Steuermannsschule
Steuermannsschule
Die Steuermannsschule war eine Ausbildungseinrichtung der Kriegsmarine für das Navigationspersonal. Sie diente der fachlichen Ausbildung von Steuermannsmaaten und Steuermännern, die für die sichere Navigation von Überwasserschiffen und U-Booten verantwortlich waren. Die Ausbildung umfasste sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse der Schiffsnavigation und bildete eine wesentliche Voraussetzung für den späteren Einsatz an Bord.
Während des Zweiten Weltkrieges befand sich ein bedeutender Ausbildungsstandort der Steuermannsschule in Gotenhafen. Mit dem Ausbau der Kriegsmarine und der wachsenden Zahl neu in Dienst gestellter Schiffe und U-Boote wurde auch die Ausbildung des nautischen Personals erweitert, um den steigenden Bedarf an qualifizierten Steuermännern zu decken.
Zum Lehrprogramm gehörten die terrestrische und astronomische Navigation, Kartenkunde, Koppelnavigation sowie die sichere Handhabung nautischer Instrumente. Die Lehrgangsteilnehmer wurden im Umgang mit Kreisel- und Magnetkompass, Log und Echolot ausgebildet und lernten, Kurs-, Strom- und Windversetzungen bei der Navigation zu berücksichtigen. Ebenso gehörte die Arbeit mit Seekarten, Leuchtfeuerverzeichnissen und Nautischen Jahrbüchern zum Unterricht.
Für die U-Boot-Waffe besaß die Ausbildung besondere Bedeutung. Der Steuermann war für die laufende Koppelrechnung, die Standortbestimmung und die navigatorische Unterstützung des Kommandanten verantwortlich. Während längerer Tauchfahrten musste der Standort ausschließlich anhand der zurückgelegten Strecke, des gesteuerten Kurses und äußerer Einflüsse wie Strömung und Abdrift fortlaufend berechnet werden. Nach Abschluss der allgemeinen Ausbildung absolvierten viele Steuermänner zusätzlich die ubootspezifische Ausbildung an einer U-Boot-Schule, bevor sie einer Frontbesatzung zugeteilt wurden.
Art der Einrichtung
- Steuermannsschule – Marinefachschule
- Gotenhafen – Marineausbildungsstandort
- U-Boot-Schule – Marinefachschule
Quellen im Bundesarchiv
BArch PERS 6: Personalunterlagen von Marineoffizieren und -beamten. Je nach Einzelfall Nachweise über absolvierte Fachlehrgänge und Verwendungen.
Literatur
Rössler, Eberhard: Die deutschen U-Boote und ihre Werften. Bernard & Graefe Verlag.
Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Bernard & Graefe Verlag.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945. Band 14. Biblio Verlag.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com