U 31: Unterschied zwischen den Versionen

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=='''1. Verlust des Bootes'''==
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Am 11.03.1940 befand sich U 31 unter dem Kommando von Kapitänleutnant [[Johannes Habekost]] auf einer Probefahrt in der Schillig-Reede. Während dieser Fahrt wurde das Boot von einer britischen Maschine des Typs Bristol Blenheim Mk I (Kennung O) der Squadron 82 der [[RAF]] angegriffen. Der Pilot, Flying Officer Miles-Villiers Delap, erzielte mit vier Fliegerbomben direkte Treffer, die das Boot auf der Position [https://www.google.com/maps/place/53.616667,8.166667 53° 37' Nord - 08° 10' Ost] (Marine-Planquadrat AN 9812) versenkten. Bei diesem Angriff erlitt die Besatzung einen Totalverlust; alle 58 Personen an Bord kamen ums Leben. Neben der regulären Besatzung befanden sich zum Zeitpunkt des Untergangs auch Werftarbeiter und technisches Personal für die Probefahrt auf dem Boot.
Am 11.03.1940 befand sich U 31 unter dem Kommando von Kapitänleutnant [[Johannes Habekost]] auf einer Probefahrt in der Schillig-Reede. Während dieser Fahrt wurde das Boot von einer britischen Maschine des Typs Bristol Blenheim Mk I (Kennung O) der [[RAF Squadron 82]] angegriffen. Der Pilot, Flying Officer Miles-Villiers Delap, erzielte mit vier Fliegerbomben direkte Treffer, die das Boot auf der Position [https://www.google.com/maps/place/53.616667,8.166667 53° 37' Nord - 08° 10' Ost] (Marine-Planquadrat AN 9812) versenkten. Bei diesem Angriff erlitt die Besatzung einen Totalverlust; alle 58 Personen an Bord kamen ums Leben. Neben der regulären Besatzung befanden sich zum Zeitpunkt des Untergangs auch Werftarbeiter und technisches Personal für die Probefahrt auf dem Boot.


Nach dem Untergang auf Schillig-Reede wurde das Boot bereits im März 1940 gehoben und zur Instandsetzung in die Werft nach Wilhelmshaven geschleppt. Nach umfangreichen Reparaturen und einer vollständigen Überholung erfolgte am 07.07.1940 die Wiederindienststellung von U 31. Das Kommando übernahm Kapitänleutnant [[Wilfried Prellberg]]. Das Boot absolvierte im Anschluss eine Ausbildungsphase in der Ostsee, um die neue Besatzung mit dem Gerät vertraut zu machen.
Nach dem Untergang auf Schillig-Reede wurde das Boot bereits im März 1940 gehoben und zur Instandsetzung in die Werft nach Wilhelmshaven geschleppt. Nach umfangreichen Reparaturen und einer vollständigen Überholung erfolgte am 07.07.1940 die Wiederindienststellung von U 31. Das Kommando übernahm Kapitänleutnant [[Wilfried Prellberg]]. Das Boot absolvierte im Anschluss eine Ausbildungsphase in der Ostsee, um die neue Besatzung mit dem Gerät vertraut zu machen.

Aktuelle Version vom 16. April 2026, 10:02 Uhr

U 30
   U 32

Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 31

Bezeichnung: U 31
Typ: VII A
Bauauftrag: 01.04.1935
Bauwerft: Deschimag AG Weser Bremen
Serie: U 27 - U 32
Baunummer: 912
Kiellegung: 01.03.1936
Stapellauf: 25.09.1936
Indienststellung: 28.12.1936
Kommandant: Rolf Dau
Feldpostnummer: M-28961

Kommandanten

28.12.1936 - 08.11.1938 Kapitänleutnant - Rolf Dau
08.11.1938 - 11.03.1940 Kapitänleutnant - Johannes Habekost
12.03.1940 - 07.07.1940 Außer Dienst (Versenkung am 11.03.1940. Hebung, Wiederherstellung, neue Indienststellung)
30.07.1940 - 02.11.1940 Oberleutnant zur See - Wilfried Prellberg

Flottillen

28.12.1936 - 31.08.1939 U-Flottille Saltzwedel, Wilhelmshaven (Einsatzboot in Friedenszeit)
01.09.1939 - 31.12.1939 U-Flottille Saltzwedel, Wilhelmshaven (Frontboot)
01.01.1940 - 12.03.1940 2. U-Flottille, Wilhelmshaven (Frontboot)
12.03.1940 - 07.07.1940 Außer Dienst (Versenkung am 11.03.1940. Hebung, Wiederherstellung, neue Indienststellung)
08.07.1940 - 02.11.1940 2. U-Flottille, Wilhelmshaven (Frontboot)

Einsätze


Vorkriegsunternehmung

19.08.1937 - 28.10.1937: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Rolf Dau lief U 31 am 19.08.1937 von Kiel aus. Nach der Passage durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal operierte das Boot in der Biscaya zur Durchführung von Tauch- und Geleitübungen. Diese Fahrt diente der Erprobung der Seefähigkeit unter Hochseebedingungen sowie der praktischen Ausbildung der Besatzung. Nach 71 Tagen auf See lief U 31 am 28.10.1937 in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein.



Vorkriegsunternehmung

05.04.1938 - 10.04.1938: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Cádiz

03.06.1938 - 08.06.1938: Ausgelaufen von Cádiz - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Rolf Dau lief U 31 am 05.04.1938 von Wilhelmshaven aus. Das Boot nahm im Rahmen des Spanischen Bürgerkriegs an der internationalen Seeüberwachung teil, um die Einhaltung des Waffenembargos vor der spanischen Küste zu kontrollieren. Nach 65 Tagen auf See lief U 31 am 08.06.1938 wieder in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein.



Vorkriegsunternehmung

25.07.1938 - 10.08.1938: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Rolf Dau lief U 31 am 25.07.1938 von Wilhelmshaven aus. Das Boot operierte in der Biscaya zur Durchführung von Tauch- und Geleitübungen, um die Einsatzbereitschaft der Besatzung und die Seefähigkeit des Bootes unter Hochseebedingungen weiter zu erproben. Nach 17 Tagen auf See lief U 31 am 10.08.1938 wieder in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein.



Verlegungsfahrt

21.08.1939 - 21.08.1939: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Neustadt

24.08.1939 - 26.08.1939: Ausgelaufen von Neustadt - Eingelaufen in Memel


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost lief U 31 am 21.08.1939 von Wilhelmshaven aus. In Vorbereitung auf den drohenden Kriegsausbruch verlegte das Boot im Verband mit U 32 und U 35 durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal sowie über Neustadt in Holstein nach Memel. Am 26.08.1939 lief U 31 in seinem neuen Stützpunkt in Memel ein.



Vorkriegsunternehmung

27.08.1939 - 01.09.1939: Ausgelaufen von Memel - Eingelaufen in Kiel


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost lief U 31 am 27.08.1939 von Memel aus. Das Boot operierte in der Ostsee zur Überwachung des Dampferverkehrs im Rahmen der Sicherungsmaßnahmen vor dem offiziellen Kriegsausbruch. Nach 6 Tagen auf See lief U 31 am 01.09.1939 in Kiel ein.



Verlegungsfahrt

01.09.1939 - 02.09.1939: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost verlegte U 31 am 01.09.1939 von Kiel nach Wilhelmshaven. Die Fahrt führte durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal, um das Boot für den bevorstehenden Einsatz in die Nordsee zu überführen.



1. Unternehmung

09.09.1939 - 02.10.1939: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost lief U 31 am 04.09.1939 von Wilhelmshaven zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik sowie in der Biscaya zur Bekämpfung des feindlichen Handelsverkehrs. Auf dieser 24 Tage dauernden Fahrt gelang die Versenkung von insgesamt 2 Schiffen mit 8.706 BRT. Am 02.10.1939 lief das Boot wieder in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein. → Erfolge U 31

Original Kriegstagebuch U 31 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

21.10.1939 - 31.10.1939: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost lief U 31 am 21.10.1939 von Wilhelmshaven zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte in der Nordsee und legte eine Minensperre von 18 Minen vor Loch Ewe. Auf dieser 11 Tage dauernden Fahrt, die über eine Distanz von 1.548,5 sm über und 212,3 sm unter Wasser führte, gelangen durch die ausgelegten Minen die Versenkung von 2 Minensuchern mit 160 ts sowie die Beschädigung eines Schlachtschiffes mit 33.950 ts. Am 31.10.1939 lief das Boot wieder in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein. → Erfolge U 31

Original Kriegstagebuch U 31 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

19.11.1939 - 20.11.1939: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Wilhelmshaven

21.11.1939 - 11.12.1939: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost lief U 31 am 19.11.1939 von Wilhelmshaven zu seiner 3. Unternehmung aus. Aufgrund einer defekten Kühlwasserpumpe war das Boot am Folgetag zunächst zur Umkehr in den Stützpunkt gezwungen. Nach erfolgter Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte U 31 im Nordatlantik bei den Orkney-Inseln sowie an der englischen Ostküste. Auf dieser insgesamt 23 Tage dauernden Fahrt gelang die Versenkung von 6 Schiffen mit 9.256 BRT. Am 11.12.1939 lief das Boot wieder in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein. → Erfolge U 31

Original Kriegstagebuch U 31 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

15.01.1940 - 15.01.1940: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Helgoland

17.01.1940 - 04.02.1940: Ausgelaufen von Helgoland - Eingelaufen in Wilhelmshaven


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost lief U 31 am 15.01.1940 von Wilhelmshaven zu seiner 4. Unternehmung aus. Das Boot lief aufgrund schwerer Schnee- und Hagelböen zunächst Helgoland an, bevor es in der Nordsee operierte und eine Minensperre von 12 Minen vor Loch Ewe legte. Auf dieser 20 Tage dauernden Fahrt, die über eine Distanz von circa 2.100 sm führte, konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Am 04.02.1940 lief das Boot wieder in seinem Stützpunkt in Wilhelmshaven ein.

Original Kriegstagebuch U 31 - 4. Unternehmung



1. Verlust des Bootes


Am 11.03.1940 befand sich U 31 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Johannes Habekost auf einer Probefahrt in der Schillig-Reede. Während dieser Fahrt wurde das Boot von einer britischen Maschine des Typs Bristol Blenheim Mk I (Kennung O) der RAF Squadron 82 angegriffen. Der Pilot, Flying Officer Miles-Villiers Delap, erzielte mit vier Fliegerbomben direkte Treffer, die das Boot auf der Position 53° 37' Nord - 08° 10' Ost (Marine-Planquadrat AN 9812) versenkten. Bei diesem Angriff erlitt die Besatzung einen Totalverlust; alle 58 Personen an Bord kamen ums Leben. Neben der regulären Besatzung befanden sich zum Zeitpunkt des Untergangs auch Werftarbeiter und technisches Personal für die Probefahrt auf dem Boot.

Nach dem Untergang auf Schillig-Reede wurde das Boot bereits im März 1940 gehoben und zur Instandsetzung in die Werft nach Wilhelmshaven geschleppt. Nach umfangreichen Reparaturen und einer vollständigen Überholung erfolgte am 07.07.1940 die Wiederindienststellung von U 31. Das Kommando übernahm Kapitänleutnant Wilfried Prellberg. Das Boot absolvierte im Anschluss eine Ausbildungsphase in der Ostsee, um die neue Besatzung mit dem Gerät vertraut zu machen.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 11.03.40 gegen 12:00 h auf der Schillig-Reede von Wilhelmshaven durch vier Fliegerbomben der Blenheim O der britischen Squadron 82 versenkt. Außer der Besatzung fanden noch elf Arbeiter der Werft und zwei Gehilfen des Flottilleningenieurs den Tod. U 31 wurde am 24.03.40 aus 17 Metern gehoben, in Wilhelmshaven eingedockt und außer Dienst gestellt. Am 30.07.40 erfolgte durch KL Prellberg die zweite Indienststellung des Bootes.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 17.



Clay Blair schreibt dazu:

Am 11. März wurde Johannes Habekost mit dem Typ-VII-Boot U 31 auf Überwasserfahrt in der Nähe von Wilhelmshaven von einem Blenheim-Bomber der Royal Air Force gesichtet. Der Pilot Miles Villiers Delap flog seinen Angriff unter geschickter Ausnutzung der Wolken und warf vier verbesserte 120-Kilogramm-Bomben ab. U 31 explodierte und sank sofort auf 32 Meter Tiefe. Dabei fand die gesamte Besatzung sowie zehn Dieselspezialisten und Werftarbeiter den Tod. U 31 war das erste Boot, daß von einem Flugzeug versenkt wurde; es konnte jedoch gehoben und geborgen werden.

Aus Clay Blair - Band 1 - Die Jäger - S. 187.

Original Kriegstagebuch U 31 - 1. Versenkung (B.d.U. op.)




5. Unternehmung

16.09.1940 - 17.09.1940: Ausgelaufen von Wilhelmshaven - Eingelaufen in Kiel

17.09.1940 - 19.09.1940: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

19.09.1940 - 08.10.1940: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Lorient


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilfried Prellberg lief U 31 am 16.09.1940 von Wilhelmshaven zu seiner 5. Unternehmung aus. Der Marsch führte das Boot durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal mit kurzen Aufenthalten in Kiel sowie in Kristiansand. In der Folge operierte U 31 im Nordatlantik, im Nordkanal, bei der Rockall-Bank sowie in der Biscaya. Auf dieser insgesamt 25 Tage dauernden Fahrt, die über eine Distanz von circa 3.400 sm über und 87 sm unter Wasser führte, gelang die Versenkung von 2 Schiffen mit 4.400 BRT. Am 08.10.1940 lief das Boot in seinem neuen Stützpunkt Lorient ein. → Erfolge U 31

Original Kriegstagebuch U 31 - 5. Unternehmung



6. Unternehmung

19.10.1940 - 02.11.1940: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes


Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Wilfried Prellberg lief U 31 am 19.10.1940 von Lorient zu seiner 6. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik westlich von Großbritannien zur Bekämpfung des feindlichen Handelsverkehrs. Auf dieser 15 Tage dauernden Fahrt gelang die Versenkung von 1 Schiff mit 5.389 BRT. Am 02.11.1940 wurde U 31 nordwestlich von Irland durch ein britisches Kriegsschiff versenkt. → Erfolge U 31

Original Kriegstagebuch U 31 - 6. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 02.11.1940
Letzter Kommandant: Wilfried Prellberg
Ort: Nordatlantik
Position: 56° 26' Nord - 10° 18' West
Planquadrat: AM 2999
Verlust durch: Selbstversenkung
Tote: 2
Überlebende: 44
Besatzung: Besatzungsliste U 31

Verbleib im Detail



Am 02.11.1940 wurde U 31 im Nordatlantik nordwestlich von Irland durch den britischen Zerstörer HMS Antelope (H.36) unter dem Kommando von Commander Richard Taylor-White gestellt. Nach einer Serie von präzisen Wasserbombenangriffen wurde das Boot so schwer beschädigt, dass es zum Auftauchen gezwungen war. Um das Boot nicht in feindliche Hände fallen zu lassen, leitete die Besatzung die Selbstversenkung ein.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 02.11.40 im Nordatlantik nordwestlich von Irland am Konvoi OB.237 durch den britischen Zerstörer ANTELOPE durch Wasserbomben beschädigt und zum Auftauchen gezwungen. Sofort setzte Artillerie-Beschuß von ANTELOPE ein. Die Briten versuchten U 31 zu entern, dabei wurde das U-Boot gerammt und unter Wasser gedrückt. Das bereits von der Besatzung verlassene U 31 sank wegen des noch geöffneten Turmluks.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 20 - 21.



Clay Blair schreibt dazu:

Am Morgen des 2. November machte Prellberg einen britischen Zerstörer aus und tauchte sofort. In der Absicht, den Zerstörer anzugreifen, besetzte er die Gefechtsstationen und nahm die Verfolgung auf, doch der Seegang war zu stark, um Torpedos abzuschießen. Die erstrebte Beute war die Antelope, die im Februar im Alleingang U 41 versenkt hatte und zur Zeit des vergeblichen Angriffs in Gefechtsbereitschaft war. Die Antelope ortete U 31 mit dem Asdic und führte sofort einen Angriff mit einer kompletten Salve von sechs Wasserbomben. Gleichzeitig setzte sie eine Alarmmeldung ab, die den Zerstörer Achates heranführte, doch das Asdic der Achates funktionierte nicht. Die Antelope machte alleine weiter, führte einen zweiten Angriff durch und warf noch einmal sechs Wabos ab, die das Boot heftig durchschüttelten, aber keinen ernsten Schaden anrichteten. Prellberg wich der Antelope in den folgenden zwei Stunden geschickt aus, doch dann spürte ihn der Zerstörer wieder auf und führte einen weiteren sorgfältig vorbereiteten Angriff durch, Er warf eine weitere Salve von sechs Wabos und kurz darauf noch einmal drei.

Dieser dritte und vierte Angriff waren für das Boot tödlich. Die Detonationen zerrissen die Tauchzellen im Heck, fluteten das Hecktopedorohr und den Hauptzuluftschacht der Dieselmotoren, so daß sich das Boot steil aufstellte. In dem Versuch, das Boot wieder zu trimmen, schickte Prellberg jeden verfügbaren Mann in den Bugraum, doch das nutzte nichts - U 31 sank mit dem Heck voran auf 93 Meter Tiefe. Der Leitende Ingenieur meinte, er könne den Schaden beheben, doch Prellberg hielt, wie er später den Briten mitteilte, den Heldentod für eine übertriebene Geste und befahl dem Leitenden Ingenieur, aufzutauchen und die Selbstversenkung einzuleiten.

Die Antelope eröffnete das Feuer, sobald sie U 31 erblickte, und ließ ein Rettungsboot zu Wasser, um an Bord zu gehen und Geheimdokumente zu bergen. Aber U 31 machte bei geöffneten Flutventilen noch Fahrt mit den E-Maschinen und das Rettungsboot konnte nicht aufschließen. Während Prellberg und seine Männer in die stürmische See sprangen, eröffnete der Zerstörer erneut das Feuer und versuchte, längsseits zu gehen, um das Boot zu entern. Doch das volllaufende und unbemannte U-Boot drehte sich plötzlich hart nach Backbord und rammte die Antelope. Dabei schlug es zwei Treibstofftanks und einen Heizraum leck und richtete noch anderen Schaden an. Außerdem kenterte es bei der Kollision, lief nun durch das Turmluk voll und sank wie ein Stein.

Das Rettungsboot der Antelope fischte Prellberg und 43 weitere Mitglieder der 45 köpfigen Besatzung aus dem Wasser. Einer der Männer fiel ins Koma und starb an Bord der Antelope. Er war in Panik geraten und hatte >>seine Energie<< wie es in der Diagnose der Briten hieß, >>durch ständiges Schreien verbraucht<<. Bei der folgenden Befragung der Überlebenden erfuhren die Briten, daß U 31 vor Wilhelmshaven schon einmal von einem britischen Flugzeug versenkt und wieder geborgen worden war. Das Boot hatte also die zweifelhafte Ehre, als einziges U-Boot des Krieges zweimal versenkt worden zu sein.

Aus Clay Blair - Band 1 - Die Jäger - S. 252-253.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Jäger 1939 - 1942" - Heyne Verlag 1998 - S. 252, 253.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 48, 86, 182.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 19, 26, 27, 211.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 17, 20 - 21.

Rainer Busch/Hans Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 29.

Dr. Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 37, 269, 281.

Herbert Ritschel : Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 1 - U 50" - Eigenverlag - S. 182 - 187.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 105.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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