U-Bootskriegsabzeichen

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U-Bootskriegsabzeichen


Das U-Bootskriegsabzeichen war eine deutsche militärische Auszeichnung für Angehörige der U-Boot-Waffe. Eine erste Ausführung wurde 1918 während des Ersten Weltkrieges gestiftet. 1939 wurde das U-Bootskriegsabzeichen für den Zweiten Weltkrieg erneut gestiftet.

U-Bootskriegsabzeichen 1918


Das U-Bootskriegsabzeichen 1918 wurde am 1. Februar 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Das Abzeichen zeigt ein U-Boot vor einem ovalen Lorbeerkranz. Über dem Lorbeerkranz befindet sich die Reichskrone.

Im Ersten Weltkrieg konnte das Abzeichen an Angehörige verliehen werden, die mindestens drei Feindfahrten auf einem U-Boot durchgeführt hatten.

U-Bootskriegsabzeichen 1939


Das U-Bootskriegsabzeichen 1939 wurde am 13. Oktober 1939 durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Erich Raeder, gestiftet. Es konnte an Angehörige der U-Boot-Waffe verliehen werden, die sich im U-Boot-Krieg bewährt hatten. Als reguläre Voraussetzung waren mindestens zwei Feindfahrten vorgesehen. Bei Verwundungen und besonderen Leistungen konnten Ausnahmen von dieser Voraussetzung zugelassen werden.

Der Entwurf des Abzeichens stammte von Paul Casberg. Das Abzeichen orientierte sich in seiner Gestaltung an der Ausführung von 1918.

Das querovale Abzeichen zeigt ein U-Boot innerhalb eines Lorbeerkranzes. Über dem Lorbeerkranz befindet sich das Hoheitszeichen der Kriegsmarine. Die zunächst aus Tombak gefertigten Abzeichen wurden im weiteren Kriegsverlauf auch aus Feinzink hergestellt.

Neben der Metallausführung wurden auch gestickte Ausführungen des U-Bootskriegsabzeichens hergestellt.

Stiftungserlass und Verleihungsbestimmungen 1939


Mit dem Stiftungserlass vom 13. Oktober 1939 wurde das U-Bootskriegsabzeichen für die Angehörigen der U-Boot-Waffe erneut eingeführt.

Als reguläre Voraussetzung wurden mindestens zwei Feindfahrten und eine entsprechende Bewährung im Dienst festgelegt. Bei Verwundungen konnten Ausnahmen von der Mindestzahl der Feindfahrten zugelassen werden.

Die Verleihungsbestimmungen sahen neben der allgemeinen Würdigkeit und guten Führung insbesondere die Teilnahme an mindestens zwei Feindfahrten vor. Eine Verleihung konnte außerdem aufgrund besonderer Leistungen während einer Feindfahrt oder sonstiger hervorragender Einzeltaten erfolgen.

Trageweise


Das U-Bootskriegsabzeichen 1939 wurde als Steckabzeichen auf der linken Brustseite getragen. Es konnte zu den verschiedenen Uniformen der Kriegsmarine getragen werden.

Zu bürgerlicher Kleidung war eine verkleinerte Ausführung vorgesehen. Bei besonderen Anlässen konnte außerdem eine Miniaturausführung getragen werden.

U-Bootskriegsabzeichen 1939 mit Brillanten


Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges entstanden Sonderausführungen des U-Bootskriegsabzeichens mit Brillanten.

Diese Ausführungen standen im Zusammenhang mit besonders hohen Auszeichnungen innerhalb der U-Boot-Waffe. Das U-Bootskriegsabzeichen in Gold mit Brillanten wurde nicht als reguläre zusätzliche Stufe des am 13. Oktober 1939 gestifteten U-Bootskriegsabzeichens eingeführt.

Für Karl Dönitz entstand eine besondere Ausführung des U-Bootskriegsabzeichens in Gold mit Brillanten.

Die Ausführung für Dönitz unterschied sich von den übrigen bekannten Brillantabzeichen durch zusätzliche Brillanten am Lorbeerkranz.

Verleihungen


Genaue und vollständig gesicherte Verleihungszahlen des U-Bootskriegsabzeichens 1939 lassen sich nicht zuverlässig feststellen.

Die in der Literatur genannten Zahlen sind daher mit Vorsicht zu behandeln. Insbesondere die häufig genannte Zahl von 9.536 Verleihungen lässt sich nicht ohne Weiteres als abschließende Gesamtzahl aller Verleihungen betrachten.

Auch bei den Sonderausführungen mit Brillanten bestehen unterschiedliche Angaben über die Zahl der bekannten Stücke und deren Verleihungsstatus.

Bedeutung für die U-Boot-Waffe


Das U-Bootskriegsabzeichen gehörte zu den besonderen Auszeichnungen der deutschen U-Boot-Waffe. Es dokumentierte die Teilnahme am U-Boot-Krieg und die entsprechende Bewährung des Trägers.

Für die Untersuchung der Laufbahnen von U-Boot-Kommandanten ist das Abzeichen insbesondere als Bestandteil der jeweiligen Personal- und Verleihungsgeschichte von Bedeutung.

Art der Auszeichnung


  • U-Boot-Kampfabzeichen
  • Erste Stiftung am 1. Februar 1918
  • Erneuerung am 13. Oktober 1939
  • U-Bootskriegsabzeichen 1918
  • U-Bootskriegsabzeichen 1939
  • Sonderausführungen mit Brillanten

Quellen im Bundesarchiv


Für die Untersuchung der Verleihungen des U-Bootskriegsabzeichens sind insbesondere die Personalunterlagen der Angehörigen der U-Boot-Waffe sowie die überlieferten Verleihungsunterlagen heranzuziehen.

Literatur


Doehle, Heinrich: Die Auszeichnungen des Grossdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen - Melchior Historischer Verlag 2008.

Klietmann, Kurt-Gerhard: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945 - Motorbuch Verlag 1981.

Schlicht, Adolf/Angolia, John R.: Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945- Band 2 Die Kriegsmarine - Motorbuchverlag 1995.

Quellenverweise → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com