29. U-Flottille

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29. U-Flottille


Die 29. U-Flottille wurde im Dezember 1941 in La Spezia in Italien als Frontflottille aufgestellt. Ihr Operationsgebiet war ausschließlich das Mittelmeer. Sie wurde damit zu einem der wichtigsten deutschen U-Boot-Verbände in diesem Operationsraum und führte die aus den deutschen Atlantikstützpunkten überführten U-Boote zusammen.

Die Aufstellung erfolgte im Zusammenhang mit dem Ausbau des deutschen U-Boot-Einsatzes im Mittelmeer. Die Boote der Flottille wurden gegen den alliierten Schiffsverkehr eingesetzt und operierten in den verschiedenen Seegebieten des Mittelmeers. Zu den Aufgaben gehörte insbesondere die Bekämpfung des alliierten Nachschubs für die britischen Streitkräfte im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

Die Flottille verfügte über mehrere Stützpunkte und Einsatzhäfen. Neben dem Hauptstützpunkt La Spezia wurden unter anderem Pola, Messina und Salamis genutzt. Mit der zunehmenden Bedeutung des westlichen Mittelmeers wurde Marseille als weiterer Stützpunkt herangezogen. Dadurch konnten die U-Boote aus unterschiedlichen Bereichen des Mittelmeers eingesetzt werden.

Die der Flottille unterstellten U-Boote gehörten überwiegend zu den Typen VII B und VII C. Diese Boote waren für den Einsatz im Mittelmeer geeignet und konnten trotz der besonderen geografischen und taktischen Bedingungen des Mittelmeers für längere Unternehmungen eingesetzt werden. Insgesamt wurden während des Bestehens der Flottille 52 U-Boote zeitweise ihrem Bestand zugeordnet.

Die Boote operierten sowohl gegen Handelsschiffe als auch gegen Kriegsschiffe und Geleitzüge. Von besonderer Bedeutung waren die alliierten Nachschubverbindungen nach Nordafrika und die Seewege im westlichen und zentralen Mittelmeer. Auch die Verbindungen zur Insel Malta gehörten zu den Operationsgebieten der deutschen U-Boote.

Der Einsatz im Mittelmeer stellte die U-Boot-Besatzungen vor besondere Anforderungen. Die vergleichsweise kleinen und häufig von Land umgebenen Seegebiete boten weniger Möglichkeiten für unbemerkte Bewegungen als die offenen Räume des Atlantiks. Hinzu kam die starke alliierte Luftüberwachung. Die U-Boote mussten deshalb bei ihrer Annäherung an Ziele und bei der Rückkehr zu ihren Stützpunkten besondere Vorsicht walten lassen.

Nach der Auflösung der 23. U-Flottille im Mai 1942 wurden deren noch vorhandene Boote der 29. U-Flottille zugeführt. Damit verstärkte sich der Bestand des Mittelmeer-Frontverbandes. Die Eingliederung war Teil der Konzentration der deutschen U-Boot-Kräfte im Mittelmeer unter einem einheitlichen Frontverband.

Am 28.05.1942 übernahm Korvettenkapitän Fritz Frauenheim die Führung der Flottille. Unter seiner Führung setzte die 29. U-Flottille ihren Einsatz im Mittelmeer fort. Am 01.08.1943 übernahm Korvettenkapitän Gunter Jahn die Führung des Verbandes.

Im August 1943 wurde der Hauptsitz der Flottille von La Spezia nach Toulon verlegt. Die Verlegung stand im Zusammenhang mit der veränderten militärischen Lage in Italien und der zunehmenden Bedeutung der französischen Mittelmeerküste. Toulon wurde damit zum wichtigsten Stützpunkt der Flottille im westlichen Mittelmeer.

Toulon verfügte über die ehemaligen französischen Hafenanlagen, die für die deutsche U-Boot-Waffe als Stützpunkt ausgebaut wurden. Anders als bei den großen Atlantikbasen verfügte Toulon jedoch nicht über einen entsprechenden U-Boot-Bunker. Die Boote nutzten den alten französischen U-Boot-Stützpunkt von Mourillon sowie weitere Hafenanlagen.

Ab Ende 1943 verstärkten alliierte Luftangriffe den Druck auf den Stützpunkt. Toulon wurde mehrfach bombardiert, wobei mehrere U-Boote beschädigt oder zerstört wurden. Die zunehmenden Verluste beeinträchtigten die Einsatzfähigkeit der Flottille immer stärker.

Im Verlauf des Jahres 1944 verschlechterte sich die Lage weiter. Die alliierten Luft- und Seestreitkräfte konnten den deutschen U-Boot-Betrieb im Mittelmeer zunehmend einschränken. Nach der alliierten Landung in Südfrankreich im August 1944 musste der deutsche Stützpunkt Toulon aufgegeben werden. Die letzten noch einsatzfähigen Boote verließen den Hafen beziehungsweise wurden nach den jeweiligen Möglichkeiten verlegt oder selbstversenkt.

Im September 1944 wurde die 29. U-Flottille aufgelöst. Zu den letzten Verlusten gehörte U 407, das am 19.09.1944 versenkt wurde. Die letzten in Salamis verbliebenen Boote U 565 und U 596 wurden dort selbstversenkt. Damit endete die Geschichte der 29. U-Flottille als selbstständiger Frontverband.

Standorte und


Die 29. U-Flottille war zunächst in La Spezia stationiert. Im August 1943 erfolgte die Verlegung des Flottillenkommandos nach Toulon.

Standorte:

01.12.1941 – 07.1943 La Spezia

08.1943 – 09.1944 Toulon

Weitere Stützpunkte: Pola, Messina, Marseille und Salamis

Flottillenchefs


01.12.1941 – 28.05.1942 Korvettenkapitän Franz Becker

29.05.1942 – 31.07.1943 Korvettenkapitän Fritz Frauenheim

01.08.1943 – 15.09.1944 Korvettenkapitän Gunter Jahn


Die Feldpostnummer der 29. U-Flottille lautete M - 46 784.

Boote

U 73 U 74 U 77 U 81 U 83 U 97 U 205 U 223 U 230 U 301
U 303 U 331 U 343 U 371 U 372 U 374 U 375 U 380 U 407 U 409
U 410 U 414 U 421 U 431 U 443 U 450 U 453 U 455 U 458 U 466
U 471 U 557 U 559 U 562 U 565 U 568 U 573 U 577 U 586 U 593
U 596 U 602 U 605 U 616 U 617 U 642 U 652 U 660 U 755 U 952
U 967

Quellen & Literatur


Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.

Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.

Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com