U 448

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Kriegsmarine Unterseeboot U 448

Typ: VII C
Bauauftrag: 06.08.1940
Bauwerft: F. Schichau Werft GmbH Danzig
Serie: U 431 - U 450
Baunummer: 1508
Kiellegung: 01.07.1941
Stapellauf: 23.05.1942
Indienststellung: 01.08.1942
Kommandant: Helmut Dauter
Feldpostnummer: M - 19 297

Kommandanten

01.08.1942 - 14.04.1944 Oberleutnant zur See Helmut Dauter

Flottillen

01.08.1942 - 31.01.1943 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot)
01.02.1943 - 14.04.1944 7. U-Flottille, St. Nazaire (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

30.01.1943 - 01.02.1943: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

02.02.1943 - 04.02.1943: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Bergen

06.02.1943 - 25.03.1943: Ausgelaufen von Bergen - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 30.01.1943 lief U 448 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Dauter von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach dem Marsch über die Ostsee, der Brennstoffergänzung in Kristiansand sowie der Proviant- und Brennstoffergänzung in Bergen operierte das Boot im Nordatlantik, südwestlich von Island und nordöstlich von Neufundland. Zur Verlängerung der Einsatzfähigkeit wurde U 448 am 17.03.1943 von U 119 mit 15 m³ Brennstoff versorgt. Das Boot gehörte auf dieser Fahrt zu den U-Boot-Gruppen U-Boot-Gruppe Neptun, U-Boot-Gruppe Wildfang und U-Boot-Gruppe Westmark. U 448 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 55 Tagen lief das Boot am 25.03.1943 in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 448 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

17.04.1943 - 26.05.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 17.04.1943 lief U 448 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Dauter von St. Nazaire zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik. Zur Verlängerung der Einsatzfähigkeit wurde U 448 am 15.05.1943 von U 459 mit 70 m³ Brennstoff und am 16.05.1943, nochmals von U 459, mit 3 m³ Motorenöl, 2 t Proviant sowie einem Allwellenempfänger versorgt. Das Boot gehörte auf dieser Fahrt zu den U-Boot-Gruppen U-Boot-Gruppe Amsel, U-Boot-Gruppe Amsel 3, U-Boot-Gruppe Rhein und U-Boot-Gruppe Elbe 2. → 2 U-Boote wurden versorgt. U 448 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 40 Tagen lief das Boot am 26.05.1943 wieder in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 448 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

21.07.1943 - 21.07.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

25.07.1943 - 27.07.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

01.08.1943 - 03.08.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 21.07.1943 lief U 448 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Dauter von St. Nazaire zu seiner 3. Unternehmung aus. Am 21.07.1943 musste das Boot in der Biskaya wegen defekter Diesel, am 27.07.1943 wegen Wassereinbruchs sowie am 03.08.1943 wegen undichter Flutventile die Unternehmung abbrechen. Vom 04.08.1943 bis zum 02.09.1943 erfolgte der Umbau auf Turm IV. U 448 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 14 Tagen lief das Boot am 03.08.1943 wieder in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 448 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

06.09.1943 - 12.09.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire

14.09.1943 - 03.11.1943: Ausgelaufen von St. Nazaire - Eingelaufen in St. Nazaire


Am 06.09.1943 lief U 448 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Dauter von St. Nazaire zu seiner 4. Unternehmung aus. Am 12.09.1943 musste das Boot wegen eines defekten Hagenuk-Geräts zurück nach St. Nazaire. Nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte es im Nordatlantik. Zur Verlängerung der Einsatzfähigkeit wurde U 448 am 24.09.1943 von U 460 mit 20,5 m³ Brennstoff und Proviant versorgt. Das Boot gehörte auf dieser Fahrt zu den U-Boot-Gruppen U-Boot-Gruppe Rossbach und U-Boot-Gruppe Schlieffen. Im Verlauf dieser Unternehmung gelang der Abschuss von einem Flugzeug (Short Sunderland S der RCAF Squadron 422). U 448 konnte keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 59 Tagen lief das Boot am 03.11.1943 wieder in St. Nazaire ein.

Original Kriegstagebuch U 448 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

14.02.1944 - 14.04.1944: Ausgelaufen von St. Nazaire - Verlust des Bootes


Am 14.02.1944 lief U 448 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Dauter von St. Nazaire zu seiner 5. und letzten Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik sowie westlich von Irland. Es gehörte auf dieser Fahrt zur U-Boot-Gruppe U-Boot-Gruppe Preussen. U 448 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen. Nach einer Gesamtdauer von 61 Tagen wurde U 448 am 14.04.1944 von einem britischen und einem kanadischen Kriegsschiff versenkt.

Original Kriegstagebuch U 448 - 5. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 14.04.1944
Letzter Kommandant: Helmut Dauter
Ort: Nordatlantik
Position: 46° 22' Nord - 19° 35' West
Planquadrat: BE 5726
Verlust durch: Wasserbomben
Tote: 9
Überlebende: 42
Besatzung: Besatzungsliste U 448

Verbleib im Detail


Am 14.04.1944 wurde U 448 im Nordatlantik nordöstlich der Azorischen Inseln durch Wasserbomben der kanadischen Fregatte HMCS Swansea (K.328) unter Commander Clarance-Aubrey King und der britischen Sloop HMS Pelican (U.86) unter Commander John-Stanley Dalison versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 14.04.44 im Nordatlantik nordöstlich der Azoren beim Versuch, den britischen Geleitträger HMS BITER (D.97) anzugreifen, durch Asdic geortet. Nach zwei Stunden Verfolgung hatte U 448 erneut die BITER auf Angriffsentfernung, wurde aber durch die kanadische Fregatte SWANSEA der 9. Support Group geortet und zusammen mit der britischen Sloop PELICAN der 7. Support Group durch Wasserbomben zum Auftauchen gezwungen. Die Besatzung verließ das Boot, bevor dieses gegen 18:20 h sank. Die kanadischen Fregatten SWANSEA, HMCS MATANE (K.444), HMCS STURMONT (K.327) und die Korvette HMCS OWEN SOUND (K.340) der 9. Support Group waren in das Seegebiet nördlich der Azoren befohlen wurden, um die auf U-Boot-Jagd befindliche 7. Support Group mit dem Geleitträger BITER zu unterstützen.

U 448 lief am 14.04.44 gegen 16:00 h mit östlichem Kurs im Unterwassermarsch auf 40 Meter Tiefe auf den heimatlichen Stützpunkt zu. Das Boot befand sich in der Außenbiscaya und war auf dem Rückmarsch von den isländischen Gewässern. In den frühen Nachmittagsstunden kam von achtern eine Horchpeilung auf. Es handelte sich um das typische Geräusch einer Kolbenmaschine, das nach kurzer Zeit genau über das Boot hinweg wanderte. Da ein Dampfer vermutet werden mußte, versuchte U 448 sofort auf Sehrohrtiefe, erhielt jedoch im gleichen Moment eine sehr genau liegende Wasserbombenserie, die zu empfindlichen Ausfällen führte. Die Wasserbomben trafen das Boot unerwartet, da vorher kein Ortungsgeräusch festgestellt worden war. U 448 ging sofort auf große Tiefe. Nach Beseitigung der Störungen wurden eine Reihe von anderen Horchpeilungen festgestellt, die in nördlicher Richtung einen breiten Sektor ausfüllten. Drei ausgesprochene Zerstörergeräusche wurden in unmittelbarer Nähe wahrgenommen.

Es begann jetzt eine zweieinhalbstündige Wasserbombenverfolgung, in der U 448 nach und nach zerschlagen wurde. Das Boot konnte sich, trotz Boldausstoß und wilder Ausweichkurse mit wechselnden Tauchtiefen, der Verfolgung nicht mehr entziehen und befand sich zeitweise auf 230 Meter Tauchtiefe. Am Bombenwurf waren nur zwei Kriegsschiffe beteiligt, die das Boot überliefen und Wasserbombenteppiche warfen. Die Serien lagen genau und wirksam. U 448 erlitt immer schwere Beschädigungen. Neben den üblichen Störungen der Steuer- und elektrischen Anlagen erfolgten Wassereinbrüche über die Außenbordverschlüsse. Das Boot wurde stark achterlastig. Beide Diesel und eine E-Maschine waren durch Wassereinwirkung ausgefallen. Wassereinbruch an einem Torpedoflansch im Bugraum. Risse zahlreicher Batteriezellen führten zu der gefürchteten Chlorgasentwicklung. Das alles hätte jedoch nicht zur Aufgabe zwingen können, wenn nicht die letzte Wasserbombenserie einen Druckkörperriß Backbord achtern, neben dem E-Verdichter verursacht hätte. Da durch diesen Riß wegen der großen Tauchtiefe in Sekunden tonnenweise Wasser ins Boot strömte, mußte sofort angeblasen werden, um den totalen Verlust des Bootes zu vermeiden.

U 448 durchbrach die Wasseroberfläche nur mit dem Vorschiff und dem Turm, sämtlichen Maschinenwaffen waren restlos demoliert und verbogen. Die Antriebselemente waren ausgefallen. Das Achterschiff voll Wasser. In etwa 300 Meter Entfernung lagen die beiden Kriegsschiffe SWANSEA und PELICAN, die sofort das Feuer eröffneten. In Sichtweite lagen weiterhin etwa zehn Zerstörer und der Hilfsflugzeugträger BITER. Angesichts dieser Lage und der Kampfunfähigkeit des Bootes, erfolgte der Befehl: Alle Mann aus dem Boot. Während des Aussteigens der Besatzung lag U 448 unter dem direkten Beschuß der Kriegsschiffe. Das Boot erhielt keine schweren Treffer. Es wurden dabei aber neun Mann der Besatzung getötet und vier Mann verwundet. Die Beschießung dauerte nur wenige Minuten und wurde dann eingestellt. U 448 wurde durch Ziehen der Entlüftungen selbst versenkt. Kommandant, Leitender Ingenieur und Zentralemaat gingen als letzte über Bord. Nach etwa zehn Minuten setzten beide Zerstörer Boote aus und nahmen die Besatzung auf.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 219 - 220.



Clay Blair schreibt dazu:

[...], Helmut Dauters U 448, patrouillierte vor der Westküste Islands. Er meldete, es gebe dort keinen Schiffsverkehr, und folgerte daraus (etwa voreilig), diese Gewässer seien augenblicklich für den Gegner nicht von Bedeutung. Am 14. April entdeckten ihn die kanadische Support Group 9 (drei Fregatten, eine aufgerüstete Korvette) und die britische Sloop Pelican, die sich westlich des Golfs von Biskaya auf Patrouillenfahrt befanden. Die Schiffe brachten U 448 mit Hedgehog-Geschossen und Wasserbomben an die Oberfläche und durchsiebten es dann mit Geschützfeuer. Die Kriegsschiffe retteten Dauter und 41 weitere Deutsche. Einer der zehn Deutschen, die bei der Versenkung des Bootes starben, war Martin Lange, der Arzt an Bord von U 448, ein >>älterer Mann<< , der im Wasser einen tödlichen Herzschlag erlitt, wie die Briten berichteten. Die Admiralität rechnete das Verdienst an der Versenkung der kanadischen Fregatte Swansea (C.A. King) und der Sloop Pelican (John S. Dallison) zu.

Aus Clay Blair - Band 2 Die Gejagten - S. 583.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 583.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 48.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 84, 240.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 82, 219 - 221.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 64, 269, 273.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 436 - U 500" - Eigenverlag - S. 85 - 93.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 169.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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