-Flottille war die Durchführung des Kommandanten-Schießlehrgangs. Dieser Ausbildungsabschnitt diente der praktischen Vorbereitung angehender U-Boot-Kommandanten auf ihre spätere Verwendung als selbstständige Kommandanten im Fronteinsatz. Die Teilnehmer hatten zuvor bereits verschiedene theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte durchlaufen.

Im Kommandanten-Schießlehrgang wurde insbesondere die praktische Angriffsführung geübt. Dazu gehörten die Annäherung an ein Ziel, die Beurteilung der Schusslage, die Vorbereitung eines Torpedoangriffs und die Durchführung des Torpedoschusses. Die Ausbildung erfolgte unter praktischen Bedingungen auf See und sollte die zuvor erworbenen theoretischen Kenntnisse in sicher beherrschte Fähigkeiten für den späteren Kommandodienst umsetzen.

Neben der Ausbildung der angehenden Kommandanten wurden auch die Besatzungen in den für den späteren Fronteinsatz erforderlichen Aufgaben geschult. Dazu gehörten unter anderem Tauch- und Auftauchmanöver, das Manövrieren des Bootes, die Zusammenarbeit der einzelnen Besatzungsmitglieder sowie die Durchführung verschiedener Angriffs- und Gefechtsübungen.

Für den Ausbildungsbetrieb wurden unterschiedliche U-Boot-Typen eingesetzt. Der Bootsbestand wechselte entsprechend den jeweiligen Ausbildungsanforderungen. Die Schulboote dienten ausschließlich oder überwiegend Ausbildungszwecken und wurden nach ihrer Verwendung an andere Verbände abgegeben oder durch andere Boote ersetzt.

Im Juni 1940 wurde die 24. U-Flottille von Danzig nach Memel verlegt. Von dort aus wurden die Ausbildungsfahrten in der Ostsee durchgeführt. Mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion erfolgte im Juni 1941 vorübergehend eine Verlegung nach Drontheim in Norwegen. Im September 1941 kehrte die Flottille nach Memel zurück und nahm dort den Ausbildungsbetrieb wieder auf.

Memel blieb in den folgenden Jahren der wichtigste Standort der Flottille. Die dort vorhandenen Hafen- und Marineeinrichtungen ermöglichten die Durchführung der praktischen Ausbildungsfahrten. Die angehenden Kommandanten konnten dadurch ihre Kenntnisse unter realen Bedingungen auf See anwenden und die für den späteren Fronteinsatz erforderliche Sicherheit im Umgang mit dem U-Boot erwerben.

Im weiteren Verlauf des Krieges wurde das Ausbildungsprogramm durch die zunehmende Bedeutung der technischen Unterwasserortung erweitert. Die Besatzungen wurden mit den vorhandenen Ortungsgeräten vertraut gemacht und in deren praktischer Anwendung für die Navigation, Beobachtung und Vorbereitung eines Angriffs geschult.

Im Oktober 1944 musste die 24. U-Flottille aufgrund der militärischen Lage aus Memel zurückverlegt werden. Der Verband wurde zunächst nach Gotenhafen verlegt. Dort wurde der Ausbildungsbetrieb trotz der sich weiter verschlechternden Lage im Ostseeraum fortgeführt.

Mit dem weiteren Vorrücken der sowjetischen Truppen geriet auch Gotenhafen in den Bereich der Kampfhandlungen. Im Februar 1945 erfolgte deshalb die Verlegung der Flottille nach Eckernförde. Dort wurden die verbliebenen Ausbildungsaufgaben bis zur Auflösung des Verbandes fortgeführt.

Die 24. U-Flottille wurde im März 1945 aufgelöst. Damit endete die Geschichte des Verbandes nach mehr als fünf Jahren. Während ihres Bestehens hatte die Flottille insbesondere durch den Kommandantenschießlehrgang eine wichtige Funktion bei der Vorbereitung des U-Boot-Kommandantennachwuchses übernommen.

Standorte


Die 24. U-Flottille war zunächst in Danzig stationiert. Im Juni 1940 erfolgte die Verlegung nach Memel. Von Juni 1941 bis September 1941 befand sich die Flottille vorübergehend in Drontheim in Norwegen. Anschließend kehrte sie nach Memel zurück. Im Oktober 1944 wurde sie nach Gotenhafen und im Februar 1945 nach Eckernförde verlegt.

Standorte:

01.11.1939 – 00.06.1940 Danzig

00.06.1940 – 00.06.1941 Memel

00.06.1941 – 00.09.1941 Drontheim

00.09.1941 – 00.10.1944 Memel

00.10.1944 – 00.02.1945 Gotenhafen

00.02.1945 – 00.03.1945 Eckernförde

Flottillenchefs


01.11.1939 – 31.07.1942 Korvettenkapitän Hannes Weingärtner

01.08.1942 – 31.01.1943 Kapitän zur See Rudolf Peters

01.03.1943 – 10.05.1944 Fregattenkapitän Karl-Friedrich Merten

11.05.1944 – 06.1944 Korvettenkapitän Karl Jasper (i.V.)

00.06.1944 – 00.03.1945 Fregattenkapitän Karl-Friedrich Merten


Quellen & Literatur


Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.

Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.

Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com