7. U-Flottille

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7. U-Flottille


Die 7. U-Flottille wurde am 01.01.1940 als Frontflottille in Kiel aufgestellt. Sie ging aus der bereits am 25.06.1938 aufgestellten U-Flottille Wegener hervor und führte deren Tradition fort. Die Flottille wurde damit zu einem der bedeutendsten Frontverbände der deutschen U-Boot-Waffe. Ihr Schwerpunkt lag im Einsatz der U-Boote im Atlantik.

Zu Beginn des Jahres 1940 war die 7. U-Flottille zunächst in Kiel stationiert. Mit dem Aufbau der deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste wurde jedoch bereits im September 1940 ein zweiter Standort in St. Nazaire eingerichtet. Damit bestanden zunächst gleichzeitig die Stützpunkte Kiel und St. Nazaire. Während Kiel weiterhin als Ausgangs- und Ausbildungsstandort diente, entwickelte sich St. Nazaire zum eigentlichen Operationsstützpunkt für den Atlantikeinsatz.

Das erste U-Boot der Flottille erreichte St. Nazaire am 21.09.1940. Mit der Verlegung an die französische Atlantikküste konnten die U-Boote wesentlich günstiger in die Operationsgebiete des Nordatlantiks eingesetzt werden. Im Juni 1941 war die Verlegung der 7. U-Flottille nach St. Nazaire abgeschlossen. Kiel wurde damit als Standort der Frontflottille aufgegeben.

Die Flottille war mit verschiedenen Hochsee-U-Booten ausgerüstet. Zu den eingesetzten Typen gehörten insbesondere die Typen VII B, VII C und später VII C/41. Daneben gehörte mit U A auch ein ehemaliges ausländisches U-Boot zum Verband. Die Zusammensetzung des Bootsbestandes änderte sich während des Krieges ständig durch Neuindienststellungen, Verlegungen und Verluste.

Die 7. U-Flottille nahm seit Beginn des Zweiten Weltkrieges an zahlreichen Unternehmungen im Atlantik teil. Ihre Boote operierten insbesondere im Nordatlantik und in den westlichen Zugängen zu den britischen Inseln. Der Verband gehörte zu den Frontflottillen, deren Boote in den ersten Kriegsjahren maßgeblich am Handelskrieg und an den Geleitzugkämpfen im Atlantik beteiligt waren.

Eine besondere Bedeutung erhielt die Flottille durch die zahlreichen erfolgreichen Kommandanten und Boote, die ihr im Verlauf des Krieges angehörten. Zu den bekanntesten Booten gehörte U 47 unter Kapitänleutnant Günther Prien. Nach dem erfolgreichen Angriff auf den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow wurde das von U 47 geführte Stiermotiv zum bekannten Zeichen der Flottille. Das Flottillenabzeichen wurde anschließend von zahlreichen Booten des Verbandes geführt.

Mit dem Ausbau des U-Boot-Stützpunktes St. Nazaire entstanden umfangreiche geschützte Bunkeranlagen. Der große U-Boot-Bunker bot den Booten der 7. U-Flottille geschützte Liegeplätze und ermöglichte die Versorgung, Ausrüstung, Reparatur und Überholung der U-Boote. Die ersten verbunkerten Liegeplätze wurden im Juni 1941 fertiggestellt; bis Ende 1942 wurde die Bunkeranlage weiter ausgebaut und verfügte schließlich über zahlreiche geschützte Liegeplätze.

Die 7. U-Flottille gehörte damit zu den wichtigsten Einsatzverbänden des deutschen U-Boot-Krieges an der französischen Atlantikküste. Nach ihren Feindfahrten kehrten die Boote nach St. Nazaire zurück, wo sie für weitere Unternehmungen vorbereitet und bei Bedarf repariert und überholt wurden. Der Stützpunkt ermöglichte dadurch einen weitgehend geschützten technischen und logistischen Betrieb auch unter zunehmenden alliierten Luftangriffen.

Im Verlauf des Jahres 1943 verschärften sich die Bedingungen für die deutschen U-Boote erheblich. Die zunehmende Wirksamkeit der alliierten Luft- und Seeraumüberwachung sowie die Verbesserung der U-Boot-Abwehr führten zu steigenden Verlusten. Auch die 7. U-Flottille war von dieser Entwicklung betroffen. Gleichzeitig änderte sich der Bootsbestand durch die Zuweisung neuer Boote und die Einführung weiterentwickelter U-Boot-Typen.

Nach der alliierten Landung in der Normandie am 06.06.1944 verschlechterte sich die Lage der deutschen U-Boot-Stützpunkte in Frankreich zunehmend. Die 7. U-Flottille blieb zunächst in St. Nazaire, während die alliierten Truppen immer weiter nach Westen und Süden vorstießen. Die Festung St. Nazaire wurde schließlich vom übrigen deutschen Besatzungsgebiet abgeschnitten.

Im August und September 1944 verließen die noch einsatzfähigen U-Boote der 7. U-Flottille St. Nazaire und verlegten nach Norwegen. Als letztes Frontboot der Flottille verließ U 267 am 23.09.1944 den Atlantikstützpunkt. Nicht mehr einsatzfähige Boote blieben zunächst in St. Nazaire zurück. Dazu gehörte U 255, das wegen technischer Probleme nicht gemeinsam mit den übrigen Booten auslaufen konnte.

Trotz des Abzuges der Frontboote blieb St. Nazaire bis zum Ende des Krieges unter deutscher Kontrolle. Das zurückgebliebene Personal und einzelne Boote wurden weiterhin für Aufgaben im eingeschlossenen Stützpunkt verwendet. U 255 konnte nach weiteren Reparatur- und Umrüstarbeiten im Mai 1945 noch aus St. Nazaire auslaufen. Auch U 510 befand sich bei Kriegsende noch im Bunker.

Die 7. U-Flottille bestand organisatorisch bis zum Ende des Krieges. Mit der deutschen Kapitulation im Mai 1945 endete ihre Geschichte. Die verbliebenen Boote und das Personal wurden den alliierten Streitkräften übergeben beziehungsweise gerieten anschließend in Kriegsgefangenschaft.

Standorte


Die 7. U-Flottille war zunächst in Kiel stationiert. Ab 09.1940 bestanden gleichzeitig die Standorte Kiel und St. Nazaire. Im Juni 1941 war die Verlegung der Frontflottille nach St. Nazaire abgeschlossen. Dort blieb die Flottille bis zum Ende des Krieges.

Flottillenchefs


01.01.1940 – 07.01.1940 Korvettenkapitän Ernst Sobe

08.01.1940 – 20.05.1940 Korvettenkapitän Hans-Rudolf Rösing

21.05.1940 – 03.09.1940 Kapitänleutnant Herbert Sohler (i. V.)

04.09.1940 – 20.02.1944 Korvettenkapitän Herbert Sohler

21.02.1944 – 09.03.1944 unbekannt

10.03.1944 – 11.05.1945 Korvettenkapitän Adolf-Cornelius Piening


Die Feldpostnummer der 7. U-Flottille lautete M - 14 971.

Boote

U 69 U 70 U 71 U 73 U 74 U 75 U 76 U 77 U 88 U 93
U 94 U 95 U 96 U 97 U 98 U 99 U 100 U 101 U 102 U 133
U 135 U 207 U 221 U 224 U 227 U 255 U 265 U 266 U 267 U 274
U 278 U 281 U 285 U 300 U 303 U 310 U 338 U 342 U 358 U 359
U 364 U 381 U 382 U 387 U 390 U 397 U 403 U 406 U 410 U 427
U 434 U 436 U 442 U 448 U 449 U 453 U 454 U 455 U 551 U 552
U 553 U 567 U 575 U 576 U 577 U 578 U 581 U 593 U 594 U 602
U 607 U 617 U 618 U 624 U 641 U 647 U 650 U 662 U 667 U 678
U 702 U 704 U 707 U 708 U 710 U 714 U 751 U 765 U 962 U 969
U 974 U 976 U 980 U 985 U 988 U 994 U 1004 U 1191 U 1192 U A

Quellen & Literatur


Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.

Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.

Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com