Fregattenkapitän (W)

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Fregattenkapitän (W)


Der Rang eines Fregattenkapitäns (W) war der zweithöchste Stabsoffiziersdienstgrad innerhalb der Waffenoffizierslaufbahn der Kriegsmarine und entsprach dem Rang eines Oberstleutnants bei Heer und Luftwaffe. Waffenoffiziere gehörten zum Marineoffizierkorps und waren auf die waffentechnischen Aufgaben der Kriegsmarine spezialisiert. Die Waffenoffizierslaufbahn gliederte sich insbesondere in die Fachrichtungen Artillerie und Sperrwaffe.

Fregattenkapitäne (W) übernahmen aufgrund ihrer langjährigen fachlichen und militärischen Erfahrung besonders verantwortungsvolle Führungs- und Leitungsaufgaben. Sie wurden unter anderem bei Waffenämtern, Zeugämtern, Inspektionen, Werften, technischen Dienststellen und im Oberkommando der Kriegsmarine eingesetzt.

Der Dienstgrad Fregattenkapitän (W) ist bereits in den 1930er Jahren nachweisbar. Friedrich Matthes wurde am 1. Februar 1938 zum Fregattenkapitän (W) befördert. Hans Hamelau erreichte diesen Dienstgrad am 1. Juli 1939. Beide gehörten der Waffenoffizierslaufbahn Artillerie an und übernahmen anschließend verantwortungsvolle Funktionen im Marinewaffenwesen.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Das Dienstgradabzeichen des Fregattenkapitäns (W) bestand aus einem Geflecht von zwei nebeneinanderliegenden Plattschnüren. Das Schulterstück entsprach grundsätzlich dem eines Fregattenkapitäns und wurde durch das Laufbahnabzeichen der Waffenoffizierslaufbahn ergänzt. Beim Fregattenkapitän wurde ein goldener Rangstern („Pickel“) getragen.

Das Laufbahnabzeichen richtete sich nach der jeweiligen Fachrichtung. Waffenoffiziere der Artillerielaufbahn führten das entsprechende Artilleriewaffenabzeichen, während Waffenoffiziere der Sperrwaffenlaufbahn das Abzeichen der Sperrwaffe trugen. Die besondere Kennzeichnung der Waffenoffizierslaufbahn ist sowohl bei zeitgenössischen Uniformeffekten als auch bei erhaltenen Darstellungen der Dienstgradabzeichen nachweisbar.

Bei den Ärmelabzeichen bestanden im Verlauf des Zweiten Weltkrieges unterschiedliche Ausführungen. Ursprünglich trug der Fregattenkapitän vier goldene Ärmelstreifen von jeweils 1,6 cm Breite. Mit Verfügung vom 27. Juli 1940 (MV 40, Nr. 544) wurde für neu zum Fregattenkapitän beförderte Offiziere eine Ausführung mit drei Streifen eingeführt. Durch Verfügung vom 25. Februar 1944 (MV 44, Nr. 93) wurde die Ausführung mit drei breiten Streifen und einem schmalen Zwischenstreifen zwischen den beiden oberen Streifen allgemein eingeführt.

Das Laufbahnabzeichen der Waffenoffiziere wurde oberhalb der Ärmelstreifen getragen. Die konkrete Ausführung richtete sich nach der Fachrichtung Artillerie oder Sperrwaffe.

Zur Uniform gehörte die blaue Schirmmütze der Kriegsmarine. Der Schirm der Schirmmütze der Stabsoffiziere war mit einer etwa 1,8 cm breiten goldenen Eichenlaubstickerei versehen.

Waffenoffizierslaufbahn


Die Waffenoffizierslaufbahn der Kriegsmarine diente der Ausbildung von Offizieren für die technischen und militärischen Aufgaben des Waffenwesens. Die Waffenoffiziere waren Teil des Marineoffizierkorps und wurden entsprechend den fachlichen Erfordernissen ihrer jeweiligen Laufbahn ausgebildet und eingesetzt.

Die Waffenoffizierslaufbahn gliederte sich insbesondere in die Fachrichtungen Artillerie und Sperrwaffe. Die Ausbildung verband militärische, seemännische und technische Kenntnisse. Neben ihrer fachlichen Tätigkeit konnten Waffenoffiziere auch als militärische Vorgesetzte, Ausbilder und Leiter von Dienststellen eingesetzt werden.

Waffenoffizierslaufbahn – Artillerie


Die Waffenoffiziere der Artillerielaufbahn waren für die waffentechnischen Aufgaben des Marineartilleriewesens zuständig. Zu ihren Aufgaben gehörten die Bereitstellung, der Einbau, die Verwaltung und die Erhaltung der Artilleriewaffen sowie die Mitwirkung bei deren Entwicklung und Erprobung.

Zu ihrem Tätigkeitsbereich gehörten unter anderem Geschütze verschiedener Kaliber mit ihren maschinellen und elektrischen Einrichtungen, Maschinen- und Handwaffen, Waffenleitgeräte, Entfernungsmessgeräte, Scheinwerfer, Horchgeräte, Gasschutzgeräte und Munition. Hinzu kamen die Beratung und Unterstützung der Frontstellen in waffentechnischen Fragen.

Waffenoffiziere der Artillerielaufbahn wurden als artillerietechnische Offiziere auf Kriegsschiffen, als Betriebs- und Betriebsleiter bei Kriegsmarinewerften und Artilleriezeugämtern, als Referenten und Sachbearbeiter in Stäben und im Oberkommando der Kriegsmarine sowie in Abnahme-, Ausbildungs- und Versuchsdienststellen eingesetzt.

Mit zunehmendem Dienstgrad konnten Waffenoffiziere verantwortungsvolle Leitungsfunktionen übernehmen. Für Korvettenkapitäne (W), Fregattenkapitäne (W) und Kapitäne zur See (W) kamen unter anderem die Leitung von Artilleriezeugämtern und umfangreichen technischen Betrieben, Tätigkeiten als Referenten im Oberkommando der Kriegsmarine und bei höheren Stäben sowie Funktionen bei Inspektionen und Abnahmestellen in Betracht.

Waffenoffizierslaufbahn – Sperrwaffe


Die Waffenoffiziere der Sperrwaffenlaufbahn waren auf die technischen und militärischen Aufgaben des Sperrwaffenwesens spezialisiert. Hierzu gehörten insbesondere Minen, Minenabwehrmittel sowie weitere Sperr- und Sprengwaffen.

Zu den Aufgaben gehörten die Bereitstellung, Verwaltung und Erhaltung der Sperrwaffen sowie die Mitwirkung bei ihrer Entwicklung und Erprobung. Waffenoffiziere der Sperrwaffe berieten und unterstützten die Frontstellen in waffentechnischen Fragen.

Sie wurden unter anderem bei Sperrzeugämtern, technischen Dienststellen, Entwicklungs- und Versuchskommandos sowie in Stäben und im Oberkommando der Kriegsmarine eingesetzt. Weitere Verwendungen waren Tätigkeiten als Spezialisten der Sperrwaffe an Bord von Minenschiffen sowie bei Minensuch-, Minenräum- und Geleitverbänden. An den entsprechenden Schulen konnten Waffenoffiziere außerdem als Ausbilder und Lehrer eingesetzt werden.

Mit zunehmendem Dienstgrad konnten Waffenoffiziere der Sperrwaffe leitende Funktionen bei mittleren und großen Sperrzeugämtern, bei Waffenentwicklungs- und Versuchskommandos sowie als Referenten und Abteilungschefs im Oberkommando der Kriegsmarine und bei höheren Stäben übernehmen.

Waffenoffiziersausbildung


Die Ausbildung der Waffenoffiziere verband militärische Grundausbildung, Werkstättenausbildung, Borddienst, Ausbildung an der Marineschule, fachbezogene Sonderlehrgänge und praktischen Dienst in der Flotte. Die zeitgenössische Darstellung des Oberkommandos der Kriegsmarine beschreibt für den entsprechenden Ausbildungsgang eine Gesamtdauer von etwa 23 Monaten bis zur Ernennung zum Leutnant (W).

Die Ausbildung gliederte sich grundsätzlich in folgende Abschnitte:

  • 3 Monate militärische Grundausbildung.
  • 2 Monate Werkstättenausbildung.
  • 5 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder einer anderen Überwassereinheit der Kriegsmarine; während dieser Zeit Ernennung zum Kadetten (W).
  • 5 Monate Ausbildung an der Marineschule mit Abschluss durch die Waffenoffiziershauptprüfung; während dieser Zeit Beförderung zum Fähnrich (W).
  • 4 Monate Sonderlehrgänge entsprechend der eingeschlagenen Fachrichtung, insbesondere Artillerie oder Sperrwaffe.
  • 6 Monate Frontdienst in der Flotte.

Nach einer Gesamtausbildungszeit von etwa 23 Monaten erfolgte die Ernennung zum Leutnant (W).

Nach der Ernennung zum Leutnant (W) folgten weitere fachliche und praktische Verwendungen. Die Waffenoffiziere konnten zu Speziallehrgängen und weiterführenden technischen Ausbildungen kommandiert werden. Besonders geeignete Waffenoffiziere konnten zur Erweiterung ihrer technischen Kenntnisse an technische Hochschulen kommandiert werden. Die weitere Ausbildung diente insbesondere der Vorbereitung auf die zunehmenden technischen und militärischen Führungsaufgaben innerhalb der Waffenoffizierslaufbahn.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com