Marine-Flakschule
Marine-Flugabwehr- und Küstenartillerieschule
Die Marine-Flugabwehr- und Küstenartillerieschule war die zentrale Ausbildungseinrichtung der Kriegsmarine für den Bereich der Flugabwehr und Küstenartillerie. Sie entstand aus der 1920 in Wilhelmshaven gegründeten Marineartillerieschule, wurde 1938 nach Swinemünde verlegt und im Januar 1941 in die Küstenartillerieschule sowie die Marine-Flugabwehr-Schule gegliedert. Die Ausbildung umfasste sowohl den Einsatz schwerer und leichter Flugabwehrwaffen an Bord als auch den landgestützten Küstenartilleriedienst.
Historischer Kontext und Organisation
Die Schule gliederte sich in mehrere Lehrgruppen mit unterschiedlichen Ausbildungsschwerpunkten. Vermittelt wurden Kenntnisse an Bord- und Landflakgeschützen, im Scheinwerfer- und Horchdienst, im Funkmesswesen sowie in der Waffen- und Gerätetechnik. Zur praktischen Ausbildung diente unter anderem das Artillerieschulschiff Brummer, auf dem Schießausbildung unter realistischen Seebedingungen durchgeführt wurde.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Für die U-Boot-Waffe gewann die Schule insbesondere ab 1943 erheblich an Bedeutung. Die Lehrgruppe VII übernahm die Flakausbildung der U-Boot-Besatzungen und bereitete diese auf die Bedienung der leichten Flugabwehrbewaffnung auf dem Turm („Wintergarten“) vor. Mit der zunehmenden alliierten Luftüberlegenheit wurde diese Ausbildung zu einem wichtigen Bestandteil der Überlebensfähigkeit der U-Boote in den Küstengewässern und der Biskaya.
Standort
Die Schule wurde 1920 in Wilhelmshaven gegründet und 1938 nach Swinemünde verlegt. Nach der Neuorganisation im Jahr 1941 waren die einzelnen Lehrgruppen auf mehrere Standorte verteilt. Lehrgruppen befanden sich unter anderem in Ückeritz, Misdroy, Neuendorf, Swinemünde und Zempin. Das Artillerieschulschiff Brummer ergänzte die praktische Ausbildung auf See.
Quellen im Bundesarchiv
BArch RM 7: Akten der Seekriegsleitung zur Organisation der Marine-Flugabwehr- und Küstenartillerieschulen.
BArch RM 110: Unterlagen der Inspektion der Marineartillerie.
BArch RM 123: Lehrgangspläne, Organisationsunterlagen und Schießvorschriften der Marine-Flugabwehr-Schule.
Literatur
Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. 7 Bände. Biblio Verlag, Osnabrück, 2000.
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Podzun-Verlag, Bad Nauheim, 1956–1971.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com