Busch/Röll

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Rainer Busch und Hans-Joachim Röll


Rainer Busch und Hans-Joachim Röll gehören zu den bedeutenden deutschen Autoren und Bearbeitern zur Geschichte der deutschen U-Boot-Waffe des Zweiten Weltkriegs. Bekannt wurden sie insbesondere durch das fünfbändige Standardwerk Der U-Boot-Krieg 1939–1945, das im Verlag E. S. Mittler & Sohn in Hamburg, Berlin und Bonn erschien.

Das gemeinsame Werk behandelt die deutsche U-Boot-Waffe aus unterschiedlichen Bereichen und erfasst insbesondere die Kommandanten, den U-Boot-Bau, die deutschen U-Boot-Erfolge, die U-Boot-Verluste sowie die Ritterkreuzträger der U-Boot-Waffe. Durch die systematische Zusammenstellung personeller, technischer und operativer Angaben gehört das Werk zu den wichtigen Nachschlagewerken zur Geschichte der deutschen U-Boote im Zweiten Weltkrieg.

Rainer Busch


Rainer Busch beschäftigte sich insbesondere mit der personellen und dokumentarischen Geschichte der deutschen U-Boot-Waffe. Von besonderer Bedeutung sind seine Arbeiten zu den deutschen U-Boot-Kommandanten, ihren Laufbahnen, Kommandos und Einsätzen sowie zur Erfassung der deutschen U-Boot-Erfolge und -Verluste.

Seine Arbeiten bilden zusammen mit den Veröffentlichungen von Hans-Joachim Röll eine umfangreiche Grundlage für die Rekonstruktion der personellen und operativen Geschichte der deutschen U-Boot-Waffe.

Hans-Joachim Röll


Hans-Joachim Röll (* 6. September 1957 in Würzburg) ist ein deutscher Militärhistoriker und Sachbuchautor. Er veröffentlichte neben seiner Zusammenarbeit mit Rainer Busch zahlreiche eigenständige Bücher über militärhistorische Themen.

Sein Schwerpunkt liegt insbesondere auf der Geschichte einzelner deutscher U-Boote und ihrer Kommandanten. Dabei behandelt er sowohl die Einsatzgeschichte einzelner Boote als auch die Biografien ihrer Kommandanten und die mit ihren Unternehmungen verbundenen Ereignisse.

Zu seinen Veröffentlichungen gehören neben Arbeiten zur U-Boot-Waffe auch Bücher über Angehörige der Luftwaffe und des Heeres. Sein Schwerpunkt innerhalb der Marinegeschichte liegt jedoch eindeutig auf der deutschen U-Boot-Waffe.

Gemeinsames Hauptwerk


Das bedeutendste gemeinsame Werk von Busch und Röll ist die fünfbändige Reihe Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Die einzelnen Bände behandeln unterschiedliche Bereiche der deutschen U-Boot-Waffe:

  • Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 1996.
  • Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften von 1935 bis 1945. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 1997.
  • Band 3: Die deutschen U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 1996.
  • Band 4: Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler, Hamburg/Berlin/Bonn 1999.
  • Band 5: Die Ritterkreuzträger der U-Boot-Waffe von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 2003.

Band 1 enthält umfangreiche Angaben zu den deutschen U-Boot-Kommandanten und ihren Laufbahnen. Band 2 behandelt den Bau der deutschen U-Boote auf den verschiedenen Werften. Band 3 dokumentiert die deutschen U-Boot-Erfolge während des Zweiten Weltkriegs. Band 4 beschäftigt sich mit den deutschen U-Boot-Verlusten und deren Umständen. Band 5 behandelt die mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichneten Angehörigen der U-Boot-Waffe.

Weitere Veröffentlichungen von Hans-Joachim Röll


Hans-Joachim Röll veröffentlichte zahlreiche weitere Bücher, darunter mehrere ausführliche Darstellungen einzelner deutscher U-Boote und ihrer Kommandanten.

Zu den nachweisbaren Veröffentlichungen zur U-Boot-Geschichte gehören:

  • U 79 – Das Kriegstagebuch. Die Geschichte eines deutschen Unterseebootes im Zweiten Weltkrieg.
  • U 156 – Werner Hartenstein und die Versenkung der Laconia. Die Geschichte der Feindfahrt und der Rettung der Schiffbrüchigen.
  • U 380 – Das Kleeblattboot. Die Geschichte des deutschen U-Bootes und seiner Besatzung.
  • U 997 – Geleitzugschlachten im Eismeer. Mit Ritterkreuzträger Hans Lehmann auf Feindfahrt vor Murmansk.
  • U 1223 – Das Rosenboot. Die Geschichte eines deutschen Unterseebootes und seiner Besatzung von 1943 bis 1945.
  • Korvettenkapitän Werner Hartenstein – Mit U 156 auf Feindfahrt und der Fall Laconia.
  • Kapitän zur See Werner Hartmann – Vom Lehrmeister Priens zum Ritterkreuz mit Eichenlaub.
  • Kapitänleutnant Joachim Schepke – Der kühnste Geleitzugkämpfer der U-Boot-Waffe.
  • Korvettenkapitän Otto Schuhart – U 29 meldet: Britischer Flugzeugträger „Courageous“ versenkt.
  • Kapitänleutnant Max-Martin Teichert – Mit U 456 im Nordmeer und Atlantik – Kreuzer „Edinburgh“ torpediert.

Die genannten Titel sind als Veröffentlichungen von Hans-Joachim Röll beim Flechsig-Verlag beziehungsweise in bibliografischen Nachweisen dokumentiert.

Neben den U-Boot-Themen veröffentlichte Röll auch militärhistorische Biografien zu Angehörigen der Luftwaffe und des Heeres. Dazu gehören unter anderem Arbeiten über Major Joachim Müncheberg, Oberleutnant Albert Blaich und Generalleutnant der Reserve Hyacinth Graf Strachwitz von Groß-Zauche und Camminetz. Diese Veröffentlichungen stehen jedoch außerhalb des thematischen Schwerpunktes des U-Boot-Archiv-Wiki.

Arbeitsweise und Quellenbasis


Busch und Röll legten bei ihrem gemeinsamen Werk besonderen Wert auf die systematische Erfassung umfangreicher personeller, technischer und operativer Angaben. Die einzelnen Bände enthalten zahlreiche Tabellen, Verzeichnisse, Register und chronologisch beziehungsweise sachlich geordnete Informationen.

Besonders für die Untersuchung einzelner U-Boote ermöglicht die Verbindung der verschiedenen Bände einen Abgleich unterschiedlicher Informationen. Angaben zu einem Kommandanten können beispielsweise mit seinen Kommandos, den jeweiligen U-Booten, deren Baugeschichte, den durchgeführten Unternehmungen und den erzielten Erfolgen oder dem späteren Verlust des Bootes verglichen werden.

Band 3 dokumentiert die deutschen U-Boot-Erfolge und enthält detaillierte Angaben zu Angriffen, Torpedoeinsätzen und Versenkungen. Band 4 behandelt die deutschen U-Boot-Verluste und führt die Verlustumstände sowie weitere Angaben zu den verlorenen Booten auf.

Bedeutung für die Geschichte der U-Boot-Waffe


Das Werk von Busch und Röll besitzt einen hohen dokumentarischen Wert für die Erforschung der deutschen U-Boot-Waffe. Es ermöglicht die Verbindung von personengeschichtlichen, technischen und operativen Informationen und erleichtert dadurch die Rekonstruktion einzelner Lebensläufe, U-Boot-Kommandos und Unternehmungen.

Für die Forschung zu den deutschen U-Boot-Kommandanten ist insbesondere Band 1 von großer Bedeutung. Die Bände 3 und 4 sind dagegen für die Untersuchung von U-Boot-Erfolgen und U-Boot-Verlusten besonders wichtig. Band 2 stellt eine wichtige Grundlage für die Geschichte des deutschen U-Boot-Baus dar.

Die eigenständigen Veröffentlichungen von Hans-Joachim Röll ergänzen dieses Gesamtwerk durch ausführliche Untersuchungen einzelner U-Boote und Kommandanten. Dadurch lassen sich die im gemeinsamen Hauptwerk enthaltenen Angaben bei bestimmten Booten und Personen weiter vertiefen.

Einordnung


Busch und Röll sind insbesondere als Bearbeiter eines umfangreichen dokumentarischen Nachschlagewerks zur deutschen U-Boot-Waffe von Bedeutung. Eine strikte Aufteilung, nach der Rainer Busch ausschließlich für die personelle Geschichte und Hans-Joachim Röll ausschließlich für die Operationsgeschichte zuständig gewesen sei, lässt sich nicht sinnvoll aufrechterhalten. Beide sind gemeinsame Autoren des fünfbändigen Hauptwerkes.

Für die Untersuchung einzelner Kommandanten, U-Boote, Unternehmungen, Erfolge und Verluste stellt Der U-Boot-Krieg 1939–1945 eine wichtige Sekundärquelle dar. Die eigenständigen Bücher Rölls bieten darüber hinaus vertiefende Darstellungen einzelner Boote und Personen.

Bei einzelnen Angaben sollte das Werk, soweit möglich, mit zeitgenössischen Primärquellen wie Kriegstagebüchern, Meldungen und anderen erhaltenen Unterlagen sowie mit weiterer einschlägiger Spezialliteratur verglichen werden.

Für die Arbeit des U-Boot-Archiv-Wiki ist das Werk von Busch und Röll insbesondere bei der Rekonstruktion von Kommandantenlaufbahnen, U-Boot-Kommandos, U-Boot-Bauten, Unternehmungen, Versenkungen, Beschädigungen und Verlusten von besonderer Bedeutung.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com