U 66

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Kriegsmarine Unterseeboot U 66

Typ: IX C
Boots-Wappen
Bild vorhanden ohne Lizenz
Bauauftrag: 07.08.1939
Bauwerft: Deschimag AG Weser Bremen
Serie: U 66 - U 68
Baunummer: 985
Kiellegung: 20.03.1940
Stapellauf: 10.10.1940
Indienststellung: 02.01.1941
Kommandant: Richard Zapp
Feldpostnummer: M- 21 181

Kommandanten

02.01.1941 - 21.06.1942 Korvettenkapitän - Richard Zapp
22.06.1942 - 01.09.1943 Kapitänleutnant - Friedrich Markworth
06.08.1943 - 01.09.1943 Oberleutnant zur See - Paul Frerks (in Vertretung)
02.09.1943 - 06.05.1944 Oberleutnant zur See - Gerhard Seehausen

Flottillen

02.01.1941 - 30.04.1941 Ausbildungsboot bei der 2. U-Flottille in Wilhelmshaven ↳ Original Kriegstagebuch U 66 - Ausbildung
01.05.1941 - 06.05.1944 Frontboot bei der 2. U-Flottille in Wilhelmshaven bzw. Lorient

Einsätze


1. Unternehmung

13.05.1941 - 13.05.1941: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Brunsbüttel

14.05.1941 - 11.06.1941: Ausgelaufen von Brunsbüttel - Eingelaufen in Lorient


U 66, unter Korvettenkapitän Richard Zapp, lief am 13.05.1941 von Kiel aus. Nach dem Marsch durch den Kaiser Wilhelm Kanal und der Geleitaufnahme in Brunsbüttel, operierte das Boot im Nordatlantik, nahm am Unternehmen Rheinübung teil, und operierte anschließend südöstlich von Kap Farewell und in der westlichen Biskaya. Das Boot gehörte auf dieser Unternehmung zur U-Boot-Gruppe West. Es mußte diese Fahrt, wegen Problemen mit den Mündungsklappen, vorzeitig abbrechen. Nach 30 Tagen und zurückgelegten 4.600 sm über und 329 sm unter Wasser, lief U 66 am 11.06.1941 in Lorient ein. U 66 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen.

↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

23.06.1941 - 05.08.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 23.06.1941 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik, bei den Kapverdischen Inseln sowie vor Freetown, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Nach insgesamt 44 Tagen und zurückgelegten 7.631 sm über und 526 sm unter Wasser, lief das Boot am 05.08.1941 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 4 Schiffe mit 19.078 BRT versenken. Dies waren am:

↳ 29.06.1941 die griechische George J. Goulandris mit 4.345 BRT

↳ 29.06.1941 die griechische Kalypso Vergotti mit 5.686 BRT

↳ 30.06.1941 die britische Saint Anselm mit 5.614 BRT

↳ 19.07.1941 die britische Holmside mit 3.433 BRT


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

28.08.1941 - 09.11.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 28.08.1941 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik, im Seegebiet vor den Kapverdischen Inseln sowie im Nordatlantik, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Nach insgesamt 74 Tagen und zurückgelegten zirka 10.500 sm über und 238 sm unter Wasser, lief das Boot am 09.11.1941 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 1 Schiff mit 7.052 BRT versenken. Dies war am:

↳ 26.09.1941 die panamaische I.C. White mit 7.052 BRT


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

25.12.1941 - 10.02.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 25.12.1941 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 4. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, und an der Ostküste der USA. Es gehörte zu den U-Booten der Operation Paukenschlag. Nach insgesamt 48 Tagen und zurückgelegten zirka 7.500 sm über und 414 sm unter Wasser, lief das Boot am 10.02.1942 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 5 Schiffe mit 36.114 BRT versenken. Dies waren am:

↳ 18.01.1942 die amerikanische Allan Jackson mit 6.635 BRT

↳ 19.01.1942 die kanadische Lady Hawkins mit 7.988 BRT

↳ 22.01.1942 die panamaische Olympic mit 5.335 BRT

↳ 24.01.1942 die britische Empire Gem mit 8.139 BRT

↳ 24.01.1942 die amerikanische Venore mit 8.017 BRT


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

21.03.1942 - 27.05.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 21.03.1942 lief U 66 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Richard Zapp von Lorient zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik sowie in der Karibik, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. U 66 wurde am am 10.05.1942 von U 156 mit 5 m³ Brennstoff versorgt. Nach insgesamt 68 Tagen und zurückgelegten 10.447 sm über und 478 sm unter Wasser, lief das Boot am 27.05.1942 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 6 Schiffe mit 43.956 BRT versenken und 1 Schiff mit 12.502 BRT beschädigen. Dies waren am:

↳ 14.04.1942 die griechische Korthion mit 2.116 BRT

↳ 16.04.1942 die niederländische Amsterdam mit 7.329 BRT

↳ 17.04.1942 die panamaische Heinrich von Riedemann mit 11.020 BRT

↳ 26.04.1942 die amerikanische Alcoa Partner mit 5.513 BRT

↳ 29.04.1942 die panamaische Harry G. Seidel mit 10.354 BRT

↳ 02.05.1942 die norwegische Sandar mit 7.624 BRT

↳ 03.05.1942 die britische Geo. W. McKnight mit 12.502 BRT (beschädigt)


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 5. Unternehmung



6. Unternehmung

23.06.1942 - 25.09.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in El Ferrol

26.09.1942 - 29.09.1942: Ausgelaufen von El Ferrol - Eingelaufen in Lorient


Am 23.06.1942 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 6. Unternehmung aus. Zweck dieser Fahrt war die operative Bekämpfung des feindlichen Schiffsverkehrs im Nordatlantik, in der Karibik sowie im Seegebiet südöstlich von Trinidad. Im Rahmen dieser Operationen legte U 66 zudem 5 Minen vor Port Castries. Zur Verlängerung der Einsatzdauer erfolgte am 14.09.1942 eine Versorgung durch U 460 mit 30 m³ Brennstoff, 1.000 kg Schmieröl sowie Proviant; eine weitere Ergänzung von 10 m³ Brennstoff wurde am 25.09.1942 im spanischen El Ferrol durch den Versorger Max Albrecht durchgeführt. Einen tragischen Todesfall gab es auf dieser Fahrt, der Matrose Horst Keller beging Selbstmord, er wurde auf See beigesetzt. Nach insgesamt 99 Tagen und zurückgelegten zirka 14.050 sm über und 894 sm unter Wasser, lief das Boot am 29.09.1942 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 9 Schiffe mit 49.274 BRT versenken und 2 Torpedoboote mit 64 ts beschädigen. Dies waren am:

↳ 09.07.1942 die jugoslawische Triglav mit 6.363 BRT

↳ 26.07.1942 die brasilianische Tamandaré mit 4.942 BRT

↳ 28.07.1942 die britische Weirbank mit 5.150 BRT

↳ 02.08.1942 die britische HMS MTB-339 mit 32 ts (beschädigt)

↳ 02.08.1942 die britische HMS MTB-342 mit 32 ts (beschädigt)

↳ 06.08.1942 die polnische Rozewie mit 766 BRT

↳ 29.08.1942 die amerikanische Topa Topa mit 5.356 BRT

↳ 30.08.1942 die panamaische Sir Huon mit 6.049 BRT

↳ 30.08.1942 die amerikanische West Lashaway mit 5.637 BRT

↳ 31.08.1942 die britische Winamac mit 8.621 BRT

↳ 09.09.1942 die schwedische Peiping mit 6.390 BRT


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 6. Unternehmung



7. Unternehmung

09.11.1942 - 11.11.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 09.11.1942 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 7. Unternehmung aus. Das Boot befand sich in der Biskaya auf dem Marsch in das Operationsgebiet, als es durch Angriffe britischer Flugzeuge beschädigt wurde. Aufgrund der erlittenen Schäden musste die Unternehmung vorzeitig abgebrochen werden. Nach insgesamt 3 Tagen auf See kehrte U 66 am 11.11.1942 zur Durchführung notwendiger Reparaturen nach Lorient zurück. Auf dieser kurzen Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 7. Unternehmung



8. Unternehmung

06.01.1943 - 24.03.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 06.01.1943 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 8. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik sowie im Seegebiet bei den Kanarischen und Azorischen Inseln, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Ein besonderer Zweck der Fahrt war das Absetzen des französischen Agenten J.M. Allard an der Küste von Mauretanien am 20.01.1943. Während dieses Einsatzes kehrten zwei Besatzungsmitglieder nicht wieder an Bord zurück. U 66 operierte zudem im Verband der U-Boot-Gruppen Rochen und Tümmler. Zur Sicherstellung der Einsatzdauer erfolgte am 01.03.1943 eine Versorgung durch U 461 mit 67 m³ Brennstoff, 2 m³ Motorenöl und Proviant für 14 Tage. Nach insgesamt 78 Tagen und zurückgelegten zirka 10.970 sm über und 1.012 sm unter Wasser, lief das Boot am 24.03.1943 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 2 Schiffe mit 4.425 BRT versenken. Dies waren am:

↳ 01.02.1943 die französische Joseph Elise mit 113 BRT

↳ 27.02.1943 die britische St. Margaret mit 4.312 BRT


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 8. Unternehmung



9. Unternehmung

27.04.1943 - 01.09.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 27.04.1943 lief U 66 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Friedrich Markworth von Lorient zu seiner 9. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, an der Ostküste der USA, im Mittelatlantik sowie bei den Azorischen Inseln, um dort Angriffe gegen den feindlichen Schiffsverkehr durchzuführen. Zur Verlängerung der Einsatzzeit erfolgte am 06.08. und 07.08.1943 eine Versorgung durch U 118 mit Brennstoff und Proviant; eine weitere Ergänzung von 19 m³ Brennstoff und Proviant für 5 Tage wurde am 17.08.1943 von U 847 durchgeführt. Während der Operationen kam es zu einem Luftangriff durch Trägerflugzeuge, bei dem der Kommandant schwer verwundet wurde. Infolgedessen stieg am 06.08.1943 Oberleutnant zur See Paul Frerks von U 117 auf U 66 über und übernahm das Kommando zur Fortführung der Fahrt, wobei zeitgleich weiterer Proviant übernommen wurde. Nach insgesamt 128 Tagen und zurückgelegten zirka 11.400 sm über und 2.760 sm unter Wasser, lief das Boot am 01.09.1943 wieder in Lorient ein. Es konnte auf dieser Unternehmung 2 Schiffe mit 20.368 BRT versenken und 1 Schiff mit 10.172 BRT beschädigen. Dies waren am:

↳ 10.06.1943 die amerikanische Esso Gettysburg mit 10.173 BRT

↳ 02.07.1943 die amerikanische Bloody Marsh mit 10.195 BRT

↳ 22.07.1943 die amerikanische Cherry Valley mit 10.172 BRT (beschädigt)


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 9. Unternehmung



10. Unternehmung

16.01.1944 - 06.05.1944: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes


Am 16.01.1944 lief U 66 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Gerhard Seehausen von Lorient zu seiner 10. Unternehmung aus. Zweck dieser weitreichenden Fahrt war die operative Bekämpfung des feindlichen Schiffsverkehrs im Mittelatlantik, vor Freetown sowie im Golf von Guinea. Nach insgesamt 112 Tagen wurde U 66 nach Beschädigungen durch ein amerikanisches Flugzeug und einem amerikanischen Kriegsschiff selbstversenkt. Das konnte auf dieser Unternehmung 4 Schiffe mit 19.754 BRT versenken. Dies waren am:

↳ 26.02.1944 die britische Silvermaple mit 5.313 BRT

↳ 01.03.1944 die französische Saint Louis mit 5.202 BRT

↳ 05.03.1944 die britische John Holt mit 4.964 BRT

↳ 21.03.1944 die britische Matadian mit 4.275 BRT


↳ Original Kriegstagebuch U 66 - 10. Unternehmung (B.d.U. op.)

Verbleib

Datum: 06.05.1944
Letzter Kommandant: Gerhard Seehausen
Ort: Mittelatlantik
Position: 17° 17' Nord - 32° 29' West
Planquadrat: EH 2544
Verlust durch: Selbstversenkung
Tote: 24
Überlebende: 36

Verbleib im Detail


Am 06.05.1944 wurde U 66 im Mittelatlantik westlich der Kapverdischen Inseln durch einen Rammstoß und Artilleriebeschuss des US-Begleitzerstörers USS Buckley (DE-51) unter Lieutenant Commander Brent-Maxwell Abel sowie durch Wasserbomben einer Grumman TBF Avenger T-21 unter Lieutenant Junior Grade Jimmie-J. Sellars schwer beschädigt. Das Flugzeug gehörte zur US-Navy Squadron VC-55 des US-Geleitträgers USS Block Island (CVE-21) unter Captain Francis-Massie Hughes. Infolge der massiven Beschädigungen erfolgte die Selbstversenkung von U 66.

Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 06.05.1944 registrierte der US-Geleitträger Block Island einen starke Radarkontakt um 00:22 Uhr im Verlauf einer U-Boot-Suche. Ein Begleitzerstörer der U-Jagdgruppe, die BUCKLEY, wurde zur näheren Erkundung der Ortung entsandt, unterstützt durch Trägerflugzeuge. Das Suchen der BUCKLEY blieb vorerst erfolglos. Erst um 05:30 Uhr GMT des 06.05.44 sichtete eine Avenger das aufgetauchte U 66. Der Flieger leitete die BUCKLEY, die noch etwa 20 Meilen entfernt war, zum U-Boot heran. Inzwischen starteten vom Geleitträger BLOCK ISLAND weitere Flugzeuge. Die BUCKLEY lief mit Höchstfahrt, geführt von den Trägerflugzeugen zu der Stelle, an der sich das U-Boot noch immer an der Wasseroberfläche befand. Gegen 05:45 Uhr bekam der Zerstörer U 66 auf seinen Radarschirm in etwa 12000 Metern Entfernung. Die Geschwindigkeit wurde beibehalten und das U-Boot auf einem Kurs gehalten, wo es vor dem Mond stand und gut sichtbar war.

U 66 kam für die Buckley voll ins Blickfeld auf etwa 3600 Meter Entfernung. Mit Höchstfahrt laufend wurde auf dem Zerstörer der Kurs geändert. Gleich nach der Kursänderung wurde ein Torpedo an der Steuerbordseite der BUCKLEY gemeldet, der aber vorbeilief. Um 06:19 Uhr eröffnete U 66 das Feuer mit Maschinengewehren und Fla-Waffen auf den Zerstörer. Die BUCKLEY begann um 06:30 Uhr zurückzuschießen, auf einer Entfernung von etwa 1800 Meter. Die erste Salve aus der vorderen Kanone der BUCKLEY erzielte bereits einen Treffer auf dem Vorschiff von U 66 direkt vor dem Turm. Die Fla-Kanonen an Oberdeck von U 66 waren alle durch Treffer zerstört worden. Daraufhin gab der Kommandant Oberleutnant z.S. Seehausen das Kommando, zum Verlassen des Bootes. Der Befehl wurde offensichtlich nicht sofort ausgeführt, denn das MG-Feuer auf den Turm von U 66 gegen die heranrasende Buckley wurde nicht eingestellt.

Um 06:22 Uhr stellte die BUCKLEY vorübergehend das Feuer ein. Mit hart Steuerbord Ruderlegen, mußte der Zerstörer erneut einem von U 66 abgeschossenen Torpedo ausweichen. Als das U-Boot wieder rechts voraus und vor dem Mond stand, wurde das Feuer um 06:24 Uhr auf U 66 wieder eröffnet. Nach Treffern mit 20-mm-Kalibern auf den U-Boot-Turm stoppte das MG-Feuer. Einzelne kleinere Explosionen auf den Turm waren auszumachen. Obwohl U 66 mit etwa 18 Seemeilen weiter fuhr, verringerte sich der Abstand vom Zerstörer auf das U-Boot schnell. Die BUCKLEY schoß weiter, wodurch ein Feuer am Turm des U-Bootes ausbrach, das mit zunehmender Intensität brannte und durch einen direkten Treffer aus der Kanone des Zerstörers wieder gelöscht wurde.

Um 06:28 Uhr rammte die BUCKLEY U 66, wobei der Zerstörer auf das Vorschiff des U-Bootes hinaufglitt und dort liegen blieb. Besatzungsmitglieder von U 66 kletterten auf das Vordeck der BUCKLEY mit erhobenen Händen. Einige dieser Männer wurden durch Handfeuerwaffen der US-Marine-Soldaten getötet, bevor diese bemerkten, daß diese sich nur ergeben wollten. Ein Handgemenge fand statt, und die deutschen U-Boot-Soldaten wurden zusammengeschlagen und unter Deck des Zerstörers in Gefangenschaft gebracht. Auch wurden von der Brücke und Reling des Zerstörers Handgranaten auf und in den U-Boot-Turm geworfen, die dort explodierten und ein Blutbad anrichteten. Um 06:30 Uhr konnte die BUCKLEY sich von U 66 lösen und ging achteraus. Dadurch wurde auch vermieden, daß nicht noch weitere Besatzungsmitglieder von U 66 an Bord des Zerstörers entern konnten. U 66 drehte schnell nach Backbord und lief wieder mit voller Fahrt, etwa 18 Seemeilen an. Starkes Artillerie- und Fla-Waffenfeuer der BUCKLEY attackierte das deutsche U-Boot, daß noch einige Treffer einstecken mußte.

Um 06:35 Uhr drehte U 66 scharf auf den Zerstörer zu. Der Kommandant der BUCKLEY (Lt.Comdr. B.M. Abel), versuchte dem U-Boot auszuweichen, was ihm aber nicht gelang. Von einem harten Schlag getroffen, glitt U 66 unter den vorderen Maschinenraum des Zerstörers. Hierbei wurde U 66 in einem Winkel von 60 Grad auf die Seite gelegt, während es sich langsam mit dem Bug zurückzog, unter der BUCKLEY an der Steuerbordseite. Um 06:36 Uhr kam das Boot wieder frei und machte noch etwa 15 Meilen. Flammen herausschlagend schnitt U 66 mit offenen Turm- und Kombüsenluk unter die Wasseroberfläche, und begann zu sinken.

U 66 war vom Leitenden Ingenieur Olschewski selbst versenkt worden. Um 06:39 Uhr wurden auf der Buckley Unterwasserexplosionen wahrgenommen, die U 66 endgültig zerstörten. Der letzte Funkspruch des Bootes an die Leitstelle des B.d.U. besagte, daß U 66 im Sinken war und die Besatzung das Boot verlassen hatte. Während der nächsten drei Stunden wurde von dem US-Geleitzerstörer 40 Überlebende aus dem Wasser gefischt und gerettet. An Bord des Zerstörers starben später noch vier schwer verwundete Seeleute von U 66. Sie wurden von den Amerikanern der See übergeben.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 232 - 233.



Clay Blair schreibt dazu:

In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai entdeckte eine nachts eingesetzte Avenger von der Block Island U 66. Der Pilot Jimmie J. Sellars führte einen Geleitzerstörer heran. Die war die Buckley unter dem Kommando von Brent M. Abel, einem Absolventen des Harvard College und der Harvard Law School. der an diesem Tag seinen 38. Geburtstag feierte. In einer Entfernung von 3,6 Kilometern sichtete die Buckley die Silhouette von U 66 gegen den Mond, worauf Vorbereitungen für den Angriff und eine Rammung getroffen wurden. Seehausen sah die Buckley jedoch zuerst, schoß möglicherweise einen T-5 und eröffnete aus einer Distanz von 1,9 Kilometern das Feuer mit Maschinengewehren und Flak. Abel erwiderte das Feuer mit seinen drei 3-Zoll-Geschützen, wodurch das 10,5-cm-Deckgeschütz von U 66 außer Gefecht gesetzt wurde. Der Beschuß verursachte außerdem weitere Beschädigungen und tötete bzw. verletzte wahrscheinlich einige Deutsche. Dann rammte die Buckley U 66 im vorderen Teil des Rumpfes, und die beiden Fahrzeuge verkeilten sich in einer tödlichen Umarmung.

Seehausen befürchtete, die Männer auf der Buckley seien im Begriff, U 66 zu kapern, um dadurch Geheimmaterial zu erbeuten. Da ihn dies zwingen würde, sich mit dem Großteil der unter Deck befindlichen Besatzung selbst zu versenken, befahl er seinem Ersten Wachoffizier, dem 22jährigen Klaus Herbig, und anderen Besatzungsmitgliedern , an Bord der Buckley zu gehen und dort einen Ablenkungsangriff zu machen. In der entstehenden Verwirrung wollte er sich mit dem Boot von dem Geleitzerstörer lösen, den Rest der Besatzung von U 66 an Deck holen und das Boot versenken. "Ich sprang sofort mit acht Mann dort hinüber, wo wir uns an der Reling des Zerstörers festhalten konnten", erinnerte sich Herbig.

Als die Deutschen am Bug der Buckley auftauchten - um abzulenken oder zu kapitulieren -, glaubten die Amerikaner, sie wollten die Buckley kapern. Wie in frühen Zeiten des Seekriegs entspann sich ein Kampf Mann gegen Mann. Abel schilderte den Kamp in seinem offiziellen Bericht:

Männer strömten aus dem U-Boot und auf das Vordeck der Buckley, Feuer aus Maschinengewehren, Maschinenpistolen und Gewehren wehrte einige ab. Zu diesem Zeitpunkt wurden unter anderem einige Kaffeebecher aus der Mannschaftsmesse als Munition verwendet, die auf der einsatzbereiten Gefechtsstation zur Hand waren. Zwei Gegner wurden von den Bechern am Kopf getroffen. Von der Geschützbedienung der 3-Zoll-Kanone Nummer 2 wurden auch leere Patronenhülsen verwendet, um die Entermannschaft abzuwehren. [...] Auf der Buckley gab es durch den Kampf nur einen Verletzten. Ein Mann holte sich eine Prellung an der Faust, als er einen Gegner über Bord beförderte. [...] Der für die vordere Munitionsmannschaft verantwortliche Bootsmannsmaat erschoß mit einer Pistole Kaliber .45 einen Mann beim Versuch, über die Reling zu klettern. Der Mann fiel rücklings über Bord. Die mittschiffs zuständige und mit Gewehren bewaffnete Reparaturmannschaft ließ an der Steuerbordseite Rettungsleinen ab. Sie kletterte hinunter und holte vom Deck des U-Bootes einige Männer. Der Feuerleitoffizier setzte von der Brücke aus eine Maschinenpistole mit hervorragender Wirkung ein.

Die Besatzung der Buckley tötete oder verwundete eine nicht bekannte Zahl von Deutschen. Sie nahm fünf, darunter Herbig, gefangen. Unterdessen konnte Seehausen U 66 von der Buckley lösen und lief in der Dunkelheit mit Höchstgeschwindigkeit ab. Hinter sich ließ er eine Reihe von Kameraden, die ins Wasser sprangen. Ungeachtet eines breitgedrückten Bugs und anderer Kollisionsschäden auf dem Vorschiff jagte Abel mit der Buckley hinterher und feuerte aus allen Geschützen auf U 66. Er holte auf und machte Anstalten, das U-Boot ein zweites Mal zu Rammen.

Im Durcheinander dieser Nahen Begegnung wendete U 66 und rammte die Buckley achtern. Das Boot fegte dabei die Steuerbordschraube weg und riß Löcher in die Schiffswand. Daraufhin wurde U 66 von dem Leitenden Ingenieur Georg Olschewski selbstversenkt, dem drei Tage zuvor über Funk die Verleihung des Ritterkreuzes mitgeteilt worden war. In den folgenden drei Stunden fischte Abel noch 31 Deutsche aus dem Wasser, darunter Ritterkreuzträger Olschewski, jedoch nicht Seehausen und die beiden britischen Kriegsgefangenen. Insgesamt nahm Abel 36 Deutsche gefangen und übergab sie an die Block Island; 24 Deutsche kamen ums Leben.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 641 - 643.

Besatzungsliste

Verluste

Beim Verlust des Bootes kamen am 06.05.1944 ums Leben (24)
     
Dreyer, Heinrich Matrosenobergefreiter 26.12.1921
Ehrlichmann, Helmut Maschinenobergefreiter 20.12.1922
Friedrich, Günther Bootsmannsmaat 16.09.1923
Geisen, Peter Bootsmannsmaat 17.04.1922
Gutzmann, Heinz Matrosenobergefreiter 25.05.1924
Hansen, Willi Maschinenobergefreiter 06.12.1921
Jahn, Rudolf Matrosenobergefreiter 10.05.1924
Jeuschede, Karl-Heinz Maschinenobergefreiter 16.08.1923
Lindner, Werner Mechanikerobergefreiter 02.09.1923
Mayer, Herbert Maschinenobergefreiter 21.06.1924
Mildenberger, August Matrosenobergefreiter 29.03.1924
Reinfeld, Werner Matrosenobergefreiter 08.01.1924
Riesenbeck, Reinhold Maschinenmaat 06.01.1923
Ronge, Alfred Maschinenobergefreiter 09.03.1924
Scholz, Gerhard Maschinenmaat 27.04.1919
Scholz, Willibald Mechanikergefreiter 04.04.1925
Schönknecht, Günter Oberbootsmannsmaat 24.09.1921
Schubert, Walter Obermaschinenmaat 26.08.1918
Seehausen, Gerhard Kapitänleutnant 29.07.1917
Steinhilber, Rudolf Oberleutnant zur See 23.06.1914
Stotmeister, Günter Obermechanikermaat 28.07.1917
Stumpp, Albert Matrosenobergefreiter 17.11.1923
Sündemann, Heinz Matrosengefreiter 08.09.1921
Weissbach, Helmut Maschinenmaat 20.03.1921

Überlebende

Überlebende des Verlustes am 06.05.1944 (36)
     
Angerstein, Helmuth Funkgefreiter
Brode, Kurt Mechanikergefreiter
Burian, Leonhard Matrosengefreiter
Buttgereit, Fritz Maschinengefreiter
Degener-Böning, Karl Oberfunkmaat 28.03.1919
Drewek, Walter Matrosenobergefreiter
Fickel, Kurt Matrosenobergefreiter
Flintsch, Ludwig Leutnant (Ing.)
Fröhlich, Werner Stabsobersteuermann 11.12.1913
Gaiser, Roland Maschinengefreiter
Grölz, Georg Maschinenmaat
Hahner, Willi Maschinenobergefreiter
Haller, Heinrich Matrosenobergefreiter 11.04.1923
Hartmann, Hermann Obermaschinenmaat 15.03.1918
Herbig, Klaus-Joachim Oberleutnant zur See 28.03.1922
Hoffmann, Hans Maschinengefreiter
Hohn, Richard Obersteuermann
Illig, Helmut Mechanikerobergefreiter
Ketelsen, Richard Oberleutnant zur See 06.07.1912
Klaus, Anton Maschinenobergefreiter
Koch, Horst Maschinenobergefreiter 01.01.1921
Künkel, Helmut Matrosengefreiter 26.09.1922
Landvoigt, Walter Obermaschinist
Lehmann, Heinz Maschinenobergefreiter
Loch, Wolff Sanitätsmaat
Löser, Helmut Maschinenobergefreiter
Melmuka, Gottlieb Funkgefreiter
Nimberger, Franz
Nosch, Vinzenz Matrosenobergefreiter
Olschewski, Georg Oberleutnant (Ing.) 02.06.1911
Pasedag, Werner Funkmaat 18.09.1920
Rautenberg, Helmut Maschinengefreiter
Schmidt, Günther Maschinenobergefreiter
Schöneck, Harry Funkobergefreiter
Terinde, Bernhard Obermaschinist
Teuscher, Herbert Matrose II

Zwischenzeitlich an Bord

Zwischen der Indienststellung am 02.01.1941 und dem letzten Auslaufen am 16.01.1944 zwischenzeitlich an Bord (35 - unvollständig)
     
Achilles, Albrecht Korvettenkapitän 25.01.1914
Becks, Heinrich 25.02.1922
Bernbeck, Klaus Oberleutnant zur See 15.05.1922
Birnmeyer, Paul Bootsmannsmaat 12.05.1917
Breyer, Paul Obermaschinist
Cavael, Alfred
Ellegast, Alfred Oberbootsmannsmaat 20.04.1921
Frerks, Paul Oberleutnant zur See 25.06.1918
Gahl, Heinz Kapitänleutnant (Ing.) 14.04.1913
Gierck, Hermann 01.04.1908
Hildebrand, Hannes
Jung, Wilhelm
Koch, Günther Maschinenobergefreiter
Kreienbrink, Gerhard Matrose 04.07.1923
Kressman, Richard
Lierse, Johannes Matrose 02.11.1921
Maier,
Makowski, Kurt Oberleutnant zur See 01.09.1915
Markworth, Friedrich Kapitänleutnant 14.02.1915
Pfaff, Fähnrich zur See
Sammler, Karl-Heinz Oberleutnant zur See 15.01.1919
Schleewald, Gerhard
Schmidt, Oberleutnant (W)
Schmiedel, Helmut-Hermann Maschinenmaat 02.06.1921
Schreiber, Karl Funkhauptgefreiter
Dr. Schrenk,
Schuler, Georg Obermaschinist
Siebold, Karl-Hartwig Kapitänleutnant 19.03.1917
Trabold, Karl
Trautes, Willi Bootsmannsmaat 15.02.1921
Valentin, Richard
Voigt, Hans
Wedemeyer, Heimar Kapitänleutnant 22.09.1906
Wilshusen, Edmund Obermaschinenmaat 09.10.1909
Zapp, Richard Fregattenkapitän 03.04.1904

Einzelverlust

Einzelverlust (4)
     
Keller, Horst Matrose II 12.05.1923 (Freitod)
Lorenz, Erich Matrosengefreiter 03.02.1924 (Fliegerangriff)
Nitsch, Heinz Mechanikergefreiter 02.08.1924 (Fliegerangriff)
Schütz, Kurt Oberleutnant zur See 20.12.1914 (Fliegerangriff)

Primär Literatur


Clay Blair: Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945 - Heyne Verlag 1999 - S. 641, 642, 643. → Amazon (Werbung)

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten - Mittler Verlag 1996 - S. 71, 155, 226, 262. → Amazon (Werbung)

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften - Mittler Verlag 1997 - S. 37, 187, 211. → Amazon (Werbung)

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste - Mittler Verlag 2008 - S. 134, 135, 218, 223, 231, 232, 233. → Amazon (Werbung)

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge - Mittler Verlag 2008 - S. 59 - 60. → Amazon (Werbung)

Axel Niestlé: German U-Boot Losses During World War II - Verlag Frontline Books 2022 - S. 117, 265, 272, 278. → Amazon (Werbung)

Herbert Ritschel: Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 51 - U 99 - Eigenverlag - S. 128 - 146. → Amazon (Werbung)

Eberhard Rössler: Die deutschen Uboote und ihre Werften - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 106. → Amazon (Werbung)

Tafeln im U-Boot-Ehrenmal in Möltenort: → U-Boot-Ehrenmal in Möltenort

Online-Quellen


National Archives and Records Administration (NARA): → KTB U 66 - NARA T1022, Roll 3029–3030, PG 30063/1–9

Google Drive (Pikap9691): → Original Kriegstagebuch von U 66

uboat.net: → All U-boats of World War Two

U-boat-Archiv: → U-boat-Archiv

Projekt Gefallendenkmäler: → Online-Projekt Gefallenendenkmäler

Private Quellen: Horst Schmeisser und Hubertus Weggelaar vom → Historischen Marinearchiv

Onlinearchive/Literaturverzeichnis


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverzeichnis: → Literaturverzeichnis und Buchkauf

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Stiftung Traditionsarchiv Unterseeboote (U-Boot-Museum): → Deutsches U-Boot-Museum

Bundesarchiv - ehemals Deutsche Dienststelle (WASt): → Bundesarchiv Freiburg

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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