U 473

Aus uboot Wiki
Version vom 10. Mai 2026, 14:09 Uhr von Wikiadmin (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{{Navi-U-Boot|U 472|U 475}} <div style="border: 1px solid #aaa; padding: 25px; background-color: #ffffff; box-shadow: 2px 2px 5px rgba(0,0,0,0.05); font-family: sans-serif;"> == Kriegsmarine Unterseeboot U 473 == {| class="wikitable" style="width:100%; text-align:left; background-color:#ffffff;" |- | style="width:20%;" | Typ: | VII C |- | Bauauftrag: | 20.01.1942 |- | Bauwerft: | Deutsche Werke AG Kiel |- | Serie: | U 465 - U 486 |- |…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
U 472
   U 475

Kriegsmarine Unterseeboot U 473

Typ: VII C
Bauauftrag: 20.01.1942
Bauwerft: Deutsche Werke AG Kiel
Serie: U 465 - U 486
Baunummer: 304
Kiellegung: 01.12.1941
Stapellauf: 17.04.1943
Indienststellung: 16.06.1943
Kommandant: Heinz Sternberg
Feldpostnummer: M - 52 367

Kommandanten

16.06.1943 - 06.05.1944 Kapitänleutnant Heinz Sternberg

Flottillen

16.06.1943 - 31.12.1943 5. U-Flottille, Kiel (Ausbildungsboot)
01.01.1944 - 06.05.1944 9. U-Flottille, Brest (Frontboot)

Einsätze


Verlegungsfahrt

19.03.1944 - 21.03.1944: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

21.03.1944 - 22.03.1944: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Bergen


Am 19.03.1944 lief U 473 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinz Sternberg von Kiel aus. Das Boot verlegte über Kristiansand (Brennstoffergänzung) nach Bergen. Nach einer Gesamtdauer von 4 Tagen lief das Boot am 22.03.1944 in Bergen ein. Dort erfolgten Tieftauchversuche und Alarmübungen.



1. Unternehmung

27.03.1944 - 18.04.1944: Ausgelaufen von Bergen - Eingelaufen in Lorient


Am 27.03.1944 lief U 473 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinz Sternberg von Bergen zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik. Während der Fahrt wurden die Fu.M.B.-Geräte „Pudel“, „Bulldogge“, „Fliege“, „Cuba“, „Ia“, „Spitz“, „Samos“, „Dackel“ und „Flamingo“ getestet. Im Verlauf der Unternehmung gelangen keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 23 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 2.243 sm über und 714 sm unter Wasser lief das Boot am 18.04.1944 in Lorient ein.

Original Kriegstagebuch U 473 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

24.04.1944 - 06.05.1944: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes


Am 24.04.1944 lief U 473 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinz Sternberg von Lorient zu seiner 2. und letzten Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, südwestlich von Irland. Nach einer Gesamtdauer von 13 Tagen wurde U 473 am 06.05.1944, nach schwerer Beschädigung durch britische Kriegsschiffe, selbst versenkt. U 473 konnte auf dieser Unternehmung einen Zerstörer mit 1.400 ts beschädigen. → Erfolge U 473

Original Kriegstagebuch U 473 - 2. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 06.05.1944
Letzter Kommandant: Heinz Sternberg
Ort: Nordatlantik
Position: 49° 29' Nord - 21° 22' West
Planquadrat: BE 1681
Verlust durch: Wasserbomben und Artillerie
Tote: 23
Überlebende: 30
Besatzung: Besatzungsliste U 473

Verbleib im Detail


Am 06.05.1944 wurde U 473 im Nordatlantik südwestlich von Island durch die britischen Sloops HMS Starling (U.66) unter Captain Frederic-John Walker, HMS Wild Goose (U.45) unter Lieutenant Commander David-Edward-Gillespie Wemyss und HMS Wren (U.28) unter Lieutenant Commander Sidney-Richard-James Woods mit Wasserbomben zum Auftauchen gezwungen. Das Boot sank nach einem 20-minütigen Artilleriegefecht.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Versenkungsbericht des Sanitätsmaates Walter Illig:

Am 06.05.44 morgens gegen 02:30 h ist U 473 gesunken. Das Boot wurde bis zur Versenkung mit 314 Wasserbomben belegt. Am 06.05.44 kurz vor 02:00 h tauchte das Boot auf und wurde gleich von allen Seiten mit sehr starkem Artilleriefeuer angegriffen. Um das Boot standen drei britische U-Jäger, sieben Zerstörer und ein britischer Geleitträger. Wir hatten gleich bei Beginn des Feuers einen Treffer in der Ruderanlage, so daß das Boot nur noch im Kreis fahren konnte. Gleich bei Feuerbeginn sind der Kommandant, der I. Wachoffizier und die Brückenwache gefallen. An eine Gegenwehr unsererseits war gar nicht zu denken. Der Leitende Ingenieur gab Befehl zum Aussteigen. Um 02:17 h verließ ich U 473 und wurde nach einiger Zeit mit noch mehreren Kameraden von der STARLING gerettet. Einige Männer fanden im Wasser den Tod, teils durch Kälte, teils durch die Kampfhandlung. Einige der Geretteten kamen verwundet in Gefangenschaft. Am nächsten Tag, als wir nochmals über die Versenkungsstelle fuhren, wurde nur noch eine Wolldecke vom Boot gefunden, weiter nichts. In England kamen wir mit den Geretteten der anderen U-Jäger zusammen. Der Rest der Besatzung betrug 30 Mann. 23 Mann fanden beim Bootsuntergang den Tod.

Ein weiterer Versenkungsbericht:

U 473 ist am 06.05.44 zwischen 02:00 h und 02:30 h untergegangen. Nicht am 05.05.44, wie verschiedentlich in der Literatur berichtet wird. Auch hatten wir keinen T-5 Zaunkönig-Duell geführt. Es waren zwei T-5 Torpedos an Bord. Einen davon hatten wir im Morgengrauen des 04.05.44 auf den US-Zerstörer USS DONNELL (DE-56) abgeschossen. Der zweite lag noch in Rohr V. An ein Artilleriegefecht unsererseits war wegen Luftmangels beim Auftauchen am 06.05.44 überhaupt nicht zu denken. Das Boot wurde regelrecht zusammengeschossen. Eine Gegenwehr war - bei dem Aufgebot der Alliierten - unmöglich. Ebenso hatte U 473 keinerlei Horchtorpedos verschossen, die von den Briten angeblich laufend gehört wurden. Auch hatte U 473 keine 8,8 cm an Bord. Die Bewaffnung bestand aus einer 3,7-cm und zwei 2-cm-Zwilling. Somit konnte das Boot überhaupt kein Artillerieduell führen, wie es von den Briten behauptet wurde. Im Wasser schwimmend wurden wir aus der Luft von Flugzeugen des Geleitträgers HMS TRACKER (D.24) beschossen. Die umstehenden Überwasserfahrzeuge der Briten veranstalteten ein Scheibenschießen auf uns.

Nachdem der Torpedoschuß auf die DONNELL bekamen wir gleich Wasserbomben und mußten auf Tiefe gehen. Als wieder Ruhe eingetreten war, tauchte U 473 auf, um den Geleitzug weiter zu verfolgen. Kaum war der Funkspruch über die Sichtmeldung an die Flottille abgesetzt, da hatte der Funker Radarortung und die Fahrt ging erneut in die Tiefe. Bis zum 06.05.44 gegen 02:00 h hatte U 473 von den suchenden Sloops über 300 Wasserbomben erhalten. Das Boot war mit 53 Mann besetzt. 23 Kameraden fanden bei den Kampfhandlungen am 06.05.44 den Tod. Die Überlebenden gingen am 17.05.44 in Liverpool auf einen langen Weg in die Gefangenschaft.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 230 - 231.



Clay Blair schreibt dazu:

U 473 unter dem Kommando von Heinz Sternberg hatte am 3. Mai den amerikanischen Zerstörer Donnell mit einen T-5 torpediert und beschädigt. Dieser Angriff führte dazu, daß das Western Approaches Command Johnny Walkers kürzlich von der Halbinsel Kola zurückgekehrte Support Group 2 anwies, die Jagd auf U 473 zu eröffnen. In den frühen Morgenstunden des 5. Mai erhielt eines der Kriegsschiffe dieser Einheit, die Sloop Wild Goose, einen deutlichen Sonarkontakt und warf zehn Wasserbomben. Danach jagten diese und die anderen vier Schiffe, die Sloops Wren und die Fregatten HMS Bentley (K.465) und HMS Gore (K.481), das U-Boot unerbittlich. Bei den Angriffen an diesem Tag wurden insgesamt 345 (!) auf Tiefen von 15 bis 30 Meter eingestellte Wasserbomben geworfen. Sternberg tauchte allerdings sehr tief (200 Meter), und keine der Wabos konnte ihn etwas anhaben.

Kurz nach Mitternacht, am 6. Mai, tauchte Sternberg auf, weil er Frischluft brauchte und die Batterie laden wollte. Er beabsichtigte außerdem, mit Hilfe der Dieselmotoren zu entkommen. Die Sloops Starling, Wild Goose und Wren lagen in Wartestellung und eröffneten sofort das Feuer aus den Hauptgeschützen. Sternberg ordnete volle Fahrt an und schoß einen T-5 auf die Wren, der das Schiff nur um drei Meter verfehlte. Auf der Brücke befahl er, die anderen drei Bugrohre abschußfertig zu machen, doch bevor er in Schußposition kam, tötete ihn das Geschützfeuer der Alliierten. Die anderen Besatzungsmitglieder gaben das Boot auf und stellten die Sprengsätze für die Selbstversenkung ein. Die Sloops retteten 30 von 53 Deutschen. Die Gefangenen erklärten, der Aufbau auf Deck von U 473 sei mit einer ungewöhnlichen grauen Farbe gestrichen worden, die Infrarotlicht absorbieren sollte.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 601.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 601.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 234.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 116, 190.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 230 - 231.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 209.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 66, 280, 281.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 436 - U 500" - Eigenverlag - S. 285 - 286.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 24.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

U 472
   U 475