33. U-Flottille
33. U-Flottille
Die 33. U-Flottille wurde am 21.09.1944 in Flensburg als Frontflottille aufgestellt. Sie entstand in der letzten Phase des U-Boot-Krieges nach dem Verlust der deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste. Der Flottille wurden U-Boote unterstellt, die aus den aufgegebenen französischen Stützpunkten nach Deutschland zurückkehrten, sowie weitere Frontboote, darunter auch die im Rahmen der Monsun-Gruppe in Ostasien eingesetzten U-Boote. Die Feldpostnummer der 33. U-Flottille lautete M - 51 575.
Die Aufstellung der Flottille diente vor allem der organisatorischen Zusammenfassung der noch einsatzfähigen U-Boote in der Endphase des Krieges. Durch den Verlust der französischen Stützpunkte mussten zahlreiche Boote ihre bisherigen Basen verlassen und nach Deutschland beziehungsweise in die verbliebenen deutschen Stützpunkte im Norden Europas verlegen. Die 33. U-Flottille übernahm dabei die Funktion eines gemeinsamen Frontverbandes für diese Boote.
Unter den der Flottille zugeteilten U-Booten befanden sich zahlreiche Boote, die zuvor bei den Frontflottillen in Frankreich eingesetzt worden waren. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wurden sie teilweise weiterhin für Feindfahrten im Atlantik und in den angrenzenden Seegebieten eingesetzt. Ein Beispiel dafür war U 853, das im Oktober 1944 von Lorient nach Flensburg zurückkehrte und anschließend der 33. U-Flottille zugeteilt wurde.
Eine besondere Stellung innerhalb der Flottille nahmen die Boote der Monsun-Gruppe ein. Diese U-Boote befanden sich in den von Japan kontrollierten Gebieten des Indischen Ozeans und in Ostasien. Aufgrund der großen Entfernung zum deutschen Machtbereich konnten sie nicht wie die in Europa eingesetzten Boote vom Flottillenkommando in Flensburg unmittelbar geführt werden. Ihre organisatorische Zuordnung zur 33. U-Flottille bestand jedoch bis zum Ende des Krieges.
Die Monsun-Boote führten ihre Unternehmungen im Indischen Ozean und in den angrenzenden Seegebieten durch. Als Stützpunkte dienten unter anderem Penang, Batavia und Singapur. Die Boote wurden vor allem gegen den alliierten Schiffsverkehr eingesetzt. Darüber hinaus wurden mit einzelnen Fernbooten besondere Transportaufgaben durchgeführt.
Zu den Aufgaben der Monsun-Gruppe gehörte außerdem der Transport von kriegswichtigen Rohstoffen und technischen Gütern zwischen dem japanischen und dem deutschen Machtbereich. Aufgrund der enormen Entfernungen mussten diese Unternehmungen über lange Zeiträume ohne Verbindung zu den deutschen Stützpunkten durchgeführt werden.
Ein bekanntes Beispiel für eine solche Fernunternehmung war U 234. Das Boot befand sich bei der deutschen Kapitulation auf einer Fahrt nach Japan und führte unter anderem technische Ausrüstung und weitere für Japan bestimmte Güter mit. U 234 erreichte sein Ziel jedoch nicht und ergab sich nach der Kapitulation den amerikanischen Streitkräften.
Neben den Monsun-Booten wurden der 33. U-Flottille auch zahlreiche U-Boote unterstellt, die von den ehemaligen französischen Stützpunkten zurückkehrten. Damit vereinigte der Verband in seiner kurzen Geschichte U-Boote mit sehr unterschiedlichen Einsatzräumen. Die Flottille war deshalb weniger durch einen einheitlichen Operationsraum als durch die gemeinsame organisatorische Zuordnung der noch vorhandenen Frontboote gekennzeichnet.
Das Flottillenkommando befand sich in Flensburg. Von dort aus wurden die organisatorischen Aufgaben für die in den deutschen Gewässern befindlichen Boote wahrgenommen. Die im Fernen Osten eingesetzten Monsun-Boote blieben dagegen aufgrund der Entfernung eigenständig in ihren jeweiligen Einsatzgebieten.
Vom 21.09.1944 bis zum 25.10.1944 führte Korvettenkapitän Georg Schewe die Flottille. Am 26.10.1944 übernahm Korvettenkapitän Günter Kuhnke die Führung und blieb bis zur deutschen Kapitulation Flottillenchef. Kuhnke war zuvor Chef der 10. U-Flottille gewesen und kehrte im Herbst 1944 von Lorient nach Deutschland zurück. Anschließend übernahm er in Flensburg die Führung der neu aufgestellten 33. U-Flottille.
In den letzten Kriegsmonaten führte die 33. U-Flottille weiterhin einsatzbereite Boote unter ihrem Kommando. Gleichzeitig verschärfte sich die militärische Lage im Deutschen Reich immer weiter. Die in Europa eingesetzten U-Boote konnten nur noch unter erheblich erschwerten Bedingungen operieren. Die alliierte Luft- und Seeraumüberwachung schränkte die Bewegungsfreiheit der Boote zunehmend ein.
Mit der deutschen Kapitulation am 08.05.1945 endete die Tätigkeit der 33. U-Flottille. Die in deutschen Gewässern befindlichen U-Boote mussten sich den alliierten Streitkräften ergeben. Die im Fernen Osten befindlichen Boote erhielten die Nachricht von der Kapitulation ebenfalls und mussten ihre Feindfahrten einstellen.
Damit endete die Geschichte der 33. U-Flottille nach knapp acht Monaten. Sie war der letzte neu aufgestellte deutsche Frontverband der U-Boot-Waffe und vereinigte in ihrer kurzen Existenz Boote aus den ehemaligen französischen U-Boot-Stützpunkten mit den weit entfernten Monsun-Booten im Indischen Ozean und in Ostasien.
Standorte
Die 33. U-Flottille wurde am 21.09.1944 in Flensburg aufgestellt und blieb dort bis zum Ende des Krieges.
Standort:
21.09.1944 – 08.05.1945 Flensburg
Standorte in Ostasien:
Penang, Batavia (Jakarta), Shonan (Singapur) und Soerabaja (Surabaya).
Flottillenchefs
21.09.1944 – 25.10.1944 Korvettenkapitän Georg Schewe
26.10.1944 – 08.05.1945 Korvettenkapitän Günter Kuhnke
Boote
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com