Dienstauszeichnung
Dienstauszeichnung der Wehrmacht
Die Dienstauszeichnung der Wehrmacht war eine Dienst- und Treueauszeichnung für Angehörige der Wehrmacht. Sie wurde am 16. März 1936 durch Adolf Hitler gestiftet und an Angehörige des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe für anrechnungsfähige Dienstzeiten verliehen. Die Stiftung erfolgte am ersten Jahrestag der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht.
Die Dienstauszeichnung wurde durch die Verordnung über die Stiftung von Dienstauszeichnungen vom 16. März 1936 eingeführt. Die dazugehörigen Durchführungsbestimmungen regelten unter anderem die Anrechnung der Dienstzeit, die Voraussetzungen für die Verleihung sowie die Form und Trageweise der Auszeichnung.
Die Auszeichnung wurde zunächst in vier Klassen für 4, 12, 18 und 25 anrechnungsfähige Dienstjahre gestiftet. Im März 1939 wurde zusätzlich eine Sonderklasse für 40 Dienstjahre geschaffen.
Voraussetzungen für die Verleihung
Für die Verleihung war die anrechnungsfähige Dienstzeit maßgebend. Dabei wurden nach den geltenden Bestimmungen auch bestimmte frühere Dienstzeiten berücksichtigt.
Die Verleihung setzte ein entsprechendes Dienstverhältnis und eine anrechnungsfähige Dienstzeit voraus. Ein unehrenhaftes Ausscheiden aus der Wehrmacht schloss den Anspruch auf die Dienstauszeichnung und deren Tragen aus.
Klassen und Stufen
Die Dienstauszeichnung wurde in vier Klassen und ab 1939 zusätzlich in einer Sonderklasse verliehen:
- IV. Klasse – für 4 anrechnungsfähige Dienstjahre
- III. Klasse – für 12 anrechnungsfähige Dienstjahre
- II. Klasse – für 18 anrechnungsfähige Dienstjahre
- I. Klasse – für 25 anrechnungsfähige Dienstjahre
- Sonderklasse – für 40 anrechnungsfähige Dienstjahre
Die IV. und III. Klasse wurden als Medaillen, die II. und I. Klasse als Kreuze verliehen. Die Sonderklasse entsprach der I. Klasse mit zusätzlicher Eichenlaubauflage.
Aussehen und Beschaffenheit
Die Medaillen der IV. und III. Klasse zeigen auf der Vorderseite den Wehrmachtsadler und die Umschrift „Treue Dienste in der Wehrmacht“. Auf der Rückseite befindet sich die jeweilige Zahl der anrechnungsfähigen Dienstjahre, also „4“ beziehungsweise „12“.
Die II. und I. Klasse sind achteckige Kreuze mit einem runden Mittelschild. Auf der Vorderseite befindet sich der Wehrmachtsadler. Auf der Rückseite stehen entsprechend der Klasse die Zahlen „18“ beziehungsweise „25“.
Bei der Sonderklasse wurde zur I. Klasse eine vergoldete Eichenlaubauflage hinzugefügt. Eine eigene Zahl „40“ wurde auf der Auszeichnung nicht angebracht.
Ordensband und Trageweise
Das Ordensband der Dienstauszeichnung war kornblumenblau.
Auf dem Band wurde ein Miniatur-Hoheitszeichen des jeweiligen Wehrmachtteils getragen. Bei Angehörigen des Heeres und der Kriegsmarine war dies der Wehrmachtsadler, bei Angehörigen der Luftwaffe der Luftwaffenadler. Die Metallfarbe des Hoheitszeichens richtete sich nach der jeweiligen Klasse. Bei der Sonderklasse kam zusätzlich die Eichenlaubauflage hinzu.
Verleihung
Die Dienstauszeichnung wurde innerhalb der jeweiligen Wehrmachtteile im Rahmen der dafür festgelegten Zuständigkeiten verliehen. Mit der Aushändigung erhielt der Beliehene ein Besitzzeugnis.
Die Verleihung der Dienstauszeichnung wurde im Verlauf des Jahres 1940 bis zum Ende des Krieges zurückgestellt.
Bedeutung für die Kriegsmarine
Die Dienstauszeichnung wurde auch an Angehörige der Kriegsmarine verliehen. Für Marineangehörige konnten dabei die anrechnungsfähigen Dienstzeiten aus unterschiedlichen Abschnitten des militärischen Dienstes berücksichtigt werden.
Bei der Untersuchung von Laufbahnen von Marineoffizieren und insbesondere späteren U-Boot-Kommandanten kann die Dienstauszeichnung deshalb einen Hinweis auf die anrechnungsfähige Dienstzeit geben.
Art der Auszeichnung
- Dienst- und Treueauszeichnung der Wehrmacht
- Stiftung am 16. März 1936
- Verleihung an Angehörige von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe
- Vier Klassen für 4, 12, 18 und 25 Dienstjahre
- Sonderklasse für 40 Dienstjahre ab 1939
- Kornblumenblaues Ordensband
- Sonderklasse mit zusätzlicher Eichenlaubauflage
Quellen im Bundesarchiv
Für die Untersuchung der Dienstauszeichnung bei Angehörigen der Kriegsmarine sind insbesondere die Personalunterlagen und Verleihungsnachweise der betreffenden Marineangehörigen heranzuziehen.
Literatur
Doehle, Heinrich: Die Auszeichnungen des Grossdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen - Melchior Historischer Verlag 2008.
Klietmann, Kurt-Gerhard: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945 - Motorbuch Verlag 1981
Schlicht, Adolf/Angolia, John R.: Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945- Band 2 Die Kriegsmarine - Motorbuchverlag 1995.
Quellenverweise → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com