9. U-Flottille

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9. U-Flottille


Die 9. U-Flottille wurde am 20.10.1941 in Brest als Frontflottille aufgestellt. Sie war damit einer der jüngeren deutschen Frontverbände an der französischen Atlantikküste. Die Flottille wurde dem Führer der Unterseeboote West unterstellt und erhielt Brest als dauerhaften Stützpunkt.

Die Aufstellung erfolgte während des weiteren Ausbaus der deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste. Brest war zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem wichtigen U-Boot-Stützpunkt ausgebaut worden. Der große U-Boot-Bunker mit seinen geschützten Boxen ermöglichte die Versorgung, Ausrüstung, Reparatur und Überholung der U-Boote auch unter den Bedingungen der zunehmenden alliierten Luftangriffe.

Obwohl die Flottille bereits im Oktober 1941 aufgestellt wurde, trafen ihre ersten Boote erst im Frühjahr 1942 in Brest ein. U 213 erreichte den Stützpunkt am 20.03.1942 und wurde im April 1942 der Flottille zugeteilt. In der Folgezeit wurde der Bootsbestand der 9. U-Flottille stetig erweitert.

Die Flottille wurde vor allem mit U-Booten der Typen VII C, VII C/41 und VII D ausgerüstet. Die Boote wurden für den Atlantikeinsatz verwendet und unternahmen Feindfahrten gegen den alliierten Schiffsverkehr. Der Schwerpunkt der Einsätze lag im Nordatlantik und in den westlichen Zugängen zu den britischen Inseln.

Während ihrer Zeit in Brest entwickelte sich die 9. U-Flottille zu einem bedeutenden Frontverband. Die Boote kehrten nach ihren Unternehmungen nach Brest zurück, wo sie im geschützten U-Boot-Bunker versorgt, ausgerüstet und bei Bedarf repariert oder überholt wurden. Die geschützte Lage des Bunkers war besonders wichtig, da Brest wiederholt Ziel schwerer alliierter Luftangriffe wurde.

Die Zusammensetzung der Flottille änderte sich während des Krieges ständig. Neu in Dienst gestellte und ausgebildete Boote wurden dem Verband zugeführt, während Boote nach Verlusten, Verlegungen oder anderen organisatorischen Veränderungen ausschieden. Dadurch gehörten der Flottille während ihres Bestehens zahlreiche U-Boote verschiedener Baureihen an.

Mit der zunehmenden Verstärkung der alliierten U-Boot-Abwehr verschärften sich die Bedingungen für die Boote der Flottille. Verbesserte Ortungs- und Geleitverfahren sowie die verstärkte alliierte Luftüberwachung führten zu zunehmenden Verlusten. Trotz dieser Entwicklung blieb Brest bis 1944 der feste Stützpunkt des Verbandes.

Nach der alliierten Landung in der Normandie am 06.06.1944 geriet Brest zunehmend in die Gefahr einer Einschließung. Im August 1944 begann der Abzug der noch einsatzfähigen U-Boote. Die meisten Boote verließen Brest und verlegten nach Norwegen.

Als letztes Boot der Flottille verließ U 256 am 04.09.1944 unter dem Kommando des Flottillenchefs Korvettenkapitän Heinrich Lehmann-Willenbrock Brest. Das Boot erreichte am 17.10.1944 Bergen in Norwegen. Mit dem Auslaufen von U 256 endete auch der operative Einsatz der 9. U-Flottille.

Die 9. U-Flottille wurde im September 1944 aufgelöst. Damit endete ihre Geschichte nach knapp drei Jahren. Der deutsche U-Boot-Betrieb in Brest war zu diesem Zeitpunkt endgültig eingestellt. Brest selbst wurde am 18.09.1944 von den deutschen Truppen aufgegeben beziehungsweise die verbliebenen deutschen Kräfte kapitulierten am 19.09.1944.

Standorte


Die 9. U-Flottille war während ihres gesamten Bestehens in Brest stationiert. Der Zeitraum ihrer Existenz erstreckte sich vom 20.10.1941 bis 09.1944.

Flottillenchefs


20.10.1941 – 02.1942 Kapitänleutnant Jürgen Oesten

05.1942 – 09.1944 Korvettenkapitän Heinrich Lehmann-Willenbrock


Die Feldpostnummer der 9. U-Flottille lautete M - 42 961.

Boote

U 89 U 90 U 91 U 92 U 210 U 211 U 213 U 214 U 215 U 216
U 217 U 218 U 230 U 232 U 240 U 244 U 248 U 254 U 256 U 273
U 279 U 282 U 283 U 284 U 293 U 296 U 302 U 309 U 317 U 347
U 348 U 365 U 377 U 383 U 388 U 389 U 403 U 407 U 408 U 409
U 412 U 421 U 425 U 438 U 443 U 447 U 450 U 473 U 480 U 482
U 591 U 595 U 604 U 605 U 606 U 621 U 631 U 633 U 634 U 638
U 659 U 660 U 663 U 664 U 709 U 715 U 739 U 744 U 755 U 759
U 761 U 762 U 764 U 771 U 772 U 951 U 954 U 955 U 966 U 979
U 984 U 989 U 997 U 1165

Quellen & Literatur


Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.

Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.

Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com