U 233: Unterschied zwischen den Versionen

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Am 27.05.1944 lief U 233 unter dem Kommando von Kapitänleutnant [[Hans Steen]] von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Die Operationen zur Bekämpfung des feindlichen Schiffsverkehrs sollten das Boot in den Nordatlantik sowie vor Neufundland führen; zudem war das Auslegen von 66 [[Mine|Minen]] vor Halifax vorgesehen, was jedoch nicht mehr zur Ausführung kam. Nach dem Marsch über die Ostsee sowie einer Brennstoffergänzung in Kristiansand erfolgte die Verlegung in das Einsatzgebiet. Während der insgesamt 40 Tage konnten keine Versenkungserfolge erzielt werden. Am 05.07.1944 wurde U 233 durch zwei amerikanische Kriegsschiffe versenkt.
Am 27.05.1944 lief U 233 unter dem Kommando von Kapitänleutnant [[Hans Steen]] von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee sowie einer Brennstoffergänzung in Kristiansand operierte das Boot im Nordatlantik sowie vor Neufundland; zudem war das Auslegen von 66 [[Mine|Minen]] vor Halifax vorgesehen, was jedoch nicht mehr zur Ausführung kam. Während dieser insgesamt 40 Tage dauernden Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Am 05.07.1944 wurde U 233 schließlich durch zwei amerikanische Kriegsschiffe versenkt.


[[Original Kriegstagebuch U 233 - 1. Unternehmung]] (B.d.U. op.)
[[Original Kriegstagebuch U 233 - 1. Unternehmung]] (B.d.U. op.)

Aktuelle Version vom 28. April 2026, 10:20 Uhr

U 232
   U 234

Kriegsmarine Unterseeboot U 233

Typ: X B
Bauauftrag: 15.12.1940
Bauwerft: Friedrich Krupp Germaniawerft AG Kiel
Serie: U 233 - U 234
Baunummer: 663
Kiellegung: 15.08.1941
Stapellauf: 08.05.1943
Indienststellung: 22.09.1943
Kommandant: Hans Steen
Feldpostnummer: M - 54 276

Kommandanten

22.09.1943 - 05.07.1944 Kapitänleutnant - Hans Steen

Flottillen

22.09.1943 - 31.05.1944 4. U-Flottille, Stettin (Ausbildungsboot)
01.06.1944 - 05.07.1944 12. U-Flottille, Bordeaux (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

27.05.1944 - 29.05.1944: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

29.05.1944 - 05.07.1944: Ausgelaufen von Kristiansand - Verlust des Bootes


Am 27.05.1944 lief U 233 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans Steen von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee sowie einer Brennstoffergänzung in Kristiansand operierte das Boot im Nordatlantik sowie vor Neufundland; zudem war das Auslegen von 66 Minen vor Halifax vorgesehen, was jedoch nicht mehr zur Ausführung kam. Während dieser insgesamt 40 Tage dauernden Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Am 05.07.1944 wurde U 233 schließlich durch zwei amerikanische Kriegsschiffe versenkt.

Original Kriegstagebuch U 233 - 1. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 05.07.1944
Letzter Kommandant: Hans Steen
Ort: Nordatlantik
Position: 42° 16' Nord - 59° 49' West
Planquadrat: CB 3191
Verlust durch: Rammstoß
Tote: 32
Überlebende: 29
Besatzung: Besatzungsliste U 233

Verbleib im Detail


U 233 wurde am 05.07.1944 gegen 17:00 Uhr im Nordatlantik östlich von Halifax durch Wasserbomben der US-Geleitzerstörer USS Baker (DE-190) unter Lieutenant Commander Norman-Cutten Hoffmann und USS Thomas (DE-102) unter Lieutenant Commander David-M. Kellogg zum Auftauchen gezwungen. Anschließend wurde das Boot durch Artillerie sowie einen Rammstoß der USS Thomas versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Bericht über die Versenkung von U 233:

Am Nachmittag des 05.07.44 stieß U 233 vor Halifax auf die beiden US-Geleitzerstörer BAKER und THOMAS der US-Task Group 22.10 mit dem Geleitträger USS CARD (CVE-11) weiteren Geleitzerstörern USS BRONSTEIN (DE-189), USS BREEMAN (DE-104) und USS BOSTWICK (DE-103), die aber weiter ab standen. Die beiden Zerstörer waren von einem Flugzeug der CARD, das U 233 gesichtet hatte, herangeführt worden. U 233 tauchte weg, wurde aber von dem Zerstörer BAKER mit Wasserbomben angegriffen. Die Explosionen der Wasserbomben lösten an Bord von U 233 einen Torpedo aus seiner Halterung, der in ein Torpedorohr rutschte und die hintere Torpedozelle flutete, was einen Wassereinbruch im Heck zur Folge hatte.

Um nicht weiter abzusacken, musste U 233 auftauchen. In etwa 10000 Metern Entfernung von der BAKER durchbrach der Bug des U-Bootes die Wasseroberfläche. Der Zerstörer griff sofort an und auch die THOMAS feuerte aus einer Entfernung von etwa 8000 Metern mit den vorderen Geschützen. Flammen schossen aus dem Turm von U 233, aber als die beiden Zerstörer auf 6300 Meter heran waren, verzog sich der Rauch und U 233 versuchte mit hoher Fahrt den Durchbruch zu einer etwa zwei Seemeilen entfernten Nebelbank, um sich dort verbergen zu können. Inzwischen erhielten die beiden Zerstörer vom Befehlshaber der US-Task Group 22.10 auf der CARD, die Order, dass die THOMAS das Gefecht mit dem U-Boot durch Rammstoß beenden sollte.

Die THOMAS ging sofort auf Kollisionskurs und wenig später rammte der Zerstörer U 233 auf der Höhe des Turmes. Der Bug des U-Bootes hob sich weit aus dem Wasser, so dass man ihn beinahe von der Brücke des Zerstörers aus berühren konnte. Es sah aus, als wäre das Boot in zwei Teile auseinandergebrochen, denn es versank dann schnell, direkt vor der USS THOMAS. Der Zerstörer erhielt einen Riß am Bug und seine vorderen Abteilungen liefen schnell voll Wasser. Dennoch blieb er schwimmfähig, denn die Schotten hielten dicht. Die beiden Zerstörer retteten 30 Mann der 61 Mann starken Besatzung von U 233. Kapitänleutnant Hans Steen, der schwer verwundet war, verstarb am nächsten Tag, er wurde mit militärischen Ehren bestattet.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 263 - 264.



Clay Blair schreibt dazu:

Am 27. Mai lief in Kiel das neue U 233 unter dem Kommando des 36jährigen Hans Steen aus. Steen sollte mit dem XB-Minenleger 66 SMA-(Ankertau)-Minen vor Halifax (Nova Scotia) legen. Auch wenn Steens Besatzung unerfahren war, so hatte doch er als Wachoffizier 16 Monate auf dem Schwesternboot U 117 gedient und bei den Legen von Minen in der Ostsee reichlich Erfahrungen sammeln können.

Zunächst ließ Steen in Norwegen die großen Treibstofftanks bis zum Rand füllen und nahm dann Kurs auf Halifax. Da sein Boot keinen Schnorchel hatte, wurde es von alliierten Flugzeugen häufig geortet und angegriffen. Steen wehrte diese Angriffe ab, indem er jeden Tag ungefähr 20 Stunden getaucht fuhr und sehr langsam durch den Atlantik schlich. Am 40. Tag nach dem Auslaufen, dem 5. Juli, erreichte er schließlich kanadische Gewässer und stand etwa 450 Kilometer südlich von Kap Sable.

Alliierte Kryptoanalytiker warnten die Tenth Fleet vor der herannahenden Bedrohung. Am 25. Juli lief in Norfolk die Card-U-Jagdgruppe unter dem Kommando von Rufus C. Young aus und nahm über die Bermudas Kurs auf kanadische Gewässer, um das U-Boot dort zu versenken. Am Abend jenes Tages, an dem U 233 dieses Seegebiet erreichte, ortete einer der fünf Geleitzerstörer, die Baker unter Norman C. Hoffman, das Boot mit Sonar. Hoffman gab Alarm und schickte seine Männer auf die Gefechtsstationen. Die Thomas unter David M. Kellogg kam schnell heran, um die Baker und Bronstein zu unterstützen, während Young die Card und ihr Geleit, die Bostwick, Breeman und Bronstein, aus der Reichweite der Torpedos herausmanövrierte.

Hoffman von der Baker führte zwei Wasserbombenangriffe durch, der erste erstaunlich präzise, der zweite ungenau. Die Wabos beschädigten das Heck von U 233, so daß einige Räume mit Wasser vollliefen. Das Boot sackte auf 122 Meter Tiefe hinab, geriet außer Kontrolle und wurde stark Hecklastig. Da Steen weder mit dem Heckraum Verbindung herstellen noch das Boot stabilisieren konnte, ließ er alle Ballasttanks anblasen und tauchte auf, um das Boot aufzugeben und zu versenken.

Als das U-Boot an die Oberfläche kam, eröffnete Hoffman auf der Baker das Feuer aus allen Rohren. Der starke Beschuß enthauptete den Leitenden Ingenieur Wilhelm Bartling und verwundete zahlreiche Deutsche, die versuchten, das Boot zu verlassen, darunter den Kommandanten Steen. George A. Parkinson, der Geleit-Commander auf der Thomas, befahl dem Kommandanten des Schiffes, David M. Kellogg, das Boot zu rammen. Mit feuernden Geschützen krachte die Thomas hinter dem Kommandoturm in das U-Boot, und U 233 sank rasch mit dem Heck voran.

Die Baker und die Thomas fischten etwa die Hälfte der U-Boot-Besatzung aus dem Wasser. Die Baker holte zehn Deutsche heraus; die Thomas zwanzig. Die Geleitzerstörer übergaben die Gefangenen dann an die Card. Steen erlag seinen Verwundungen und wurde am folgenden Tag mit militärischen Ehren auf See bestattet. Am 7. Juli lief die U-Jagdgruppe in Boston ein; sie hatte ihre Sondermission erfolgreich ausgeführt.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 665 - 666.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 665, 666.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 231

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997- S. 128, 194.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 263, 264.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 141, 272, 273.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 – 1945 - KTB U 223 - U 300" - Eigenverlag - S. 63 – 64.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 44.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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