F. Schichau Werft GmbH Elbing

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U-Boot-Bau


Die F. Schichau Werft GmbH in Elbing war während des Zweiten Weltkrieges ursprünglich nicht als eigentliche U-Boot-Bauwerft vorgesehen. Der Schwerpunkt des Unternehmens lag weiterhin auf dem Bau von Torpedobooten, Minensuchbooten, Landungsfahrzeugen und anderen Kriegsschiffen für die Kriegsmarine. Im Rahmen des deutschen U-Boot-Rüstungsprogramms wurde die Werft zunächst lediglich als Zulieferbetrieb herangezogen und erhielt den Auftrag, jährlich 24 Dieselmotoren des Typs F 46 für den Einbau in U-Boote zu fertigen.

Neben ihrer Tätigkeit als Schiffbauwerft diente die F. Schichau Werft GmbH während des gesamten Krieges auch als Reparatur- und Instandsetzungswerft für U-Boote. Aufgrund ihrer geschützten Lage im rückwärtigen Ostseegebiet wurden hier vor allem Boote der Ausbildungs- und Schulverbände der Kriegsmarine sowie U-Boote nach Erprobungs- und Ausbildungsfahrten überholt, instand gesetzt und für weitere Ausbildungsabschnitte vorbereitet. Frontboote erschienen dagegen nur vereinzelt zu Werftaufenthalten in Elbing.

Erst im Sommer 1944 wurde die Werft unmittelbar in das U-Boot-Bauprogramm einbezogen. Im Zuge des raschen Ausbaus der deutschen Kleinkampfverbände entschied das Oberkommando der Kriegsmarine, die Serienfertigung des Kleinst-U-Bootes Seehund (Typ XXVII B5) auf mehrere Werften zu verteilen. Die F. Schichau Werft GmbH erhielt daraufhin den Auftrag zur Serienfertigung dieses Typs.

Der Bau der Seehund-U-Boote begann im September 1944. Nach den Planungen des Oberkommandos der Kriegsmarine sollte die Fertigung bis März 1945 schrittweise auf einen monatlichen Ausstoß von 50 Booten gesteigert werden. Damit wäre die Elbinger Werft für rund die Hälfte der gesamten deutschen Seehund-Produktion verantwortlich gewesen und hätte sich zum bedeutendsten Hersteller dieses Kleinst-U-Boot-Typs entwickelt.

Der Werft wurden zunächst die Bauaufträge für die Boote U 5251 bis U 5450 übertragen. Im Rahmen einer vorgesehenen Produktionserweiterung war anschließend auch der Bau der Boote U 5451 bis U 5750 geplant, der infolge der sich verschlechternden militärischen Lage jedoch nicht mehr zur Ausführung gelangte. Die geplanten Produktionszahlen konnten insgesamt aufgrund von Materialengpässen, Transportproblemen, Arbeitskräftemangel sowie der allgemeinen Kriegslage nicht mehr erreicht werden.

Bis zur Besetzung Elbings durch die Rote Armee am 13. Februar 1945 stellte die Werft insgesamt 151 Seehund-U-Boote fertig. Davon wurden 144 Boote an die Kriegsmarine abgeliefert und in Dienst gestellt, während sich die übrigen Einheiten noch in unterschiedlichen Fertigungsstadien befanden oder nicht mehr vollständig ausgerüstet werden konnten.

Mit der Einnahme Elbings endete die U-Boot-Produktion der F. Schichau Werft GmbH. Die Werftanlagen gingen nach Kriegsende in polnischen Staatsbesitz über und wurden in den folgenden Jahren für den zivilen Schiffbau weiter genutzt. Trotz ihrer vergleichsweise späten Beteiligung am U-Boot-Bau leistete die Werft sowohl als Reparaturbetrieb für die Ausbildungsflottillen der Ostsee als auch als einer der Hauptproduzenten des Kleinst-U-Bootes Seehund einen wichtigen Beitrag zur deutschen U-Boot-Rüstung in den letzten Kriegsmonaten.

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com