U 654
Kriegsmarine Unterseeboot U 654
| Typ: | VII C |
| Bauauftrag: | 09.10.1939 |
| Bauwerft: | Howaldtswerke AG Hamburg |
| Serie: | U 651 - U 686 |
| Baunummer: | 803 |
| Kiellegung: | 01.06.1940 |
| Stapellauf: | 03.05.1941 |
| Indienststellung: | 05.07.1941 |
| Kommandant: | Hans-Joachim Hesse |
| Feldpostnummer: | M - 46 564 |
Kommandanten
| 05.07.1941 - 02.12.1941 | Korvettenkapitän Hans-Joachim Hesse |
| 02.12.1941 - 22.08.1942 | Oberleutnant zur See Ludwig Forster |
Flottillen
| 05.07.1941 - 31.10.1941 | 5. U-Flottille, Kiel (Ausbildungsboot) |
| 01.11.1941 - 22.08.1942 | 1. U-Flottille, Brest (Frontboot) |
Einsätze
Verlegungsfahrt
16.11.1941 - 18.11.1941: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand
18.11.1941 - 18.11.1941: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Egersund
19.11.1941 - 19.11.1941: Ausgelaufen von Egersund - Eingelaufen in Stavanger
Am 16.11.1941 lief U 654 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Joachim Hesse von Kiel aus. Das Boot verlegte über Kristiansand wegen eines Geleitwechsels und Egersund, wo der Kommandant wegen eines Scharlachverdachts von Bord ging, nach Stavanger. Nach einer Gesamtdauer von 4 Tagen lief das Boot am 19.11.1941 in Stavanger ein, um dort unter Quarantäne gestellt zu werden.
Verlegungsfahrt
04.12.1941 - 04.12.1941: Ausgelaufen von Stavanger - Eingelaufen in Bergen
Am 04.12.1941 lief U 654 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Joachim Hesse von Stavanger aus. Das Boot verlegte nach Bergen. Nach einer Gesamtdauer von 1 Tag lief das Boot am 04.12.1941 in Bergen ein.
1. Unternehmung
07.12.1941 - 09.12.1941: Ausgelaufen von Bergen - Eingelaufen in Bergen
15.12.1941 - 25.12.1941: Ausgelaufen von Bergen - Eingelaufen in Brest
Am 07.12.1941 lief U 654 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Ludwig Forster von Bergen zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach zwei Tagen musste das Boot wegen eines defekten Sehrohrs zurück nach Bergen. Nach der Reparatur und dem erneuten Auslaufen operierte es bei der Überführung nach Frankreich im Nordatlantik. Im Verlauf der Unternehmung gelangen keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 19 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 1.987 sm über und 93,7 sm unter Wasser lief das Boot am 25.12.1941 in Brest ein.
Original Kriegstagebuch U 654 - 1. Unternehmung
2. Unternehmung
03.01.1942 - 19.02.1942: Ausgelaufen von Brest - Eingelaufen in Brest
Am 03.01.1942 lief U 654 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Ludwig Forster von Brest zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik und bei der Neufundlandbank, dabei gehörte es zur U-Boot-Gruppe Ziethen. Im Verlauf der Unternehmung gelang die Versenkung von 1 Korvette mit 900 ts. Nach einer Gesamtdauer von 48 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 6.353,9 sm über und 361 sm unter Wasser lief das Boot am 19.02.1942 wieder in Brest ein. → Erfolge U 654
Original Kriegstagebuch U 654 - 2. Unternehmung
3. Unternehmung
21.03.1942 - 18.05.1942: Ausgelaufen von Brest - Eingelaufen in Lorient
18.05.1942 - 19.05.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Brest
Am 21.03.1942 lief U 654 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Ludwig Forster von Brest zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik und vor der Ostküste der USA. Der Rückmarsch führte über Lorient wegen eines Zwischenstopps bei der 10. U-Flottille nach Brest. Im Verlauf der Unternehmung gelang die Versenkung von 3 Schiffen mit zusammen 17.755 BRT. Nach einer Gesamtdauer von 60 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 8.188 sm über und 402 sm unter Wasser lief das Boot am 19.05.1942 wieder in Brest ein. → Erfolge U 654
Original Kriegstagebuch U 654 - 3. Unternehmung
4. Unternehmung
09.07.1942 - 10.07.1942: Ausgelaufen von Brest - Eingelaufen in Lorient
11.07.1942 - 22.08.1942: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes
Am 09.07.1942 lief U 654 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Ludwig Forster von Brest zu seiner 4. Unternehmung aus. Nach Ergänzungen in Lorient, operierte das Boot im Nordatlantik, in der Karibik und nördlich von Colon. Am 03.08.1942 wurde es von U 463 mit 40 m³ Brennstoff und 14 Tagen Proviant versorgt. Im Verlauf der Unternehmung gelangen keine Versenkungen oder Beschädigungen von Schiffen. Nach einer Gesamtdauer von 45 Tagen wurde U 654 am 22.08.1942 von einem amerikanischen Flugzeug versenkt.
Original Kriegstagebuch U 654 - 4. Unternehmung (B.d.U. op.)
Verbleib
| Datum: | 22.08.1942 |
| Letzter Kommandant: | Ludwig Forster |
| Ort: | Karibik |
| Position: | 12° 00' Nord - 79° 56' West |
| Planquadrat: | EB 8619 |
| Verlust durch: | Torpex-Wasserbomben |
| Tote: | 44 |
| Überlebende: | 0 |
| Besatzung: | Besatzungsliste U 654 |
Verbleib im Detail
Am 22.08.1942 wurde U 654 in der Karibik nördlich von Colon (Panama) durch vier Torpex-Wasserbomben einer Douglas B-18 Bolo unter Lieutenant Penev-A. Koenig der US-Army-Air-Forces Bombardement Squadron 45 versenkt.
Zitate aus der Literatur
Clay Blair schreibt dazu:
Ludwig Forster patrouillierte vom 12. bis zum 21. August mit dem Typ-VII-Boot U 654 vor Panama. In dieser Zeit sichtete er nur ein Schiff, ein schnelles Torpedoboot. Nach Eingang seines Zwischenberichtes verlegte Kernével das Boot in das Gebiet genau südlich der Guantánamo Bay in die Windward Passage. Am nächsten Tag, dem 22. August, entdeckte eine mit Radar ausgestattete B-18 der 45th Bombardement Squadron der Army Air Forces das Boot an der Wasseroberfläche. Der Pilot P.A. Koening flog einen schnellen und geschickten Angriff und warf vier auf geringe Wassertiefe eingestellte Torpex-Wasserbomben, die zu beiden Seiten des Bootes einschlugen. Augenblicke später kamen Öl und Trümmerstücke an die Oberfläche, das letzte Zeichen von U 654. Es gab keine Überlebenden.
Aus Clay Blair - Band 1 - Die Jäger - S. 784.
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB
Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Jäger 1939 - 1942" - Heyne Verlag 1998 - S. 784.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 68, 99.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 49, 235.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 57.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 280.
Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 77, 273.
Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 600 - U 660" - Eigenverlag - S. 311 - 316.
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 219.