U 131: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 20. April 2026, 13:46 Uhr

U 130
   U 132

Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 131

Bezeichnung: U 131
Typ: IX C
Bauauftrag: 07.08.1939
Bauwerft: Deschimag AG Weser Bremen
Serie: U 125 - U 131
Baunummer: 994
Kiellegung: 01.09.1940
Stapellauf: 01.04.1941
Indienststellung: 01.07.1941
Kommandant: Arend Baumann
Feldpostnummer: M - 46 834

Kommandanten

01.07.1941 - 17.12.1941 Korvettenkapitän - Arend Baumann

Flottillen

02.07.1941 - 00.11.1941 4. U-Flottille, Stettin (Ausbildungsboot)
00.11.1941 - 17.12.1941 2. U-Flottille, Lorient (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

27.11.1941 - 17.12.1941: Ausgelaufen von Kiel - Verlust des Bootes


Am 27.11.1941 lief U 131 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Arend Baumann von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Die Operationen führten das Boot in den Nordatlantik sowie in die Seegebiete westlich von Gibraltar. Während dieses Einsatzes war das Boot der U-Boot-Gruppe Seeräuber zugeteilt. Nach einer Fahrtdauer von 20 Tagen wurde U 131 infolge schwerer Beschädigungen durch britische Kriegsschiffe selbst versenkt. Die Bilanz dieser Unternehmung umfasst die Versenkung eines Schiffes mit 4.016 BRT. → Erfolge U 131.

Original Kriegstagebuch U 131 - 1. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 17.12.1941
Letzter Kommandant: Arend Baumann
Ort: Nordatlantik
Position: 34° 12' Nord - 13° 35' West
Planquadrat: DH 3349
Verlust durch: Selbstversenkung
Tote: 0
Überlebende: 55
Besatzung: Besatzungsliste U 131

Verbleib im Detail



U 131 wurde am 17.12.1941 im Nordatlantik nordöstlich der Insel Madeira durch Wasserbomben und Artillerie der britischen Zerstörer HMS Stanley (I.73) unter Lieutenant Commander David-Byam Shaw, HMS Exmoor (L.08) unter Lawrence-St.Georg Rich und HMS Blankney (L.30) unter Lieutenant Commander Philip-Frederick Powlett, der Korvette HMS Pentstemon (K.61) unter Lieutenant Commander John Byron sowie der Sloop HMS Stork (U.81) unter Commander Frederic-John Walker der 36. Escort Group und einer Grumman F4F Martlet unter Sub-Lieutenant Graham-Reynald-Philips Fletcher der FAA Squadron 802 des britischen Geleitträgers HMS Audacity (D.10) unter Commander Douglas-William MacKendrick, die von U 131 abgeschossen wurde, zum Auftauchen gezwungen und anschließend selbst versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Britischer Bericht der Versenkung von U 131:

Aufgrund eingegangener U-Boot-Warnmeldungen, während der Nacht vom 16.12.1941 zum 17.12.1941 fuhr die STORK in der Nähe des Geleitträgers AUDACITY. Vor Tagesanbruch des 17.12.1941 erbat sie eine U-Boot-Suche durch Flugzeuge bei Morgengrauen. Am 17.12.1941 um 09:24 Uhr meldete ein Flugzeug ein U-Boot an Backbord querab, in einer Entfernung von 22 Meilen. Die STORK nahm daraufhin mit äußerster Kraft Kurs auf diese Position und befahl der STANLEY, EXMOOR, BLANKNEY und PENTSTEMON ebenfalls Kurs auf die gemeldete Position zu nehmen. Als erstes Schiff kam die BLANKNEY auf der Position an und sendete nach erster Ortung folgende Meldungen an die STORK: Verschiedene Fehlechos - Rasseleffekt - Öl - keine Ortung. Um 10:45 Uhr wurde eine zweifelhafte Ortung erzielt, die um 10:57 Uhr mit sechs Wasserbomben (Einstellung 150 bis 250 Fuß) angegriffen wurde.

Die Ortung ging dann verloren und wurde nicht wiedergewonnen. Die HMS STORK war nicht in der Lage, irgendeine dieser Meldungen, mit Ausnahme der ersten bestätigen. Sobald die Wasserbomben geworfen waren, formierten sich die EXMOOR, BLANKNEY und STORK in Dwarslinie mit 1,2 Seemeilen seitlichem Abstand und begannen eine Suche nach Westen. Der Kommandant der HMS STORK nahm an, dass das U-Boot, nachdem es das Geleit auf westlichem Kurs verfolgt hatte, diesem Kurs wahrscheinlich beibehalten würde, selbst wenn es zum Tauchen gezwungen wäre. Inzwischen hatten sich die STANLEY und PENTSTEMON der Jagt angeschlossen. Um 10:49 Uhr erzielte die PENTSTEMON eine feste Ortung in einer Reichweite von 1100 Yards. Nach näherer Erkundung wurde um 11:06 Uhr mit zehn Wasserbomben angegriffen. Danach wurde eine schwache Ortung wiedergewonnen, ging aber um 11:10 Uhr verloren. Nach einer weiteren Suche nahmen die STANLEY und PENTSTEMON Kurs um die STORK zu treffen, die Befehl gegeben hatte, sich wieder zu sammeln, wenn sie keine Fühlung hätten.

Nachdem 12 Meilen nach Westen abgesucht waren, führte sie STORK zwei Wendungen nach Backbord aus, womit die Suchrichtung auf 90 Grad geändert und verlegt wurde, um ein neues Gebiet weiter südlich abzusuchen. Um 12:47 Uhr meldete die STANLEY in 130 Grad Peilung einen Gegenstand am Horizont, daraufhin folgte jedoch sofort U-Boot über Wasser Peilung 60 Grad. Der Kurs wurde sofort geändert und den Schiffen befohlen, mit höchster Geschwindigkeit auf das Ziel zuzuhalten. Während der dann einsetzenden Jagd setzten sich die beiden Hunt-Zerstörer an die Spitze, dicht gefolgt von der STANLEY. Um 13:07 Uhr wurde eine Martlet Maschine des Geleitträgers AUDACITY, das Befehl hatte, mit Bordwaffen anzugreifen, von dem U-Boot abgeschossen. Die drei Zerstörer eröffneten das Feuer auf etwa 7 Meilen Entfernung. Das Geschützfeuer von der EXMOOR schien besonders genau zu liegen. Das U-Boot feuerte einige Salven auf die HMS BLANKNEY, versenkte sich aber dann um 13:30 Uhr. Überlebende wurden an Bord der Zerstörer genommen. Wie schon vorher vermutet, wurde U 131 durch den Angriff der PENTSTEMON beschädigt, so dass es Mühe hatte abzutauchen. Das U-Boot versenkte sich beim herankommen der britischen Kriegsschiffe selbst. Zitat Ende.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Boot-Verluste - S. 36 - 37.



Clay Blair schreibt dazu:

Sobald es zu tagen anfing, hob eine Martlet von der Audacity ab und erkundete das Gebiet. Kurz darauf meldete der Pilot ein U-Boot etwa 40 Kilometer vor dem Geleitzug. Das U-Boot tauchte, als es die Martlet sichtete.

Auf diese Meldung hin scherte Johnny Walker, der Kommandeur der EG-36, mit der Sloop Stork aus dem Geleitzug aus und ging auf U-Boot-Jagd. Er befahl den drei Zerstörern Blankney, Exmoor II und dem ehemals amerikanischen Glattdeck-Zerstörer Stanley sowie der Korvette Pentstemon, ihn bei der Jagd zu unterstützen.

Die Zerstörer eilten zu der gemeldeten Position. Als erstes traf die Blankney ein und warf aufgrund einer zweifelhaften Ortung Wasserbomben. Als die Exmoor II und die Stork eintrafen, gruppierte Walker die drei Schiffe für eine planmäßige U-Boot-Suche, doch sie fanden nichts. Als letzte liefen die Korvette Penstemon und der Zerstörer Stanley heran, und diese beiden bekamen eine gute Ortung im Sonar. Kurz nach 11.00 Uhr warf die Penstemon gezielt zehn Wasserbomben, die auf eine Tiefe von 45 bis 120 Metern eingestellt waren.

Das Ziel das Angriffs war U 131 vom Typ IXC unter dem Kommando des 37jährigen Arend Baumann. Dieser schon seit 1922 bei der Marine dienende Offizier war drei Wochen zuvor in Kiel zu seiner ersten Feindfahrt als U-Boot-Kommandant ausgelaufen. Bei der überhasteten Erprobung waren die Horchgeräte seines Bootes beschädigt und nicht mehr repariert worden. U 131 war also taub, sobald es tauchte, und konnte nicht entsprechend ausweichen. Einige Wasserbomben detonierten sehr nahe und richteten im Boot erhebliche Schäden an. Baumann entfernte sich mit Schleichfahrt und versuchte, die Schäden zu reparieren, doch nach einer Stunde und 41 Minuten gab er auf, ging an die Oberfläche und setzte eine panische Meldung nach Kernével ab. Er meldete, er sein nicht tauchklar, und bat um Unterstützung. Kernével entgegnete, man könne keine Unterstützung schicken, und fügte hinzu, er solle sein Boot versenken, wenn er keine andere Möglichkeit habe.

Der Zerstörer Stanley sichtete U 131 beim Auftauchen und gab Alarm. Alle fünf Schiffe und eine Martlet von der Audacity liefen auf die Position zu. Der nächste Zerstörer, die Exmoor II, eröffnete mit ihrem Hauptgeschütz aus etwa elf Kilometern das Feuer, erzielte aber keine Treffer. Der Pilot der Martlet, George Fletcher, jagte tollkühn - aber unklug - voraus und griff U 131 im Tiefflug an. Sein Feuer wurde von Baumanns Flak erwidert. Die deutschen Schützen trafen das Cockpit, töteten Fletcher oder verwundeten ihn tödlich, und die Martlet stürzte ins Meer.

Nun wurde das Boot von vier der fünf Geleitfahrzeuge unter schweres Feuer genommen, und Baumann befahl seiner Besatzung, das U-Boot zu versenken und zu verlassen. Um 13:21 Uhr meldete die Exmoor II, U 131 habe sich aufgestellt und sei mit dem Heck voraus gesunken. Die Exmoor II rettete 44 Deutsche, darunter Baumann, und die Stanley die restlichen vier. Die Stork barg den toten Piloten der Martlet und bestatte ihn auf See. Die Admiralität schrieb die Versenkung großzügig der Stork, der Blankney, der Exmoor II, der Stanley, der Penstemon und der Audacity zu, doch die Deutschen sagten, der gut gezielte Wasserbombenangriff der Penstemon habe unmittelbar zur Zerstörung von U 131 geführt. Zitat Ende.

Aus Clay Blair - Band 1 - Die Jäger - S. 487 - 488.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair "Der U-Boot-Krieg - Die Jäger 1939 - 1942" - Heyne Verlag 1998 - S. 487, 488.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 24.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 49, 211.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 36, 37.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 113.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 118, 267, 270, 274, 277, 278, 280.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 125 - U 170" - Eigenverlag - S. 96 - 97.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 106.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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