6. U-Flottille
6. U-Flottille
Die 6. U-Flottille wurde am 01.08.1941 in Danzig als reine Ausbildungsflottille aufgestellt. Sie diente zunächst der Ausbildung und Erprobung neu in Dienst gestellter U-Boote und ihrer Besatzungen. Die Boote wurden nach ihrer Indienststellung der Flottille zugeteilt und durchliefen von Danzig aus die verschiedenen Ausbildungs- und Erprobungsabschnitte in der Ostsee.
Mit der zunehmenden Ausweitung des U-Boot-Krieges erhielt die Flottille ab Februar 1942 zusätzlich die Aufgabe einer Frontflottille. Dabei wurde sie nicht vollständig von Danzig nach Frankreich verlegt. Vielmehr blieb der Ausbildungsbetrieb in Danzig bestehen, während der für den Fronteinsatz vorgesehene Teil der Flottille in St. Nazaire stationiert wurde. Damit bestanden zeitweise zwei gleichzeitig aktive Bereiche der 6. U-Flottille, die unterschiedliche Aufgaben erfüllten.
In Danzig wurden weiterhin neu in Dienst gestellte U-Boote ausgebildet. Die Ausbildung umfasste die technischen und nautischen Erprobungen, Ausbildungsfahrten in der Ostsee sowie die praktische Schulung der Besatzungen. Nach Abschluss der vorgesehenen Ausbildungsabschnitte wurden die Boote für den weiteren Einsatz an die zuständigen Frontflottillen übergeben. Dadurch bildete die Danziger Ausbildungsstelle die Verbindung zwischen der Indienststellung der U-Boote und ihrer späteren Verwendung im Fronteinsatz.
Der in St. Nazaire stationierte Teil der Flottille führte dagegen den eigentlichen Frontdienst durch. Die dort eingesetzten U-Boote operierten überwiegend im Atlantik und wurden nach ihren Feindfahrten im U-Boot-Stützpunkt St. Nazaire wieder ausgerüstet, versorgt, repariert und für weitere Unternehmungen vorbereitet. Der dortige U-Boot-Bunker bot den Booten während ihrer Werft- und Liegezeiten Schutz vor alliierten Luftangriffen.
Die gleichzeitige Aufrechterhaltung des Ausbildungsbetriebes in Danzig und des Frontbetriebes in St. Nazaire ermöglichte es, neu gebaute U-Boote laufend auszubilden und anschließend dem Fronteinsatz zuzuführen. Die 6. U-Flottille nahm dadurch innerhalb der deutschen U-Boot-Waffe eine besondere organisatorische Stellung ein.
Der Ausbildungsbetrieb in Danzig blieb auch während der Zeit bestehen, in der der Frontteil der Flottille in St. Nazaire eingesetzt wurde. Die beiden Bereiche waren damit nicht lediglich nacheinander bestehende Standorte, sondern zeitweise gleichzeitig Bestandteil der 6. U-Flottille.
Mit der alliierten Landung in der Normandie am 06.06.1944 verschlechterte sich die Lage der deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste zunehmend. Die noch einsatzfähigen Boote des Frontteils verließen St. Nazaire im Sommer 1944 und verlegten nach Norwegen. Damit endete die Frontfunktion der 6. U-Flottille in Frankreich.
Am 27.08.1944 wurde die 6. U-Flottille aufgelöst. Damit endete die gemeinsame Organisation von Ausbildungs- und Frontbereich. Die noch vorhandenen Ausbildungsaufgaben im Ostseeraum gingen auf andere Dienststellen und Ausbildungsverbände über.
Standorte
Die 6. U-Flottille war zunächst in Danzig stationiert. Ab Februar 1942 bestanden gleichzeitig der Ausbildungsbereich in Danzig und der Frontbereich in St. Nazaire. Der Ausbildungsbetrieb in Danzig wurde weiterhin durchgeführt, während die Frontboote von St. Nazaire aus im Atlantik eingesetzt wurden. Der Frontteil in St. Nazaire bestand bis zum Sommer 1944. Am 27.08.1944 wurde die 6. U-Flottille aufgelöst.
Flottillenchefs
01.08.1941 – 10.09.1941 Kapitänleutnant Fritz Frauenheim (Kommando nicht angetreten)
22.09.1941 – 03.10.1943 Korvettenkapitän Georg-Wilhelm Schulz
01.11.1943 – 27.08.1944 Korvettenkapitän Karl-Heinz Moehle
Die Feldpostnummer der 6. U-Flottille lautete M - 42 831.
Boote
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com