Sperr-Versuchskommando
Sperrversuchskommando (SVK)
Das Sperrversuchskommando (SVK) war die zentrale Versuchs- und Erprobungsdienststelle der Reichsmarine und später der Kriegsmarine für das Sperrwaffenwesen. Seine Aufgaben umfassten die Entwicklung, Erprobung und Verbesserung von Seeminen, Minenzündern, Räumgeräten sowie weiterer Ausrüstung für den Minenkrieg. Darüber hinaus unterstützte das SVK die Einführung neuer Sperrwaffen in die Flotte.
Das Sperrversuchskommando hatte seinen Sitz in Kiel und ging aus dem 1919 aufgestellten Minenversuchskommando hervor. Nach mehreren organisatorischen Änderungen erhielt die Dienststelle 1930 wieder die Bezeichnung Sperrversuchskommando. Seit dem 1. Oktober 1936 unterstand sie der Sperrwaffeninspektion. Zum SVK gehörten Laboratorien, Werkstätten, Versuchseinrichtungen sowie ein eigener Versuchsverband mit Spezialfahrzeugen und Versuchsbooten. Für Erprobungen standen unter anderem Seegebiete der Kieler Förde und der Eckernförder Bucht zur Verfügung.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehörten die Erprobung von Kontakt- und Grundminen sowie von magnetischen, akustischen und kombinierten Zündsystemen. Ebenso wurden Räumverfahren und Entmagnetisierungseinrichtungen entwickelt und verbessert, um die Wirkung feindlicher Minensperren zu vermindern. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen unmittelbar in die Ausrüstung und den Einsatz der Kriegsmarine ein.
Für die U-Boot-Waffe besaß das Sperrversuchskommando besondere Bedeutung. Es wirkte an der Erprobung der durch Torpedorohre aussetzbaren Minentypen TMA, TMB und später TMC mit und unterstützte deren Einführung. Außerdem beteiligte sich das SVK an der Weiterentwicklung der Entmagnetisierungseinrichtungen (MES), die dem Schutz von U-Booten und Überwasserschiffen gegen magnetische Seeminen dienten.
Art der Einrichtung
- Sperrversuchskommando (SVK) – Versuchs- und Erprobungsdienststelle der Kriegsmarine
- Sperrwaffeninspektion – Inspektion der Kriegsmarine
- Versuchsverband des Sperrversuchskommandos – Versuchsverband
- Kiel – Marine- und Marinestützpunkt
- Eckernförder Bucht – Erprobungsgebiet
- Nautilus – Versuchsboot
- Pelikan – Versuchsboot
- Arkona – Versuchsboot
- Otto Braun – Versuchsboot
- Sundevall – Versuchsboot
Quellen im Bundesarchiv
BArch RM 17: Marinepersonalamt – Offizierbestandsnachweisungen der Sperrwaffeninspektion. Enthält unter anderem Unterlagen zum Sperrversuchskommando und dessen Versuchsverband (1940–1943).
BArch PERS 6: Personalunterlagen von Marineoffizieren. Je nach Einzelfall Nachweise über Verwendungen beim Sperrversuchskommando sowie absolvierte Fachlehrgänge.
Literatur
Rössler, Eberhard: Die deutschen U-Boote und ihre Werften. Bernard & Graefe Verlag.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945. Band 14. Biblio Verlag.
Rohwer, Jürgen/J. Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945. Stalling Verlag 1968.
Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 8. Bernard & Graefe Verlag.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com