1. U-Lehrdivision
1. Unterseebootlehrdivision
Die 1. Unterseebootlehrdivision war einer der wichtigsten Ausbildungsverbände der Kriegsmarine für die U-Boot-Waffe. Ihre Aufgabe bestand in der fachlichen Ausbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften sowie in der Vorbereitung des Personals auf den späteren Borddienst. Die Division vermittelte sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktische Fertigkeiten für die verschiedenen Verwendungsbereiche an Bord eines U-Bootes.
Historischer Kontext und Organisation
Die 1. Unterseebootlehrdivision wurde im Januar 1940 aufgestellt und unterstand dem Höheren Kommandeur der Unterseebootausbildung. Ihr Hauptstandort befand sich in Pillau (Ostpreußen), wo die geschützten Gewässer der Ostsee günstige Voraussetzungen für die praktische Ausbildung boten.
Die Division führte Lehrgänge für die verschiedenen Fachrichtungen der U-Boot-Waffe durch. Hierzu gehörten die seemännische Ausbildung, der Maschinen- und Elektrodienst, das Torpedowesen, der Nachrichten- und Horchdienst sowie weitere technische Spezialgebiete. Ergänzt wurde die theoretische Ausbildung durch praktische Übungen an Land und auf Ausbildungsbooten.
Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung war das Zusammenwirken der einzelnen Fachrichtungen unter den beengten Bedingungen eines U-Bootes. Dabei wurden unter anderem Alarmtauchen, Schadensabwehr, Leckabwehr, Brandbekämpfung sowie das Verhalten in Notlagen geübt. Ziel war die Vorbereitung der Besatzungen auf den späteren Einsatz in einer Frontflottille.
Nach Abschluss der Ausbildung bei der 1. Unterseebootlehrdivision erfolgte für zahlreiche Besatzungen die weiterführende taktische Ausbildung bei der 2. Unterseebootlehrdivision sowie später bei der Ausbildungsgruppe Front (Agru-Front).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Die 1. Unterseebootlehrdivision bildete die Grundlage für die technische und seemännische Ausbildung der U-Boot-Besatzungen. Hier wurden die Kenntnisse vermittelt, die für den sicheren Betrieb eines U-Bootes sowie das Zusammenwirken aller Besatzungsmitglieder erforderlich waren. Die Ausbildung wurde den technischen Entwicklungen der U-Boot-Waffe fortlaufend angepasst.
Kommandeure
00.06.1940 – 00.11.1941 Fregattenkapitän Hans Ibbeken
00.12.1941 – 00.01.1943 Kapitän zur See Albrecht Schmidt
00.01.1943 – 00.02.1945 Kapitän zur See Hans-Georg-Friedrich Poske
00.02.1945 – 00.03.1945 Korvettenkapitän Ulrich Heyse
Art der Einrichtung
- 1. Unterseebootlehrdivision – Ausbildungsverband der Kriegsmarine
- Höherer Kommandeur der Unterseebootausbildung – Kommandobehörde
- Pillau – Marineausbildungsstandort
- 2. Unterseebootlehrdivision – Ausbildungsverband
- Ausbildungsgruppe Front (Agru-Front) – Ausbildungsverband
Quellen im Bundesarchiv
BArch PERS 6: Personalunterlagen von Marineoffizieren und -beamten. Je nach Einzelfall Nachweise über Verwendungen, Lehrgänge und Kommandierungen.
Literatur
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. 3 Bände. Podzun Verlag, 1956.
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939–1945 - Mittler Verlag 1996.
Rössler, Eberhard: Geschichte des deutschen U-Bootbaus. Band 1 und 2. Bernard & Graefe Verlag 1996.
Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Bernard & Graefe Verlag, 1994.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945. Band 14. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2002.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com