U 66
Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 66
| Bezeichnung: | U 66 |
| Typ: | IX C |
| Bauauftrag: | 07.08.1939 |
| Bauwerft: | Deschimag AG Weser Bremen |
| Serie: | U 66 - U 68 |
| Baunummer: | 985 |
| Kiellegung: | 20.03.1940 |
| Stapellauf: | 10.10.1940 |
| Indienststellung: | 02.01.1941 |
| Kommandant: | Richard Zapp |
| Feldpostnummer: | M- 21 181 |
Kommandanten
| 02.01.1941 - 21.06.1942 | Korvettenkapitän - Richard Zapp |
| 22.06.1942 - 01.09.1943 | Kapitänleutnant - Friedrich Markworth |
| 06.08.1943 - 01.09.1943 | Oberleutnant zur See - Paul Frerks (in Vertretung) |
| 02.09.1943 - 06.05.1944 | Oberleutnant zur See - Gerhard Seehausen |
Flottillen
| 02.01.1941 - 30.04.1941 | 2. U-Flottille, Wilhelmshaven (Ausbildungsboot) - Original Kriegstagebuch U 66 - Ausbildung |
| 01.05.1941 - 06.05.1944 | 2. U-Flottille, Wilhelmshaven / Lorient (Frontboot) |
Einsätze
1. Unternehmung
13.05.1941 - 13.05.1941: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Brunsbüttel
14.05.1941 - 11.06.1941: Ausgelaufen von Brunsbüttel - Eingelaufen in Lorient
U 66, unter Korvettenkapitän Richard Zapp, lief am 13.05.1941 von Kiel aus. Nach dem Marsch durch den Kaiser Wilhelm Kanal und der Geleitaufnahme in Brunsbüttel, operierte das Boot im Nordatlantik, nahm am Unternehmen Rheinübung teil, und operierte anschließend südöstlich von Kap Farewell und in der westlichen Biskaya. Das Boot gehörte auf dieser Unternehmung zur U-Boot-Gruppe West. Es mußte diese Fahrt, wegen Problemen mit den Mündungsklappen, vorzeitig abbrechen. Nach 30 Tagen und zurückgelegten 4.600 sm über und 329 sm unter Wasser, lief U 66 am 11.06.1941 in Lorient ein. U 66 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen.
Original Kriegstagebuch U 66 - 1. Unternehmung
2. Unternehmung
23.06.1941 - 05.08.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 23.06.1941 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik, bei den Kapverdischen Inseln sowie vor Freetown, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Während dieser insgesamt 44 Tage dauernden Fahrt wurden 7.631 sm über und 526 sm unter Wasser zurückgelegt. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 4 Schiffen mit insgesamt 19.078 BRT. Nach Abschluss der Aufgaben im Einsatzgebiet kehrte U 66 am 05.08.1941 wieder nach Lorient zurück. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 2. Unternehmung
3. Unternehmung
28.08.1941 - 09.11.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 28.08.1941 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik, im Seegebiet vor den Kapverdischen Inseln sowie im Nordatlantik, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Während dieser insgesamt 74 Tage dauernden Fahrt wurden zirka 10.500 sm über und 238 sm unter Wasser zurückgelegt. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 1 Schiff mit 7.052 BRT. Nach Abschluss der Aufgabenstellung kehrte U 66 am 09.11.1941 wieder nach Lorient zurück. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 3. Unternehmung
4. Unternehmung
25.12.1941 - 10.02.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 25.12.1941 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 4. Unternehmung aus. Zweck dieser Fahrt war die operative Bekämpfung des feindlichen Schiffsverkehrs im Nordatlantik sowie an der Ostküste der USA. Als Teil der Einheiten für die Operation Paukenschlag operierte das Boot im zugewiesenen Seegebiet, um dort Angriffe gegen den gegnerischen Nachschub durchzuführen. Während dieser insgesamt 48 Tage dauernden Fahrt wurden zirka 7.500 sm über und 414 sm unter Wasser zurückgelegt. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 5 Schiffen mit insgesamt 36.114 BRT. Nach Abschluss der Aufgabenstellung kehrte U 66 am 10.02.1942 wieder nach Lorient zurück. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 4. Unternehmung
5. Unternehmung
21.03.1942 - 27.05.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 21.03.1942 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik sowie in der Karibik, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit wurde U 66 am 10.05.1942 von U 156 mit 5 m³ Brennstoff versorgt. Während der insgesamt 68 Tage dauernden Fahrt wurden 10.447 sm über und 478 sm unter Wasser zurückgelegt. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 6 Schiffen mit insgesamt 43.956 BRT sowie die Beschädigung von 1 Schiff mit 12.502 BRT. Nach Abschluss der Aufgaben im Einsatzgebiet kehrte das Boot am 27.05.1942 wieder nach Lorient zurück. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 5. Unternehmung
6. Unternehmung
23.06.1942 - 25.09.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in 25.09.1942 - El Ferrol
26.09.1942 - 29.09.1942: Ausgelaufen von El Ferrol - Eingelaufen in 29.09.1942 - Lorient
Am 23.06.1942 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 6. Unternehmung aus. Zweck dieser Fahrt war die operative Bekämpfung des feindlichen Schiffsverkehrs im Nordatlantik, in der Karibik sowie im Seegebiet südöstlich von Trinidad. Im Rahmen dieser Operationen legte U 66 zudem 5 Minen vor Port Castries. Zur Sicherstellung der Einsatzdauer erfolgte am 14.09.1942 eine Versorgung durch U 460 mit 30 m³ Brennstoff, 1.000 kg Schmieröl sowie Proviant; eine weitere Ergänzung von 10 m³ Brennstoff wurde am 25.09.1942 im spanischen El Ferrol durch den Versorger Max Albrecht durchgeführt. Während der insgesamt 99 Tage auf See legte das Boot zirka 14.050 sm über und 894 sm unter Wasser zurück. Im Verlauf der Operationen gelangen Angriffe, bei denen 9 Schiffe mit insgesamt 49.274 BRT versenkt wurden. Zudem verzeichnete die Führung Erfolge durch Minentreffer, durch die 2 Torpedoboote mit 44 ts beschädigt wurden. Nach Abschluss der Aufgabenstellung kehrte U 66 am 29.09.1942 wieder nach Lorient zurück. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 6. Unternehmung
7. Unternehmung
09.11.1942 - 11.11.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 09.11.1942 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 7. Unternehmung aus. Das Boot befand sich in der Biskaya auf dem Marsch in das Operationsgebiet, als es durch Angriffe britischer Flugzeuge beschädigt wurde. Aufgrund der erlittenen Schäden musste die Unternehmung vorzeitig abgebrochen werden. Nach insgesamt 3 Tagen auf See kehrte U 66 am 11.11.1942 zur Durchführung notwendiger Reparaturen nach Lorient zurück. Auf dieser kurzen Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 66 - 7. Unternehmung
8. Unternehmung
06.01.1943 - 24.03.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 06.01.1943 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 8. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik sowie im Seegebiet bei den Kanarischen und Azorischen Inseln, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Ein besonderer Zweck der Fahrt war das Absetzen des französischen Agenten J.M. Allard an der Küste von Mauretanien am 20.01.1943. Während dieses Einsatzes kehrten zwei Besatzungsmitglieder nicht wieder an Bord zurück. U 66 operierte zudem im Verband der U-Boot-Gruppen Rochen und Tümmler. Zur Sicherstellung der Einsatzdauer erfolgte am 01.03.1943 eine Versorgung durch U 461 mit 67 m³ Brennstoff, 2 m³ Motorenöl und Proviant für 14 Tage. Während der insgesamt 78 Tage auf See wurden zirka 10.970 sm über und 1.012 sm unter Wasser zurückgelegt. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 2 Schiffen mit insgesamt 4.425 BRT. Am 24.03.1943 lief das Boot wieder in Lorient ein. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 8. Unternehmung
9. Unternehmung
27.04.1943 - 01.09.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 27.04.1943 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 9. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, an der Ostküste der USA, im Mittelatlantik sowie bei den Azorischen Inseln, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft erfolgte am 06.08. und 07.08.1943 eine Versorgung durch U 118 mit Brennstoff und Proviant; eine weitere Ergänzung von 19 m³ Brennstoff und Proviant für 5 Tage wurde am 17.08.1943 von U 847 durchgeführt. Während der Operationen kam es zu einem Luftangriff durch Trägerflugzeuge, bei dem der Kommandant schwer verwundet wurde. Infolgedessen stieg am 06.08.1943 Oberleutnant zur See Paul Frerks von U 117 auf U 66 über und übernahm das Kommando zur Fortführung der Fahrt, wobei zeitgleich weiterer Proviant übernommen wurde. Während der insgesamt 128 Tage dauernden Unternehmung legte U 66 zirka 11.400 sm über und 2.760 sm unter Wasser zurück. Im Verlauf der Operationen gelang die Versenkung von 2 Schiffen mit insgesamt 20.368 BRT sowie die Beschädigung von 1 Schiff mit 10.172 BRT. Nach Abschluss der Aufgabenstellung kehrte das Boot am 01.09.1943 wieder nach Lorient zurück. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 9. Unternehmung
10. Unternehmung
16.01.1944 - 06.05.1944: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes
Am 16.01.1944 lief U 66 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Gerhard Seehausen von Lorient zu seiner 10. Unternehmung aus. Zweck dieser weitreichenden Fahrt war die operative Bekämpfung des feindlichen Schiffsverkehrs im Mittelatlantik, vor Freetown sowie im Golf von Guinea. Während der insgesamt 112 Tage auf See gelangen Angriffe gegen den gegnerischen Nachschub, bei denen 4 Schiffe mit insgesamt 19.754 BRT versenkt werden konnten. Am 06.05.1944 wurde U 66 nach schweren Beschädigungen durch ein amerikanisches Flugzeug und ein amerikanisches Kriegsschiff im Mittelatlantik versenkt. → Erfolge U 66.
Original Kriegstagebuch U 66 - 10. Unternehmung (B.d.U. op.)
Verbleib
| Datum: | 06.05.1944 |
| Letzter Kommandant: | Gerhard Seehausen |
| Ort: | Mittelatlantik |
| Position: | 17° 17' Nord - 32° 29' West |
| Planquadrat: | EH 2544 |
| Verlust durch: | Selbstversenkung |
| Tote: | 24 |
| Überlebende: | 36 |
| Besatzung: | Besatzungsliste U 66 |
Verbleib im Detail
Am 06.05.1944 wurde U 66 im Mittelatlantik westlich der Kapverdischen Inseln durch einen Rammstoß und Artilleriebeschuss des US-Begleitzerstörers USS Buckley (DE-51) unter Lieutenant Commander Brent-Maxwell Abel sowie durch Wasserbomben einer Grumman TBF Avenger T-21 unter Lieutenant Junior Grade Jimmie-J. Sellars schwer beschädigt. Das Flugzeug gehörte zur Squadron VC-55 des US-Geleitträgers USS Block Island (CVE-21) unter Captain Francis-Massie Hughes. Infolge der massiven Beschädigungen erfolgte die Selbstversenkung von U 66.
Zitate aus der Literatur
Busch/Röll schreiben dazu:
Am 06.05.1944 registrierte der US-Geleitträger Block Island einen starke Radarkontakt um 00:22 Uhr im Verlauf einer U-Boot-Suche. Ein Begleitzerstörer der U-Jagdgruppe, die BUCKLEY, wurde zur näheren Erkundung der Ortung entsandt, unterstützt durch Trägerflugzeuge. Das Suchen der BUCKLEY blieb vorerst erfolglos. Erst um 05:30 Uhr GMT des 06.05.44 sichtete eine Avenger das aufgetauchte U 66. Der Flieger leitete die BUCKLEY, die noch etwa 20 Meilen entfernt war, zum U-Boot heran. Inzwischen starteten vom Geleitträger BLOCK ISLAND weitere Flugzeuge. Die BUCKLEY lief mit Höchstfahrt, geführt von den Trägerflugzeugen zu der Stelle, an der sich das U-Boot noch immer an der Wasseroberfläche befand. Gegen 05:45 Uhr bekam der Zerstörer U 66 auf seinen Radarschirm in etwa 12000 Metern Entfernung. Die Geschwindigkeit wurde beibehalten und das U-Boot auf einem Kurs gehalten, wo es vor dem Mond stand und gut sichtbar war.
U 66 kam für die Buckley voll ins Blickfeld auf etwa 3600 Meter Entfernung. Mit Höchstfahrt laufend wurde auf dem Zerstörer der Kurs geändert. Gleich nach der Kursänderung wurde ein Torpedo an der Steuerbordseite der BUCKLEY gemeldet, der aber vorbeilief. Um 06:19 Uhr eröffnete U 66 das Feuer mit Maschinengewehren und Fla-Waffen auf den Zerstörer. Die BUCKLEY begann um 06:30 Uhr zurückzuschießen, auf einer Entfernung von etwa 1800 Meter. Die erste Salve aus der vorderen Kanone der BUCKLEY erzielte bereits einen Treffer auf dem Vorschiff von U 66 direkt vor dem Turm. Die Fla-Kanonen an Oberdeck von U 66 waren alle durch Treffer zerstört worden. Daraufhin gab der Kommandant Oberleutnant z.S. Seehausen das Kommando, zum Verlassen des Bootes. Der Befehl wurde offensichtlich nicht sofort ausgeführt, denn das MG-Feuer auf den Turm von U 66 gegen die heranrasende Buckley wurde nicht eingestellt.
Um 06:22 Uhr stellte die BUCKLEY vorübergehend das Feuer ein. Mit hart Steuerbord Ruderlegen, mußte der Zerstörer erneut einem von U 66 abgeschossenen Torpedo ausweichen. Als das U-Boot wieder rechts voraus und vor dem Mond stand, wurde das Feuer um 06:24 Uhr auf U 66 wieder eröffnet. Nach Treffern mit 20-mm-Kalibern auf den U-Boot-Turm stoppte das MG-Feuer. Einzelne kleinere Explosionen auf den Turm waren auszumachen. Obwohl U 66 mit etwa 18 Seemeilen weiter fuhr, verringerte sich der Abstand vom Zerstörer auf das U-Boot schnell. Die BUCKLEY schoß weiter, wodurch ein Feuer am Turm des U-Bootes ausbrach, das mit zunehmender Intensität brannte und durch einen direkten Treffer aus der Kanone des Zerstörers wieder gelöscht wurde.
Um 06:28 Uhr rammte die BUCKLEY U 66, wobei der Zerstörer auf das Vorschiff des U-Bootes hinaufglitt und dort liegen blieb. Besatzungsmitglieder von U 66 kletterten auf das Vordeck der BUCKLEY mit erhobenen Händen. Einige dieser Männer wurden durch Handfeuerwaffen der US-Marine-Soldaten getötet, bevor diese bemerkten, daß diese sich nur ergeben wollten. Ein Handgemenge fand statt, und die deutschen U-Boot-Soldaten wurden zusammengeschlagen und unter Deck des Zerstörers in Gefangenschaft gebracht. Auch wurden von der Brücke und Reling des Zerstörers Handgranaten auf und in den U-Boot-Turm geworfen, die dort explodierten und ein Blutbad anrichteten. Um 06:30 Uhr konnte die BUCKLEY sich von U 66 lösen und ging achteraus. Dadurch wurde auch vermieden, daß nicht noch weitere Besatzungsmitglieder von U 66 an Bord des Zerstörers entern konnten. U 66 drehte schnell nach Backbord und lief wieder mit voller Fahrt, etwa 18 Seemeilen an. Starkes Artillerie- und Fla-Waffenfeuer der BUCKLEY attackierte das deutsche U-Boot, daß noch einige Treffer einstecken mußte.
Um 06:35 Uhr drehte U 66 scharf auf den Zerstörer zu. Der Kommandant der BUCKLEY (Lt.Comdr. B.M. Abel), versuchte dem U-Boot auszuweichen, was ihm aber nicht gelang. Von einem harten Schlag getroffen, glitt U 66 unter den vorderen Maschinenraum des Zerstörers. Hierbei wurde U 66 in einem Winkel von 60 Grad auf die Seite gelegt, während es sich langsam mit dem Bug zurückzog, unter der BUCKLEY an der Steuerbordseite. Um 06:36 Uhr kam das Boot wieder frei und machte noch etwa 15 Meilen. Flammen herausschlagend schnitt U 66 mit offenen Turm- und Kombüsenluk unter die Wasseroberfläche, und begann zu sinken.
U 66 war vom Leitenden Ingenieur Olschewski selbst versenkt worden. Um 06:39 Uhr wurden auf der Buckley Unterwasserexplosionen wahrgenommen, die U 66 endgültig zerstörten. Der letzte Funkspruch des Bootes an die Leitstelle des B.d.U. besagte, daß U 66 im Sinken war und die Besatzung das Boot verlassen hatte. Während der nächsten drei Stunden wurde von dem US-Geleitzerstörer 40 Überlebende aus dem Wasser gefischt und gerettet. An Bord des Zerstörers starben später noch vier schwer verwundete Seeleute von U 66. Sie wurden von den Amerikanern der See übergeben.
Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 232 - 233.
Clay Blair schreibt dazu:
In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai entdeckte eine nachts eingesetzte Avenger von der Block Island U 66. Der Pilot Jimmie J. Sellars führte einen Geleitzerstörer heran. Die war die Buckley unter dem Kommando von Brent M. Abel, einem Absolventen des Harvard College und der Harvard Law School. der an diesem Tag seinen 38. Geburtstag feierte. In einer Entfernung von 3,6 Kilometern sichtete die Buckley die Silhouette von U 66 gegen den Mond, worauf Vorbereitungen für den Angriff und eine Rammung getroffen wurden. Seehausen sah die Buckley jedoch zuerst, schoß möglicherweise einen T-5 und eröffnete aus einer Distanz von 1,9 Kilometern das Feuer mit Maschinengewehren und Flak. Abel erwiderte das Feuer mit seinen drei 3-Zoll-Geschützen, wodurch das 10,5-cm-Deckgeschütz von U 66 außer Gefecht gesetzt wurde. Der Beschuß verursachte außerdem weitere Beschädigungen und tötete bzw. verletzte wahrscheinlich einige Deutsche. Dann rammte die Buckley U 66 im vorderen Teil des Rumpfes, und die beiden Fahrzeuge verkeilten sich in einer tödlichen Umarmung.
Seehausen befürchtete, die Männer auf der Buckley seien im Begriff, U 66 zu kapern, um dadurch Geheimmaterial zu erbeuten. Da ihn dies zwingen würde, sich mit dem Großteil der unter Deck befindlichen Besatzung selbst zu versenken, befahl er seinem Ersten Wachoffizier, dem 22jährigen Klaus Herbig, und anderen Besatzungsmitgliedern , an Bord der Buckley zu gehen und dort einen Ablenkungsangriff zu machen. In der entstehenden Verwirrung wollte er sich mit dem Boot von dem Geleitzerstörer lösen, den Rest der Besatzung von U 66 an Deck holen und das Boot versenken. "Ich sprang sofort mit acht Mann dort hinüber, wo wir uns an der Reling des Zerstörers festhalten konnten", erinnerte sich Herbig.
Als die Deutschen am Bug der Buckley auftauchten - um abzulenken oder zu kapitulieren -, glaubten die Amerikaner, sie wollten die Buckley kapern. Wie in frühen Zeiten des Seekriegs entspann sich ein Kampf Mann gegen Mann. Abel schilderte den Kamp in seinem offiziellen Bericht:
Männer strömten aus dem U-Boot und auf das Vordeck der Buckley, Feuer aus Maschinengewehren, Maschinenpistolen und Gewehren wehrte einige ab. Zu diesem Zeitpunkt wurden unter anderem einige Kaffeebecher aus der Mannschaftsmesse als Munition verwendet, die auf der einsatzbereiten Gefechtsstation zur Hand waren. Zwei Gegner wurden von den Bechern am Kopf getroffen. Von der Geschützbedienung der 3-Zoll-Kanone Nummer 2 wurden auch leere Patronenhülsen verwendet, um die Entermannschaft abzuwehren. [...] Auf der Buckley gab es durch den Kampf nur einen Verletzten. Ein Mann holte sich eine Prellung an der Faust, als er einen Gegner über Bord beförderte. [...] Der für die vordere Munitionsmannschaft verantwortliche Bootsmannsmaat erschoß mit einer Pistole Kaliber .45 einen Mann beim Versuch, über die Reling zu klettern. Der Mann fiel rücklings über Bord. Die mittschiffs zuständige und mit Gewehren bewaffnete Reparaturmannschaft ließ an der Steuerbordseite Rettungsleinen ab. Sie kletterte hinunter und holte vom Deck des U-Bootes einige Männer. Der Feuerleitoffizier setzte von der Brücke aus eine Maschinenpistole mit hervorragender Wirkung ein.
Die Besatzung der Buckley tötete oder verwundete eine nicht bekannte Zahl von Deutschen. Sie nahm fünf, darunter Herbig, gefangen. Unterdessen konnte Seehausen U 66 von der Buckley lösen und lief in der Dunkelheit mit Höchstgeschwindigkeit ab. Hinter sich ließ er eine Reihe von Kameraden, die ins Wasser sprangen. Ungeachtet eines breitgedrückten Bugs und anderer Kollisionsschäden auf dem Vorschiff jagte Abel mit der Buckley hinterher und feuerte aus allen Geschützen auf U 66. Er holte auf und machte Anstalten, das U-Boot ein zweites Mal zu Rammen.
Im Durcheinander dieser Nahen Begegnung wendete U 66 und rammte die Buckley achtern. Das Boot fegte dabei die Steuerbordschraube weg und riß Löcher in die Schiffswand. Daraufhin wurde U 66 von dem Leitenden Ingenieur Georg Olschewski selbstversenkt, dem drei Tage zuvor über Funk die Verleihung des Ritterkreuzes mitgeteilt worden war. In den folgenden drei Stunden fischte Abel noch 31 Deutsche aus dem Wasser, darunter Ritterkreuzträger Olschewski, jedoch nicht Seehausen und die beiden britischen Kriegsgefangenen. Insgesamt nahm Abel 36 Deutsche gefangen und übergab sie an die Block Island; 24 Deutsche kamen ums Leben.
Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 641 - 643.
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB
Clay Blair: "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 641, 642, 643.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 71, 155, 226, 262.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 37, 187, 211.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 134, 135, 218, 223, 231, 232, 233.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 59 - 60.
Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 117, 265, 272, 278.
Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 51 - U 99" - Eigenverlag - S. 128 - 146.
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 106.