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U 97 wurde am 16.06.1943 im Mittelmeer, in den Seegebieten westlich von Haifa, durch gezielte Wasserbombenangriffe einer [[Lockheed Hudson]] der australischen [[RAAF Squadron 459]] unter dem Kommando von Flight Sergeant David-Thomas Barnard schwer beschädigt. Infolge der irreparablen Schäden und der drohenden Vernichtung wurde das Boot schließlich von der eigenen Besatzung aufgegeben. | |||
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Aktuelle Version vom 16. April 2026, 10:49 Uhr
Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 97
| Bezeichnung: | U 97 |
| Typ: | VII C |
| Bauauftrag: | 30.05.1938 |
| Bauwerft: | Friedrich Krupp Germaniawerft AG Kiel |
| Serie: | U 93 - U 98 |
| Baunummer: | 602 |
| Kiellegung: | 27.09.1939 |
| Stapellauf: | 15.08.1940 |
| Indienststellung: | 28.09.1940 |
| Kommandant: | Udo Heilmann |
| Feldpostnummer: | M - 19 988 |
Kommandanten
| 28.09.1940 - 00.05.1942 | Kapitänleutnant - Udo Heilmann |
| 00.05.1942 - 15.10.1942 | Oberleutnant zur See - Friedrich Bürgel |
| 16.10.1942 - 01.02.1943 | Unbesetzt |
| 02.02.1943 - 16.06.1943 | Kapitänleutnant - Hans-Georg Trox |
Flottillen
| 28.09.1940 - 31.01.1941 | 7. U-Flottille, Kiel (Ausbildungsboot) |
| 01.02.1941 - 31.10.1941 | 7. U-Flottille, Kiel / St. Nazaire (Frontboot) |
| 01.11.1941 - 30.04.1942 | 23. U-Flottille, Salamis (Frontboote) |
| 01.05.1942 - 16.06.1943 | 29. U-Flottille, La Spezia (Frontboot) |
Einsätze
1. Unternehmung
17.02.1941 - 17.02.1941: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Brunsbüttel
18.02.1941 - 18.02.1941: Ausgelaufen von Brunsbüttel - Eingelaufen in Helgoland
19.02.1941 - 07.03.1941: Ausgelaufen von Helgoland - Eingelaufen in Lorient
Am 17.02.1941 lief U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Der Marsch führte das Boot zunächst durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal, mit einer Geleitaufnahme in Brunsbüttel und einem anschließenden Geleitwechsel bei Helgoland. Die Operationen erstreckten sich über den Nordatlantik sowie die Seegebiete westlich von Irland, wobei das Boot zusätzlich als Wetterboot eingesetzt wurde. Nach insgesamt 19 Tagen auf See, in denen zirka 3.300 sm über und 188 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 07.03.1941 in Lorient ein. Im Verlauf dieser Fahrt gelang U 97 die Versenkung von 3 Schiffen mit 16.761 BRT sowie die Beschädigung eines weiteren Schiffes mit 7.918 BRT. → Erfolge U 97.
Original Kriegstagebuch U 97 - 1. Unternehmung
2. Unternehmung
20.03.1941 - 10.04.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in St. Nazaire
Am 20.03.1941 verließ U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann den Stützpunkt Lorient zu seiner 2. Unternehmung. Die Operationen führten das Boot in den Nordatlantik sowie in die Seegebiete südwestlich und westlich von Irland. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 22 Tagen, in denen zirka 4.700 sm über und 244 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 10.04.1941 in St. Nazaire ein. Im Verlauf dieser Fahrt gelang es U 97, 3 feindliche Schiffe mit einer Gesamttonnage von 20.510 BRT zu versenken. → Erfolge U 97.
Original Kriegstagebuch U 97 - 2. Unternehmung
3. Unternehmung
01.05.1941 - 30.05.1941: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire
Am 01.05.1941 legte U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann in St. Nazaire zur 3. Unternehmung ab. Die Operationen führten das Boot in den Nordatlantik, die westliche Biscaya sowie die Seegebiete südwestlich von Irland, wobei es der U-Boot-Gruppe West unterstellt war. Ein besonderer Befehl erreichte das Boot am 25.05.1941, als es zur Sicherung des beschädigten Schlachtschiffes Bismarck beordert wurde. Nach insgesamt 30 Tagen auf See, in denen zirka 5.600 sm über und 346 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 30.05.1941 wieder in St. Nazaire ein. Im Verlauf dieser Fahrt gelang U 97 die Versenkung von 3 feindlichen Schiffen mit einer Gesamttonnage von 17.852 BRT. → Erfolge U 97.
Original Kriegstagebuch U 97 - 3. Unternehmung
4. Unternehmung
02.07.1941 - 08.08.1941: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire
Am 02.07.1941 lief U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann von St. Nazaire zu seiner 4. Unternehmung aus. Die Operationen führten das Boot erneut in den Nordatlantik, wobei nach feindlichem Geleitzugverkehr gesucht wurde. Nach insgesamt 38 Tagen auf See, in denen zirka 6.000 sm über und zirka 270 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, kehrte das Boot am 08.08.1941 nach St. Nazaire zurück. Im Verlauf dieser Fahrt konnten keine Versenkungen oder Beschädigungen feindlicher Schiffe erzielt werden. Im Anschluss an diese Unternehmung wurde das Boot vom 06.09.1941 bis zum 20.09.1941 für Instandsetzungsarbeiten in die Werft beordert.
Original Kriegstagebuch U 97 - 4. Unternehmung
5. Unternehmung
20.09.1941 - 27.10.1941: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in Salamis
Am 20.09.1941 verließ U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann den Stützpunkt St. Nazaire zur 5. Unternehmung. Die Operationen begannen zunächst in den Gewässern vor Gibraltar, bevor dem Boot am 26.09.1941 der Durchbruch durch die stark gesicherte Straße von Gibraltar gelang. Fortan operierte das Boot, welches der U-Boot-Gruppe Goeben zugeteilt war, im östlichen Mittelmeer vor Sollum. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 39 Tagen, in denen 5.198 sm über und beachtliche 1.008 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 28.10.1941 im griechischen Salamis ein. Im Verlauf dieser Fahrt gelang U 97 die Versenkung von 2 feindlichen Schiffen mit einer Gesamttonnage von 1.966 BRT. → Erfolge U 97.
Original Kriegstagebuch U 97 - 5. Unternehmung
6. Unternehmung
04.12.1941 - 04.12.1941: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in Salamis
23.12.1941 - 09.01.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in Salamis
Am 04.12.1941 lief U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann von Salamis zu seiner 6. Unternehmung aus. Der Einsatz musste jedoch aufgrund einer Grundberührung bereits kurz nach dem Auslaufen abgebrochen werden. Nach einer Einsatzdauer von lediglich einem Tag kehrte das Boot noch am selben Datum zur Schadensaufnahme in den Stützpunkt Salamis zurück.
Nach erfolgter Instandsetzung das Auslaufen, das erneut von Salamis ausging. Die Operationen führten das Boot in das östliche Mittelmeer, wobei insbesondere die Seegebiete vor der Insel Lesbos sowie vor Kap Baba angelaufen wurden. Nach insgesamt 18 Tagen auf See, in denen zirka 1.402 sm über und 519 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 09.01.1942 wieder in Salamis ein. Im Verlauf dieser Fahrt gelangen keine Versenkungen oder Beschädigungen feindlicher Schiffe.
Original Kriegstagebuch U 97 - 6. Unternehmung
7. Unternehmung
12.01.1942 - 31.01.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in Salamis
Am 12.01.1942 legte U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann in Salamis zur 7. Unternehmung ab. Die Operationen führten das Boot in das östliche Mittelmeer, wo es insbesondere im Seegebiet vor Tobruk gegen den alliierten Nachschub kreuzte. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 20 Tagen, in denen 1.719 sm über und 503 sm unter Wasser bewältigt wurden, lief das Boot am 31.01.1942 wieder in Salamis ein. Im Verlauf dieser Fahrt konnten keine feindlichen Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 97 - 7. Unternehmung
Verlegungsfahrt
03.02.1942 - 08.02.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in 08.02.1942 - La Spezia
Am 03.02.1942 verließ U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann den Stützpunkt Salamis. Der Einsatz diente primär der Verlegung des Bootes nach La Spezia, um notwendige Werftarbeiten durchführen zu lassen. Nach einer Überführungsfahrt von insgesamt 7 Tagen lief das Boot am 09.02.1942 in La Spezia ein. Dort verblieb U 97 bis zum 07.03.1942 zur Instandsetzung im Dock.
8. Unternehmung
14.03.1942 - 16.03.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
17.03.1942 - 30.03.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Salamis
Am 14.02.1942 legte U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann in La Spezia zur 8. Unternehmung ab. Der Einsatz wurde zunächst durch technische Probleme unterbrochen, was Reparaturen an einem Dieselkopfventil im Hafen von Messina erforderlich machte. Nach Abschluss der Instandsetzung operierte das Boot im östlichen Mittelmeer sowie in den Gewässern der Ägäis. Nach insgesamt 17 Tagen, in denen zirka 1.800 sm über und 308 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 30.03.1942 in Salamis ein. Im Verlauf dieser Fahrt konnten keine feindlichen Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 97 - 8. Unternehmung
9. Unternehmung
05.04.1942 - 12.05.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in La Spezia
Am 05.04.1942 legte U 97 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Udo Heilmann in Salamis zur 9. Unternehmung ab. Die Operationen führten das Boot erneut in das östliche Mittelmeer, wobei der Schwerpunkt der Überwachung im Seegebiet vor Tobruk lag. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 38 Tagen, in denen zirka 3.300 sm über und 877 sm unter Wasser bewältigt wurden, lief das Boot am 12.05.1942 in La Spezia ein. Im Verlauf dieser Fahrt konnten keine feindlichen Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 97 - 9. Unternehmung
10. Unternehmung
15.06.1942 - 16.06.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in La Spezia
16.06.1942 - 18.06.1942: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
18.06.1942 - 04.07.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Salamis
Am 15.06.1942 übernahm Oberleutnant zur See Friedrich Bürgel das Kommando über U 97 und lief von La Spezia zur 10. Unternehmung aus. Der Einsatz musste jedoch bereits nach einem Tag unterbrochen werden, da sich ein Besatzungsmitglied den Arm gebrochen hatte, was die sofortige Rückkehr in den Stützpunkt erforderlich machte. Nach diesem Zwischenfall und weiteren Ergänzungen im Hafen von Messina operierte das Boot im östlichen Mittelmeer, vor Tobruk sowie vor der Küste Palästinas und im Seegebiet vor Haifa. Nach insgesamt 20 Tagen auf See, in denen 2.398 sm über und 452 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 04.07.1942 in Salamis ein. Im Verlauf dieser Fahrt gelang U 97 die Versenkung von 3 feindlichen Schiffen mit einer Gesamttonnage von 3.974 BRT. → Erfolge U 97.
Original Kriegstagebuch U 97 - 10. Unternehmung
11. Unternehmung
22.07.1942 - 04.08.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in Salamis
Am 22.07.1942 legte U 97 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Friedrich Bürgel in Salamis zur 11. Unternehmung ab. Die Operationen führten das Boot erneut in das östliche Mittelmeer, wobei es gezielt nach alliierten Schiffsbewegungen Ausschau hielt. Nach insgesamt 14 Tagen auf See, in denen zirka 2.100 sm über und 328 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 04.08.1942 wieder in Salamis ein. Im Verlauf dieser Fahrt konnten keine Versenkungen oder Beschädigungen feindlicher Schiffe verzeichnet werden.
Original Kriegstagebuch U 97 - 11. Unternehmung
Verlegungsfahrt
20.08.1942 - 20.08.1942: Ausgelaufen von Salamis - Eingelaufen in Patras
21.08.1942 - 22.08.1942: Ausgelaufen von Patras - Eingelaufen in Tarent
27.08.1942 - 28.08.1942: Ausgelaufen von Tarent - Eingelaufen in Messina
28.08.1942 - 29.08.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in La Spezia
Am 20.08.1942 lief U 97 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Friedrich Bürgel von Salamis zu einer Verlegungsfahrt aus. Die Route führte das Boot über Patras, Tarent und Messina nach La Spezia, um dort notwendige Werftarbeiten durchführen zu lassen. Nach einer Reisedauer von insgesamt 10 Tagen, in denen die Etappen entlang der griechischen und italienischen Küste bewältigt wurden, lief das Boot am 29.08.1942 in La Spezia ein.
12. Unternehmung
10.04.1943 - 12.04.1943: Ausgelaufen von La Spezia - Eingelaufen in Messina
12.04.1943 - 03.05.1942: Ausgelaufen von Messina - Eingelaufen in Pola
Am 10.04.1943 übernahm Oberleutnant zur See Hans-Georg Trox das Kommando über U 97 und lief von La Spezia zur 12. Unternehmung aus. Der Einsatz wurde zunächst durch einen technischen Defekt unterbrochen, was die Reparatur des Kurzwellensenders im Hafen von Messina erforderlich machte. Nach Abschluss der Instandsetzung operierte das Boot im östlichen Mittelmeer, um gegen feindliche Schiffsbewegungen vorzugehen. Nach insgesamt 24 Tagen, in denen zirka 2.900 sm über und 405 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief das Boot am 12.04.1943 in Pola ein. Im Verlauf dieser Fahrt konnten keine Versenkungen oder Beschädigungen feindlicher Schiffe erzielt werden.
Original Kriegstagebuch U 97 - 12. Unternehmung
13. Unternehmung
05.06.1943 - 16.06.1943: Ausgelaufen von Pola - Verlust des Bootes
Am 05.06.1943 lief U 97 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hans-Georg Trox von Pola zu seiner 13. Unternehmung aus. Die Operationen führten das Boot in das östliche Mittelmeer, wobei es insbesondere in den Seegebieten vor Tobruk sowie westlich von Haifa Jagd auf feindliche Tonnage machte. Im Verlauf dieser Fahrt gelang U 97 die Versenkung von 2 Schiffen mit einer Gesamttonnage von 10.174 BRT. Nach insgesamt 12 Tagen auf See wurde das Boot am 16.06.1943 durch ein australisches Flugzeug versenkt. → Erfolge U 97.
Original Kriegstagebuch U 97 - 13. Unternehmung (B.d.U. op.)
Verbleib
| Datum: | 16.06.1943 |
| Letzter Kommandant: | Hans-Georg Trox |
| Ort: | Mittelmeer |
| Position: | 33° 00' Nord - 34° 00' Ost |
| Planquadrat: | CP 5599 |
| Verlust durch: | Wasserbomben |
| Tote: | 27 |
| Überlebende: | 21 |
| Besatzung: | Besatzungsliste U 97 |
Verbleib im Detail
U 97 wurde am 16.06.1943 im Mittelmeer, in den Seegebieten westlich von Haifa, durch gezielte Wasserbombenangriffe einer Lockheed Hudson der australischen RAAF Squadron 459 unter dem Kommando von Flight Sergeant David-Thomas Barnard schwer beschädigt. Infolge der irreparablen Schäden und der drohenden Vernichtung wurde das Boot schließlich von der eigenen Besatzung aufgegeben.
Zitate aus der Literatur
Busch/Röll schreiben dazu:
Bericht von Obersteuermann Gerhard Lindel:
Am 16. Juni 1943 gegen 11:45 h wurde aufgetaucht und mit großer Fahrt gefahren. Die Sicht war gut, jedoch herrschte starke Bewölkung. Auf Brückenwache befand sich Oberleutnant z.S. Kophamel mit seiner Wache. Um 13:00 h gab Kophamel Alarm.
Dieser Befehl wurde jedoch von dem Matrosenhauptgefreiten Köhnen widerrufen und der Befehl: Flieger gegeben. Drei bis vier Sekunden später detonierte eine Bombe, welche in den Dieselabluftschacht gefallen war, im Boot und zwei Wasserbomben am Heck des Bootes. Der Befehl: Flieger hatte zu unserem Glück das Alarmtauchen übertönt. Obermaschinist Fischer ließ die Diesel sofort wieder auf AK laufen. Das Boot blieb über Wasser. Jedoch nur noch 10 bis 15 Minuten. Starker Wassereinbruch und Batteriegase zwangen die Besatzung zum schnellsten Aussteigen. Als ich aus dem Turmluk stieg, ragte nur noch das Vorschiff aus dem Wasser. Einige Sekunden später war U 97 verschwunden. Vier Mann der Maschinenwache kamen nicht mehr aus dem Boot. Nach 30 bis 32 Stunden im Wasser wurden wir am 17. Juni gegen 20:00 h von englischen U-Jäger aufgefischt und nach Haifa gebracht. 23 Mann der Besatzung, darunter der Kommandant, sind ertrunken, weil sie so lange im Wasser schwimmen mußten. Mit 21 Kameraden trafen wir uns im Lazarett in Haifa wieder. Nach 54 tägigen Aufenthalt im Verhörlager Maadi bei Kairo kamen wir in das Kriegsgefangenenlager 306 am Bittersee-Fayad (Ägypten). 1947-1948 kehrte der Rest der Besatzung von U 97 in die Heimat zurück.
Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 109 - 110.
Clay Blair schreibt dazu:
Das kampferprobte Boot U 97 unter Hans-Georg Trox, 27 Jahre alt, patrouillierte im östlichen Mittelmeer in der Nähe von Haifa und versenkte zwei Schiffe: den britischen Tanker Athelmonarch mit 8.995 BRT und den holländischen Frachter Palima mit 1.179 BRT. Trox konnte sich nicht lange über seinen Erfolg freuen.
Britische Kräfte im östlichen Mittelmeer liefen an der Versenkungsstelle zusammen, um U 97 zu jagen. Am Nachmittag des 16. Juni erblickte eine von David T. Barnard geflogene Hudson der australischen Squadron 459 das Boot an der Oberfläche und gabelte es aus sehr geringer Höhe mit vier Wasserbomben ein. Die Detonation eines Flak-Geschosses, ein Volltreffer, richtete die Hudson übel zu, beschädigte beide Tragflächen, den Rumpf (über hundert Löcher) und das Leitwerk. Barnard machte Aufnahmen von dem sinkenden U-Boot und brachte die Maschine noch zum Stützpunkt zurück. Britische Schiffe retteten 21 Deutsche; Trox und etwa 26 andere kamen ums Leben. Zitat Ende
Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 451 - 452.
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB
Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 451, 452.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 41, 94, 244.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 33, 194.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 109 - 110.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 84 - 85.
Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 45, 266.
Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 51 - U 99" - Eigenverlag - S. 456 - 472.
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 43.