Zugführerlehrgang
Zugführerlehrgang
Der Zugführerlehrgang war ein Führungslehrgang der Kriegsmarine zur Ausbildung von Unteroffizieren und Offiziersanwärtern für die Führung militärischer Untereinheiten. Ziel des Lehrgangs war die Vermittlung der Grundlagen der Menschenführung, der Ausbildungsmethodik sowie der militärischen Führung im Dienst- und Ausbildungsbetrieb.
Historischer Kontext und Organisation
Der Zugführerlehrgang wurde im Rahmen der Führerausbildung der Kriegsmarine an verschiedenen Ausbildungseinrichtungen durchgeführt. Er ergänzte die fachliche Ausbildung um militärische Führungsaufgaben und bereitete die Lehrgangsteilnehmer auf die Verantwortung als Vorgesetzte vor.
Der Lehrgang gewann insbesondere mit der starken Erweiterung der Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges an Bedeutung, da ein wachsender Bedarf an qualifizierten Führern für Ausbildungs- und Truppeneinheiten bestand.
Ausbildungsinhalte
Zum Lehrprogramm gehörten insbesondere:
- Grundlagen der Menschenführung
- Rechte und Pflichten des Vorgesetzten
- Ausbildungsmethodik
- Durchführung von Ausbildungsdiensten
- Exerzier- und Formaldienst
- militärischer Wachdienst
- Grundlagen des infanteristischen Dienstes
- Organisation und Führung einer militärischen Untereinheit
- Disziplinar- und Dienstrecht
Praktische Führungsübungen ergänzten den theoretischen Unterricht und dienten der Vorbereitung auf die spätere Verwendung als Ausbilder oder militärischer Vorgesetzter.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Auch innerhalb der U-Boot-Waffe waren Führungsqualitäten von großer Bedeutung. Angehörige der Unterseeboot-Lehrdivisionen sowie des Stammpersonals der Ausbildungseinrichtungen benötigten neben ihrer fachlichen Qualifikation auch die Fähigkeit, Ausbildungseinheiten militärisch zu führen.
Der Lehrgang vermittelte hierfür die notwendigen Grundlagen und ergänzte die technische Ausbildung um Führungs- und Ausbildungskompetenzen.
Art der Einrichtung
- Zugführerlehrgang – Führungslehrgang der Kriegsmarine
- Unterseeboot-Lehrdivision – Ausbildungseinrichtung der U-Boot-Waffe
- Kriegsmarine – Teilstreitkraft der Wehrmacht
Quellen im Bundesarchiv
BArch PERS 6:
Personalunterlagen der Marineoffiziere und Marineunteroffiziere. Enthalten Nachweise über absolvierte Führungs- und Fachlehrgänge.
BArch RM 7: Unterlagen der Seekriegsleitung und der Ausbildungseinrichtungen zur Führerausbildung und zum Ausbildungswesen der Kriegsmarine.
Literatur
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H.:
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. 3 Bände. Podzun Verlag, 1956.
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Mittler Verlag, 1996.
Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Bernard & Graefe Verlag, 1994.
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945. Band 14. Biblio-Verlag, Osnabrück, 2002.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com