Kapitänleutnant (V)

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Kapitänleutnant (V)


Der Kapitänleutnant (V) war der dritte Offiziersdienstgrad innerhalb der Verwaltungsoffizierslaufbahn der Kriegsmarine. Verwaltungsoffiziere gehörten zum Marineoffizierkorps und waren für die fachliche Leitung und Durchführung der Verwaltungsaufgaben innerhalb der Kriegsmarine zuständig.

Der Kapitänleutnant (V) der Reserve (Kptlt. (V) d.R.) bezeichnete einen Kapitänleutnant (V), der als Reserveoffizier nicht zum aktiven Personal der Kriegsmarine gehörte, jedoch für Wehrdienstleistungen herangezogen werden konnte.

Kapitänleutnante (V) verfügten über umfangreiche praktische Erfahrungen im Verwaltungsdienst und konnten neben ihren fachlichen Aufgaben mit verantwortungsvollen militärischen Führungs-, Ausbildungs- und Stabsverwendungen betraut werden. Sie wurden sowohl an Bord von Kriegsschiffen als auch bei Kommandobehörden und Verwaltungseinrichtungen an Land eingesetzt.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Das Dienstgradabzeichen des Kapitänleutnants (V) bestand aus vier nebeneinanderliegenden silbernen Plattschnüren, wobei die innere Schnur oben die Knopflochschlinge bildete. Auf dem Schulterstück wurden zwei goldene Rangsterne („Pickel“) getragen. Dazwischen befand sich als Laufbahnabzeichen der goldene Merkurstab.

Auf beiden Unterärmeln trug der Kapitänleutnant (V) zwei goldene Ärmelstreifen von 1,6 cm Breite. Zwischen den beiden Streifen befand sich ein 0,9 cm breiter Zwischenstreifen. Darüber befand sich als Laufbahnabzeichen ein goldgestickter Merkurstab.

Zur Uniform gehörte die blaue Schirmmütze der Kriegsmarine. Auf dem Schirm befand sich ein etwa 7 mm breiter goldener, nach innen stumpf beziehungsweise rund gezackter Streifen.

Verwaltungsoffizierslaufbahn


Die Laufbahn der Verwaltungsoffiziere wurde 1935 bei der Kriegsmarine eingeführt. Verwaltungsoffiziere bildeten gemeinsam mit den See-, Ingenieur-, Sanitäts- und Waffenoffizieren das Marineoffizierkorps. Die Ausbildung erfolgte nach gemeinsamen Grundsätzen und wurde auf die besonderen fachlichen Erfordernisse der Verwaltungsoffizierslaufbahn ausgerichtet.

Verwaltungsoffiziere fanden Verwendung als Verwaltungsreferenten bei Kommandobehörden an Land und im Oberkommando der Kriegsmarine. Weitere Verwendungen bestanden als Lehrer an der Marineschule Mürwik, als Ausbildungsoffiziere für den Verwaltungsoffiziersnachwuchs, als Adjutanten höherer Seebefehlshaber sowie in Einzelfällen als Kompaniechefs und Zugführer an Land. Im Gefecht übernahmen sie an Bord militärische Aufgaben.

Der Aufgabenkreis der Verwaltungsoffiziere umfasste die Beratung der militärischen Vorgesetzten in Verwaltungsfragen sowie die verantwortliche Leitung der Verwaltung an Bord von Kriegsschiffen und bei Landmarineteilen. Dazu gehörten insbesondere die Besoldung, Verpflegung, Bekleidung und Ausrüstung des Personals sowie die Beschaffung von Geldmitteln, Lebensmitteln, Betriebsstoffen und sonstigem Schiffsbedarf.

Darüber hinaus wirkten Verwaltungsoffiziere bei Ausbildungs- und Organisationsfragen, bei der Bearbeitung von Vorschriften und bei Verwaltungsangelegenheiten der militärischen Einheiten mit.

Für den Dienst im Ausland waren gute fremdsprachliche Kenntnisse von besonderer Bedeutung. Die Ausbildung konnte daher durch entsprechende Sprachlehrgänge ergänzt werden.

Verwaltungsoffiziersausbildung


Die Ausbildung der Verwaltungsoffiziere verband militärische Grundausbildung, fachliche Verwaltungsausbildung, Borddienst und praktische Verwendungen im Verwaltungsdienst.

Die Ausbildung gliederte sich in folgende Abschnitte:

  • 3 Monate militärische Grundausbildung.
  • 2 Monate erste Verwaltungsausbildung an der Marineschule Mürwik.
  • 3 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder einer anderen Überwassereinheit der Kriegsmarine; während dieser Zeit Ernennung zum Kadetten (V).
  • 5 Monate Ausbildung an der Marineschule Mürwik mit Abschluss durch die Verwaltungsoffiziershauptprüfung; während dieser Zeit Beförderung zum Fähnrich (V).
  • 5 Monate Ausbildung im Verwaltungsdienst bei einem Marineteil an Land.
  • 5 Monate Ausbildung im Verwaltungsdienst an Bord; während dieser Zeit Beförderung zum Oberfähnrich (V).

Nach einer Gesamtausbildungszeit von etwa zwei Jahren erfolgte die Beförderung zum Leutnant (V).

Nach der Beförderung zum Leutnant (V) folgte die weitere Ausbildung im praktischen Verwaltungsdienst an Bord. Ergänzend konnten Lehrgänge bei Intendanturen und örtlichen Behörden durchgeführt werden. Die Ausbildung wurde mit der Ergänzungsprüfung abgeschlossen.

Mit zunehmender Dienstzeit und Erfahrung erfolgte die weitere Beförderung zum Oberleutnant (V) und anschließend zum Kapitänleutnant (V).

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com