U 263
Kriegsmarine Unterseeboot U 263
| Typ: | VII C |
| Bauauftrag: | 15.08.1940 |
| Bauwerft: | Bremer Vulkan Schiffbau und Maschinenfabrik Bremen-Vegesack |
| Serie: | U 251 - U 291 |
| Baunummer: | 28 |
| Kiellegung: | 08.06.1941 |
| Stapellauf: | 18.03.1942 |
| Indienststellung: | 06.05.1942 |
| Kommandant: | Kurt Nölke |
| Feldpostnummer: | M - 02 258 |
Kommandanten
| 06.05.1942 - 20.01.1944 | Kapitänleutnant Kurt Nölke |
Flottillen
| 06.05.1942 - 31.10.1942 | 8. U-Flottille, Danzig (Ausbildungsboot) |
| 01.11.1942 - 20.01.1944 | 1. U-Flottille, Brest (Frontboot) |
Einsätze
1. Unternehmung
27.10.1942 - 29.10.1942: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand
29.10.1942 - 29.11.1942: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in La Pallice
Am 27.10.1942 lief U 263 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Kurt Nölke von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte nach einer Brennstoffergänzung in Kristiansand im Nordatlantik sowie westlich von Gibraltar. Es gehörte zur Westwall. Während dieser insgesamt 34 Tage dauernden Fahrt wurden 5.282 sm über und 482 sm unter Wasser zurückgelegt. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 2 Schiffen mit insgesamt 12.376 BRT. Am Ende der Unternehmung lief U 263 am 29.11.1942 in La Pallice ein. Dort begann im Anschluss der Umbau zum Flak-U-Boot, der jedoch im Mai 1943 eingestellt wurde, woraufhin das Boot wieder sein ursprüngliches Aussehen als Kampfboot erhielt. → Erfolge U 263
Original Kriegstagebuch U 263 - 1. Unternehmung
2. Unternehmung
19.01.1944 - 20.01.1944: Ausgelaufen von La Pallice - Boot verschollen
Am 19.01.1944 lief U 263 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Kurt Nölke von La Pallice zu seiner 2. und letzten Unternehmung aus. Während eines Tieftauchversuchs in der Biskaya stellte die Besatzung einen eingedrückten Tauchbunker fest, woraufhin das Boot den Rückmarsch antrat. U 263 erreichte den Hafen von La Pallice jedoch nie und gilt seither als verschollen. Während dieser kurzen Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 263 - 2. Unternehmung
Verbleib
| Datum: | 20.01.1944 |
| Letzter Kommandant: | Kurt Nölke |
| Ort: | Biskaya |
| Position: | (45° 40' Nord - 03° 00'W' West) |
| Planquadrat: | (BF 6789) |
| Verlust durch: | Unbekannt |
| Tote: | 51 |
| Überlebende: | 0 |
| Besatzung: | Besatzungsliste U 263 |
Verbleib im Detail
U 263 ist seit dem 20.01.1944 in der Biskaya vor La Rochelle aus unbekannter Ursache verschollen.
- U 632 meldete am 20.01.1944 seine Absicht, nach La Pallice zurückzukehren, da es nach schweren Schäden, bei einem Tauchversuch tauchunklar war. Als die Übermittlung der letzten Funkmeldung nur unvollständig aufgenommen wurde, und das Boot daraufhin nicht auf sofortigen Befehl seine Position meldete, wurde U 263 ab 20.01.1944 als vermisst gemeldet. Da es keine alliierten Angriffe gab, die den Verlust des Bootes erklären könnten, ist es wahrscheinlich, dass U 263 bei einem Unfall infolge der bei dem Tieftauchversuch erlittenen strukturellen Schäden verlorenging. (Dr. Axel Niestlé - S. 217).
Zitate aus der Literatur
Busch/Röll schreiben dazu:
Am 20.01.1944 in der Biskaya vor La Rochelle nach einem Tieftauchversuch schwere Beschädigungen gemeldet, von Suchfahrzeuge nicht mehr gefunden. U 263 war am 19.01.1944 aus La Pallice ausgelaufen. Am 20.01.1944 vormittags meldete das Boot: Tauchbunker 2 Backbord bei Tieftauchversuch eingedrückt, tauchunklar, Ursache nicht bekannt. Rückmarsch nach La Pallice. Erbitte Geleit, stehe ... Die weiteren Gruppen dieses Funkspruchs konnten nicht mehr aufgenommen werden. U 263 wurde nach dem Standort gefragt, antwortete aber nicht.
Es wurden sofort zwei Minensuchboote und zwei Vorpostenboote sowie vier Ju-88-Flugzeuge entgegengeschickt, die zweitägige mit den Minensuch- und Vorpostenbooten blieb jedoch erfolglos. Anzeichen für eine Feindeinwirkung außer vielleicht einer möglichen Minenexplosion wurden nicht bekannt. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß der Verlust durch eine Minenexplosion eingetreten ist. Es kann aber auch eine Tauchpanne nicht ausgeschlossen werden.
| colspan="3" 1973 fanden französische Taucher ein U-Boot-Wrack auf Position 46° 06.28' Nord - 01° 36.06.5' West, welches auf Grund einer Länge von circa 70 Metern nur ein Boot vom Typ VII sein kann. In dieser von den Franzosen bekannten Position gingen während des zweiten Weltkrieges die beiden U-Boote U 263 am 20.01.1944 und U 667 am 25.08.1944 verloren. Die Annahme, dass das gefundene Wrack durch einen Minentreffer gesunken war, da es inmitten einem von der Royal Air Force stark verminten Gebiet liegt, bestätigte sich dahingehend, dass das U-Boot am Bug stark beschädigt ist, womit das gefundene U-Boot mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht U 263, sondern U 667 ist.
Aufgrund des abgebrochenen Funkspruches von U 263 muss das Boot durch die Schäden am Tauchbunker gesunken sein. Der betroffene Tauchbunker 2 liegt auf der Backbordseite achtern, womit das gefundene Wrack an dieser Stelle Schäden aufweisen müsste. Da das gefundene Wrack aber lediglich schwere Schäden am Bug aufweist, muss es als richtig angesehen werden, dass das Wrack nicht U 263 ist.
Die Wahrscheinlichkeit, dass U 263 während der Abgabe des Funkspruches gesunken ist, deutet daraufhin, dass das Sinken auf den beschädigten Tauchbunker 2 zurückzuführen ist, welcher vielleicht von einer Mine verursacht wurde, und von der Mannschaft unterschätzt worden war. Möglicherweise führte eine schlampig ausgeführte Reparatur des durch die vorangegangenen Angriffe schwer beschädigten Bootes zu der Panne bei dem Tieftauchversuch. Auch ist Sabotage durch französische Hilfsarbeiter bei der Werft ein möglicher Grund für eine schlecht ausgeführte Reparatur an dem Boot.
Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 183 - 184.
Clay Blair schreibt dazu:
Das von La Pallice am 19. Januar ausgelaufene frühere Flak-Boot U 263 unter Kurt Nölke meldete, daß der äußere Treibstofftank Nr. 2, Backbordseite beim tiefen Probetauchen leckgeschlagen sei und daß das Boot sofort Hilfe benötige. Die U-Boot-Führung beeilte sich, Minensuchboote und Flugzeuge in die Biskaya zu beordern, um dem Boot Hilfe zu leisten, doch sie konnten keine Anzeichen von U 263 oder seiner Besatzung finden. Die U-Boot-Führung schreib dem Verlust einer technischen Panne zu; die Alliierten vermuteten, das Boot sei auf eine Mine gelaufen.
Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 569.
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 569.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 171
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997- S. 75, 220.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 183, 184, 288.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - "Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 162.
Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 50, 217.
Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 223 - U 300" - Eigenverlag - S. 215 - 218.
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 206.