Fähnrich (W)
Fähnrich (W)
Der Fähnrich (W) war ein Offizieranwärterdienstgrad innerhalb der Waffenoffizierslaufbahn der Kriegsmarine. Er folgte auf den Kadetten (W) und war Teil der Ausbildung zum Waffenoffizier. Die Waffenoffiziersanwärter wurden entsprechend ihrer vorgesehenen Fachrichtung in den Bereichen Artillerie oder Sperrwaffe ausgebildet.
Rang- & Laufbahnabzeichen
Das Dienstgradabzeichen des Fähnrichs (W) bestand aus einer doppelt gelegten silbernen Plattschnur von 0,7 cm Breite, die oben eine Knopfschlinge bildete. In der Mitte befand sich das vergoldete Laufbahnabzeichen der jeweiligen Waffenoffiziersrichtung.
Für die Fachrichtung Artillerie bestand das Laufbahnabzeichen aus zwei gekreuzten Kanonenrohren. Für die Fachrichtung Sperrwaffe wurde eine Mine als Laufbahnabzeichen getragen.
Auf beiden Unterärmeln wurde ebenfalls das jeweilige goldgelb gestickte Laufbahnabzeichen getragen. In der Fachrichtung Artillerie zeigte es zwei gekreuzte Kanonenrohre, in der Fachrichtung Sperrwaffe eine Mine.
Nach bestandener Waffenoffiziershauptprüfung wurde mit dem Fähnrich (W) das Portepee zum Offiziersdolch getragen.
Waffenoffizierslaufbahn
Die Waffenoffizierslaufbahn der Kriegsmarine umfasste die fachlichen Bereiche Artillerie und Sperrwaffe. Die Ausbildung verband militärische, seemännische und technische Ausbildungsabschnitte und bereitete die Anwärter auf ihre spätere Verwendung als Waffenoffiziere vor.
Die Waffenoffizierslaufbahn (Artillerie) diente der Ausbildung von Offizieren für die artilleristischen Waffen und technischen Einrichtungen der Kriegsmarine. Zu ihren Aufgaben gehörten die Bereitstellung, der Einbau, die Verwaltung und die Erhaltung der Waffen sowie die Mitwirkung bei deren Entwicklung und Erprobung.
Die Waffenoffizierslaufbahn (Sperrwaffe) umfasste insbesondere das Minenwesen, die Minenabwehr, die U-Bootabwehr und weitere Sperr- und Sprengwaffen. Die Waffenoffiziere wirkten bei der Bereitstellung, Verwaltung, Erhaltung, Entwicklung und Erprobung dieser Waffen mit.
Während der Ausbildung wurden die Waffenoffiziersanwärter entsprechend ihrer späteren Fachrichtung in den erforderlichen militärischen und technischen Kenntnissen ausgebildet. Nach Abschluss der Ausbildung folgten die weiteren Laufbahnabschnitte zum Oberfähnrich (W) und zum Leutnant (W).
Waffenoffiziersausbildung
Die Ausbildung der Waffenoffiziere gliederte sich in mehrere militärische, technische und praktische Ausbildungsabschnitte.
- 3 Monate militärische Grundausbildung.
- 2 Monate Werkstättenausbildung.
- 5 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder einer anderen Überwassereinheit der Kriegsmarine; während dieser Zeit Ernennung zum Kadetten (W).
- 5 Monate Ausbildung an der Marineschule mit Abschluss durch die Waffenoffiziershauptprüfung; während dieser Zeit Beförderung zum Fähnrich (W).
- 4 Monate Sonderlehrgänge entsprechend der eingeschlagenen Fachrichtung, insbesondere Artillerie oder Sperrwaffe.
- 6 Monate Frontdienst in der Flotte.
Nach insgesamt etwa zwei Jahren erfolgte die Beförderung zum Leutnant (W).
Anschließend folgte die weitere Berufsausbildung als Leutnant (W), die mit der Waffenoffiziersberufsprüfung abgeschlossen wurde.
Bei der Bewerbung für die Waffenoffizierslaufbahn war anzugeben, für welche Fachrichtung, Artillerie oder Sperrwaffe, sich der Bewerber entscheiden wollte. Diesem Wunsch wurde, soweit möglich, Rechnung getragen.
Literatur
U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.
Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.
Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com