U-Flottille Saltzwedel
U-Flottille Saltzwedel
Die U-Flottille Saltzwedel wurde am 01.09.1936 unter dem Traditionsnamen „Saltzwedel“ aufgestellt. Benannt war sie nach dem U-Boot-Kommandanten Oberleutnant zur See Reinhold Saltzwedel, der während des Ersten Weltkrieges mehrere U-Boote kommandierte und als einer der erfolgreichsten deutschen U-Boot-Kommandanten galt.
Die Flottille wurde zunächst in Kiel aufgestellt und wenig später nach Wilhelmshaven verlegt. Sie wurde als Frontflottille geführt und dem Führer der Unterseeboote unterstellt. Zu den zunächst eingesetzten U-Boot-Typen gehörten insbesondere die Typen I A und VII A. Die Flottille diente damit sowohl der Erprobung und Einsatzvorbereitung der neuen Hochsee-U-Boote als auch der Ausbildung und Schulung ihrer Besatzungen. Das Historische MarineArchiv führt für die Saltzwedel-Flottille ausdrücklich die U-Boot-Typen I A und VII A auf.
Eine besondere Bedeutung hatte die Flottille für die Erprobung der größeren Hochsee-U-Boote der Typen I A und VII A. Die Erfahrungen mit diesen Booten bildeten einen Teil der praktischen Grundlage für die weitere Entwicklung der deutschen U-Boot-Waffe. Die Typen I A und VII A waren für den Einsatz auf größeren Entfernungen vorgesehen und gingen den später in großer Zahl eingesetzten Hochsee-U-Booten voraus.
Bereits während der Vorkriegszeit wurden die Boote der Flottille für Ausbildungs-, Erprobungs- und Einsatzfahrten verwendet. Damit wurden sowohl die technischen Eigenschaften der neuen U-Boote als auch die praktische Einsatzbereitschaft der Besatzungen erprobt. Die Flottille gehörte somit zu den frühen Frontverbänden der wieder aufgebauten deutschen U-Boot-Waffe.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges blieb die U-Flottille Saltzwedel zunächst in Wilhelmshaven stationiert. Die ihr zugeordneten U-Boote wurden entsprechend der Einsatzplanung der U-Boot-Waffe für Unternehmungen eingesetzt. Während des Krieges änderte sich die Zusammensetzung der Flottille mehrfach; neben den zunächst eingesetzten Typen I A und VII A wurden später unter anderem U-Boote der Typen VII C, IX A und IX C eingesetzt. Ab 1941 konzentrierte sich die Flottille zunehmend auf U-Boote der Typen IX A, IX B und IX C.
Im Juni 1940 wurde die U-Flottille Saltzwedel nach Lorient in Frankreich verlegt. Der neue Stützpunkt diente fortan als Ausgangs- und Rückkehrhafen der Flottille. Lorient entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem der bedeutendsten deutschen U-Boot-Stützpunkte im Atlantik. Die Saltzwedel-Flottille blieb dort bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1944 stationiert.
Während ihrer Zeit in Lorient wurde die Flottille zu einem wichtigen Frontverband der deutschen U-Boot-Waffe. Die ihr unterstellten Boote führten Unternehmungen im Atlantik und in weiter entfernten Seegebieten durch. Die Zusammensetzung des Verbandes wechselte dabei entsprechend den jeweiligen Bau-, Ausbildungs- und Einsatzzyklen der U-Boote. Insgesamt waren während ihres Bestehens zahlreiche U-Boote zeitweise der Saltzwedel-Flottille beziehungsweise später der 2. U-Flottille zugeordnet.
Im August 1944 wurde die Flottille im Zusammenhang mit dem deutschen Rückzug aus Frankreich aufgelöst. Die verbliebenen U-Boote verlegten aus Lorient nach Norwegen. Damit endete die Geschichte der U-Flottille Saltzwedel nach fast achtjährigem Bestehen.
Standorte
Die U-Flottille Saltzwedel wurde am 01.09.1936 aufgestellt und bestand bis zum 31.12.1939. Mit der Neuordnung der U-Flottillen zum 01.01.1940 wurde sie in die 2. U-Flottille überführt. Die 2. U-Flottille führte die Aufgaben und den Bootsbestand der bisherigen Saltzwedel-Flottille zunächst weiter. Die ersten Wochen befand sie sich in Kiel; anschließend war Wilhelmshaven ihr Stützpunkt. Im Juni 1940 erfolgte die Verlegung nach Lorient in Frankreich, wo die Flottille bis zu ihrer Auflösung 1944 verblieb.
Flottillenchefs
00.09.1936 – 11.07.1937 Fregattenkapitän Werner Scheer
05.10.1937 – 17.09.1939 Korvettenkapitän Hans Ibbeken
00.01.1940 – 00.05.1940 Korvettenkapitän Werner Hartmann
00.05.1940 – 00.07.1941 Korvettenkapitän Heinz Fischer
00.08.1941 – 00.01.1943 Korvettenkapitän Viktor Schütze
00.01.1943 – 00.08.1944 Fregattenkapitän Ernst Kals
Die Feldpostnummer der Flottille lautete M 25 522.
Boote
| U 25 | U 26 | U 27 | U 28 | U 29 | U 30 | U 31 | U 32 | U 33 | U 34 |
| U 36 |
Quellen & Literatur
Busch, Rainer/Röll, Hans Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997.
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Manfred Pawlak Verlag, Herrsching, 1990.
Lohmann, Walter/Hildebrand, Hans H.: "Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - 3 Bände Podzun Verlag 1956.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com