4. U-Flottille
4. U-Flottille
Die 4. U-Flottille wurde im Mai 1941 in Stettin als Ausbildungs- und Erprobungsflottille aufgestellt. Im Gegensatz zu den Frontflottillen diente sie nicht der unmittelbaren Durchführung von Feindfahrten, sondern vor allem der Ausbildung von Besatzungen sowie der Erprobung und technischen Vorbereitung von U-Booten. Die Flottille war dem Führer der Unterseeboote Ost beziehungsweise später dem für den Ostseeraum zuständigen Führungsstab unterstellt. Die Feldpostnummer der 4. U-Flottille lautete M - 39 131.
Nach ihrer Indienststellung wurden die U-Boote der Flottille zur Durchführung der verschiedenen Ausbildungs- und Erprobungsabschnitte nach Stettin überführt. Von dort aus gingen die Boote zu Ausbildungsfahrten in die Ostsee. Nach Abschluss der Ausbildung wurden sie entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendung an die Frontflottillen oder andere Einsatzverbände abgegeben.
Die 4. U-Flottille hatte damit eine wichtige Funktion innerhalb des Ausbildungs- und Erprobungssystems der deutschen U-Boot-Waffe. Neben der praktischen Ausbildung der Besatzungen wurden die U-Boote nach ihrer Indienststellung auf ihre technischen Eigenschaften und Einsatzbereitschaft überprüft. Dazu gehörten unter anderem Erprobungsfahrten, technische Abnahmen und die Vorbereitung der Boote auf ihre spätere Übernahme durch die jeweiligen Einsatz- oder Frontflottillen.
Der Stützpunkt Stettin war für diese Aufgaben besonders geeignet, da von dort aus die Ausbildungsgebiete der Ostsee unmittelbar erreicht werden konnten. Die Boote konnten nach der Indienststellung zunächst in der Ostsee ihre technischen und nautischen Erprobungen durchführen und anschließend die verschiedenen Ausbildungsstufen durchlaufen. Nach Abschluss dieser Ausbildung erfolgte die Übergabe an die für den weiteren Einsatz vorgesehenen Flottillen.
Die Flottille bestand während des gesamten Krieges und blieb bis 1945 in Stettin. Mit der zunehmenden Verschlechterung der militärischen Lage im Ostseeraum gewann die Ausbildung und Erprobung neuer U-Boote weiterhin Bedeutung. Noch in der letzten Kriegsphase wurden neu in Dienst gestellte oder noch nicht vollständig ausgebildete Boote der 4. U-Flottille zugeordnet. Ein Beispiel hierfür ist U 38, das ab dem 01.12.1943 als Erprobungsboot bei der 4. U-Flottille in Stettin eingesetzt wurde.
Die 4. U-Flottille war somit keine Einsatzflottille im eigentlichen Sinne. Ihre Bedeutung lag vielmehr darin, neu in Dienst gestellte U-Boote und ihre Besatzungen für den späteren Einsatz vorzubereiten. Erst nach Abschluss der Ausbildung wurden die Boote an andere Flottillen abgegeben, wo sie ihren eigentlichen Front- oder Schulbetrieb aufnahmen.
Auch in den letzten Kriegsmonaten blieb die Flottille bestehen. Mit dem Heranrücken der sowjetischen Truppen wurde die Lage in Stettin zunehmend schwieriger. Die Ausbildung und Erprobung der Boote musste unter den Bedingungen des Zusammenbruchs der deutschen Ostfront weitergeführt werden. Die Flottille bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.
Standorte und Führung
Die 4. U-Flottille war während ihres gesamten Bestehens in Stettin stationiert. Der Zeitraum ihrer Existenz erstreckte sich vom 00.05.1941 bis zum 00.05.1945.
Flottillenchefs
00.05.1941 – 00.07.1941 Kapitänleutnant Werner Jacobsen
00.07.1941 – 00.08.1941 Kapitänleutnant Fritz Frauenheim
00.08.1941 – 00.05.1945 Fregattenkapitän Heinz Fischer
Boote
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com