Aphrodite
Aphrodite
Aphrodite war ein Funkmeß-Täuschungsgerät der deutschen U-Boot-Waffe, das ab 1943 eingesetzt wurde. Es sollte alliierten Radargeräten ein falsches Ziel vortäuschen und dadurch die Ortung beziehungsweise Verfolgung eines U-Bootes erschweren. Die offizielle Bezeichnung lautete FuMT 1 Aphrodite.
Aufbau
Aphrodite bestand aus einem kleinen, mit Wasserstoff gefüllten Fesselballon, der über ein etwa 50 m langes Drahtseil mit einem auf der Wasseroberfläche treibenden Schwimmer verbunden war. Am Seil waren mehrere Aluminiumstreifen befestigt. Diese reflektierten die ausgesandten Radarimpulse und erzeugten auf dem Radarschirm ein Echo, das dem eines aufgetauchten U-Bootes ähneln konnte. Der Ballon selbst hatte einen Durchmesser von ungefähr 70 bis 90 cm.
Einsatz
Der Täuschkörper wurde an Deck vorbereitet und anschließend auf dem Wasser ausgesetzt. Danach entfernte sich das U-Boot von der Stelle. Das zurückbleibende Aphrodite-Gerät sollte gegnerische Flugzeuge oder Überwasserschiffe dazu veranlassen, das künstliche Radarecho für ein U-Boot zu halten und die falsche Position anzulaufen. Je nach Wetterlage konnte der Täuschkörper mehrere Stunden wirksam bleiben.
Wirkung
Aphrodite war besonders dann nützlich, wenn ein U-Boot bereits von gegnerischen Radargeräten gesucht oder verfolgt wurde. Der Täuschkörper konnte die gegnerische Ortung erschweren und dem U-Boot Zeit geben, sich vom Scheinziel zu entfernen. Die Wirkung nahm jedoch ab, nachdem die Alliierten Aufbau und Funktionsweise des Gerätes erkannt hatten und ihre Radarbeobachter gelernt hatten, solche Scheinziele besser von tatsächlichen U-Booten zu unterscheiden.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Aphrodite gehörte zu mehreren deutschen Täuschmitteln, mit denen die zunehmende alliierte Radarüberwachung bekämpft werden sollte. Im Gegensatz zu Geräten wie Metox oder Naxos, die gegnerische Radarstrahlung empfangen sollten, erzeugte Aphrodite selbst ein falsches Radarziel. Eine weitere Entwicklung dieses Prinzips war der Funkmeßtäuschkörper Thetis.
Quellen im Bundesarchiv
BArch RM 7:
Oberkommando der Kriegsmarine / Seekriegsleitung der Kriegsmarine.
BArch RM 20: Marinewaffenamt.
BArch RM 87: Befehlshaber der Unterseeboote der Kriegsmarine.
Literatur
Trenkle, Fritz:
Die deutschen Funkmeßverfahren bis 1945. Hüthig Verlag.
Topp, Erich: Fackeln über dem Atlantik. Ullstein Verlag.
Rössler, Eberhard: Die deutschen U-Boote und ihre Gegner. Bernard & Graefe Verlag.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverzeichnis: → Literaturverzeichnis und Buchkauf
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com