Deutsche U-Boote

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Deutsche Unterseeboote 1935 – 1945
(Hauptverzeichnis des U-Boot-Archivs — Komplex U-Boote I)

Die deutschen U-Boote waren eine besondere Waffe der deutschen Marine, deren militärische Bedeutung vor allem aus ihrer Fähigkeit entstand, den Gegner unter Wasser überraschend anzugreifen. Während U-Boote zunächst nur als Ergänzung zu den Überwasserstreitkräften betrachtet wurden, entwickelte sich die Unterseebootswaffe im Ersten Weltkrieg zu einem bedeutenden Instrument des Seekrieges. In Deutschland wurde das erste U-Boot der Kaiserlichen Marine, U 1, im Jahr 1906 in Dienst gestellt. Im Ersten Weltkrieg kamen deutsche U-Boote in großer Zahl gegen die Handels- und Kriegsschifffahrt der Entente zum Einsatz. Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg ab 1917 führte zu erheblichen Versenkungen, konnte Großbritannien jedoch nicht zum Ausscheiden aus dem Krieg zwingen und trug zugleich zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten bei.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages zunächst die Entwicklung und der Besitz von U-Booten untersagt. Mit dem Wiederaufbau der deutschen Seestreitkräfte in den 1930er Jahren entstand auch die deutsche U-Boot-Waffe erneut. 1935 begann ihr offizieller Aufbau innerhalb der Kriegsmarine. Karl Dönitz, der bereits 1936 zum Führer der U-Boote ernannt worden war, entwickelte dabei die organisatorischen und taktischen Grundlagen für den späteren Einsatz der U-Boote im Zweiten Weltkrieg.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges standen der Kriegsmarine nur verhältnismäßig wenige einsatzbereite U-Boote zur Verfügung. Die deutsche Führung setzte deshalb zunehmend auf den Handelskrieg gegen die britischen und alliierten Seeverbindungen. Ziel war es, durch die Versenkung von Handelsschiffen den Transport von Rohstoffen, Lebensmitteln, Waffen und Truppen zu beeinträchtigen und damit die Versorgung Großbritanniens zu erschweren.

Der U-Boot-Krieg wurde im Verlauf des Zweiten Weltkrieges zu einem großräumigen Kampf im Atlantik und in weiteren Seegebieten. Die U-Boote operierten zunächst überwiegend einzeln, später zunehmend auch in Gruppen. Unter Dönitz wurde hierzu die sogenannte Rudeltaktik entwickelt, bei der mehrere U-Boote gegen einen gemeldeten Geleitzug zusammengeführt wurden. Die U-Boote versuchten dabei, ihre geringe Sichtbarkeit und die Bewegungsmöglichkeiten unter Wasser auszunutzen, um Handels- und Geleitzüge anzugreifen.

Der U-Boot-Krieg war jedoch nicht allein durch die Leistungen der U-Boote bestimmt. Ihm stand eine ständig weiterentwickelte alliierte U-Boot-Abwehr gegenüber. Geleitzüge, Begleitschiffe, Luftüberwachung, Radar, Sonar, Funkaufklärung und weitere technische sowie organisatorische Maßnahmen erschwerten den Einsatz der deutschen U-Boote zunehmend. Damit entwickelte sich der Atlantikkrieg zu einem Wettlauf zwischen den deutschen Angriffsverfahren und den alliierten Möglichkeiten zur Aufklärung und Bekämpfung der U-Boote.

Die Entwicklung neuer U-Boot-Typen und technischer Einrichtungen konnte diesen grundsätzlichen Nachteil nicht vollständig ausgleichen. Besonders die späten U-Boot-Typen wurden gegenüber den früheren Booten erheblich weiterentwickelt und sollten eine höhere Unterwassergeschwindigkeit, größere Tauchdauer und eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegenüber der alliierten Abwehr ermöglichen.

Die U-Boot-Waffe war zugleich eine der verlustreichsten Teilstreitkräfte der Kriegsmarine. Zahlreiche Boote wurden versenkt, und ein großer Teil ihrer Besatzungen kam im Einsatz ums Leben. Der Krieg auf und unter dem Meer war durch lange Einsatzfahrten, große physische Belastungen und die ständige Gefahr der Entdeckung und Vernichtung geprägt.

Dieser Abschnitt behandelt die deutschen U-Boote von ihrer Entstehung und technischen Entwicklung über die verschiedenen Bootstypen und ihre organisatorische Einbindung bis hin zu ihren Einsätzen im Zweiten Weltkrieg. Dabei werden sowohl die einzelnen U-Boote und ihre Besatzungen als auch Bau, Indienststellung, Feindfahrten, Versenkungen, Beschädigungen und Verluste dokumentiert.


Informationen Deutsche U-Boote


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