Cantieri Riuniti dell'Adriatico Monfalcone

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U-Boot-Bau


Die Cantieri Riuniti dell'Adriatico Monfalcone (C.R.D.A.) gehörten zu einem der bedeutendsten italienischen Schiffbaukonzerne der Zwischenkriegszeit. Die Cantieri Riuniti dell'Adriatico entstanden 1930 durch die Zusammenlegung des Stabilimento Tecnico Triestino mit dem Cantiere Navale Triestino in Monfalcone. Der Konzern war im Bau von Handels- und Kriegsschiffen sowie im Maschinenbau tätig und verfügte unter anderem über eigene Anlagen zur Herstellung von Dieselmotoren, Kesseln und Turbinen. Neben dem Schiffbau war der Unternehmensverbund auch in der Luftfahrt tätig. Die Werft in Monfalcone gehörte zu den bedeutendsten italienischen Schiffbaustandorten und hatte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Kriegsschiffe und U-Boote für die Regia Marina gebaut.

Nach dem Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg wurde die Werft weiterhin in erheblichem Umfang für den italienischen Kriegsschiffbau eingesetzt. Nach dem italienischen Waffenstillstand vom September 1943 und der deutschen Besetzung Norditaliens wurde die C.R.D.A. auch in deutsche Rüstungsprogramme einbezogen. Im Rahmen der deutschen Planungen für das neue Elektroboot Typ XXI und insbesondere den kleineren Küsten-U-Boot-Typ XXIII sollte die Fertigung zunehmend auf verschiedene Werften im Deutschen Reich und in den besetzten bzw. kontrollierten Gebieten verteilt werden.

Die C.R.D.A. in Monfalcone erhielt dabei einen Bauauftrag über 15 U-Boote des Typs XXIII, die die Nummern U 2431 bis U 2445 tragen sollten. Die Übertragung dieses Bauprogramms nach Italien war Teil der umfangreichen Planungen zur Dezentralisierung der Fertigung. Die vorhandenen Erfahrungen der Werft im U-Boot- und Maschinenbau sollten für die Serienfertigung des neuen Elektrobootes genutzt werden.

Der Bau konnte jedoch nur in sehr geringem Umfang aufgenommen werden. U 2431 wurde am 12.06.1944 und U 2432 am 16.06.1944 auf Kiel gelegt. Mit den übrigen Booten U 2433 bis U 2445 wurde nicht mehr begonnen. Die sich rasch verschlechternde militärische Lage in Norditalien, die Auswirkungen des italienischen Waffenstillstandes und die zunehmenden alliierten Luftangriffe verhinderten eine planmäßige Aufnahme der Serienfertigung. Keines der 15 für die C.R.D.A. vorgesehenen U-Boote des Typs XXIII wurde fertiggestellt.

Der Werftstandort Monfalcone war während des Krieges wiederholt alliierten Luftangriffen ausgesetzt. Die Bombardierungen verursachten erhebliche Schäden an den Werft- und Industrieanlagen und beeinträchtigten die Produktionsmöglichkeiten zunehmend. Damit verschärften sich die bereits bestehenden Schwierigkeiten bei der Aufnahme des deutschen U-Boot-Bauprogramms zusätzlich.

Die Beteiligung der C.R.D.A. Monfalcone am deutschen U-Boot-Bau blieb damit auf den Auftrag über 15 Boote des Typs XXIII beschränkt. Von diesen wurden lediglich U 2431 und U 2432 auf Kiel gelegt; keines der Boote wurde fertiggestellt oder an die Kriegsmarine abgeliefert. Die übrigen Bauaufträge blieben ohne tatsächlichen Baubeginn.

Die C.R.D.A. Monfalcone war damit ein Beispiel für die weitreichenden, letztlich aber nur teilweise verwirklichten Pläne zur Internationalisierung und Dezentralisierung des deutschen U-Boot-Baus in den letzten Kriegsjahren. Trotz der vorhandenen industriellen Voraussetzungen und der langjährigen Erfahrung im italienischen U-Boot-Bau konnte die geplante deutsche Fertigung des Typs XXIII in Monfalcone infolge der militärischen Entwicklung nicht mehr verwirklicht werden.

Bauaufträge

Typ italienische Flutto-Klasse

UIT 14 UIT 19 UIT 20

Typ XXVII A (Kleinst-U-Boote vom Typ Biber) (abgegeben an die Friedrich Krupp Germaniawerft AG Kiel)

U 2251 U 2252 U 2253 U 2254 U 2255 U 2256 U 2257 U 2258 U 2259 U 2260
U 2261 U 2262 U 2263 U 2264 U 2265 U 2266 U 2267 U 2268 U 2269 U 2270
U 2271 U 2272 U 2273 U 2274 U 2275 U 2276 U 2277 U 2278 U 2279 U 2280
U 2281 U 2282 U 2283 U 2284 U 2285 U 2286 U 2287 U 2288 U 2289 U 2290
U 2291 U 2292 U 2293 U 2294 U 2295 U 2296 U 2297 U 2298 U 2299 U 2300

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

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Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com