Schiffsartillerieschule

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Schiffsartillerieschule (SAS)

Die Schiffsartillerieschule war eine Ausbildungseinrichtung der Kriegsmarine für das Schiffsartilleriewesen. Sie diente der theoretischen und praktischen Ausbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften im Umgang mit der bordgestützten Artillerie sowie den zugehörigen Feuerleit- und Zielgeräten.

Historischer Kontext und Organisation

Die Schiffsartillerieschule befand sich zunächst in Kiel-Wik. Mit dem Ausbau der Kriegsmarine wurden Teile der Ausbildung nach Kappeln-Ellenberg verlegt. Weitere Ausbildungsstätten dienten der Schulung an leichter Artillerie und Flugabwehrwaffen.

Die Ausbildung wurde während des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich erweitert und den Erfahrungen des Seekrieges angepasst. Während in den ersten Kriegsjahren die Seezielartillerie im Mittelpunkt stand, gewann mit der zunehmenden alliierten Luftüberlegenheit die Ausbildung an Flugabwehrwaffen immer größere Bedeutung.

Der Schulbetrieb wurde bis zum Kriegsende im Mai 1945 fortgeführt und anschließend eingestellt.

Ausbildungsinhalte

Zum Lehrprogramm gehörten insbesondere:

  • Feuerleitung und Zielberechnung
  • Ballistik
  • Bedienung und Wartung der Schiffsartillerie
  • Munitions- und Zünderkunde
  • Praktische Schießausbildung
  • Ausbildung an Flugabwehrwaffen
  • Sicherheitsbestimmungen beim Umgang mit Geschützen und Munition

Die theoretische Ausbildung wurde durch praktische Übungen an Geschützen sowie Schießübungen auf See ergänzt.

Bedeutung für die U-Boot-Waffe

Für die U-Boot-Waffe besaß die Schiffsartillerieschule insbesondere in den ersten Kriegsjahren Bedeutung. Offiziere und Besatzungsangehörige, die für den Einsatz der Decksgeschütze und später der Flugabwehrwaffen vorgesehen waren, erhielten hier ihre artilleristische Fachausbildung. Mit der zunehmenden Bedeutung der Flugabwehr verlagerte sich der Ausbildungsschwerpunkt auf die Bedienung der Flakbewaffnung der U-Boote.

Art der Einrichtung

  • Schiffsartillerieschule – Marinefachschule
  • Kiel-Wik – Marineausbildungsstandort
  • Kappeln-Ellenberg – Marineausbildungsstandort
  • Saßnitz – Marineausbildungsstandort
  • Schiffsartillerie – Waffengattung der Kriegsmarine
  • Marineflak – Waffengattung der Kriegsmarine

Quellen im Bundesarchiv

BArch PERS 6: Personalunterlagen von Marineoffizieren und -beamten. Je nach Einzelfall Nachweise über Fachlehrgänge, Verwendungen und Kommandierungen.

Literatur

Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. 3 Bände. Podzun Verlag, 1956.

Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Bernard & Graefe Verlag, 1994.

Rössler, Eberhard: Die deutschen U-Boote und ihre Werften. Bernard & Graefe Verlag 1990

Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945. Band 14. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2002.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com