Stabsmaschinist
Stabsmaschinist
Der Stabsmaschinist gehörte zur Laufbahn II (Maschinenlaufbahn) der Kriegsmarine. Er war der dritthöchste Unteroffiziersdienstgrad bei den Maschinisten.
Der Stabsmaschinist teilte sich in Diesel-Stabsmaschinist (D) und Elektro-Stabsmaschinist (E). Beide gehörten zur Laufbahn II.
Aufgabe
Die Angehörigen der Maschinenlaufbahn waren für die Bedienung und Instandhaltung der Antriebs- und Hilfsmaschinen an Bord der Kriegsschiffe verantwortlich. Dazu gehörten Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Diesel- und Elektromotoren, Kessel, elektrische Anlagen und Pumpenanlagen sowie Beibootsmaschinen und Scheinwerfer.
Anforderungen
Voraussetzung war eine abgeschlossene Lehrzeit in einem Metallhandwerk. In Ausnahmefällen genügte auch eine mehrjährige Arbeitszeit.
Zu den geeigneten Berufen gehörten unter anderem Maschinenschlosser, Maschinenbauer, Motorenschlosser, Schmied, Kesselschmied, Kupferschmied, Klempner, Mechaniker, Elektrotechniker und Schweißer sowie verwandte Handwerke.
Die Laufbahn ergänzte sich auch aus Freiwilligen.
Rang- & Laufbahnabzeichen
Eine allgemeine Kennzeichnung an der Bekleidung der Unteroffiziere mit Portepee gab es nicht, abgesehen davon, dass Portepeeunteroffiziere eine von den Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee völlig abweichende und den Offizieren angenäherte Uniform trugen.
Als Dienstgradabzeichen trugen Unteroffiziere mit Portepee Schulterklappen, die ringsum 1–2 mm vom Rand mit Tresse beziehungsweise Blendenband besetzt waren. Die Rangsterne („Pickel“) waren versilbert, silber- oder aluminiumfarben. Das Laufbahnabzeichen war in der Mitte der Schulterklappen aufgesteckt.
Der Stabsmaschinist trug auf der Schulterklappe zwei silberne Sterne unten und einen goldenen Anker mit Zahnrad als Laufbahnabzeichen.
Ausbildung
Die Ausbildung in den einzelnen Laufbahnen war vielseitig und gründlich. Nach der Einstellung erhielt jeder Freiwillige eine mehrmonatige militärische (infanteristische) Ausbildung als Grundausbildung für einen Soldaten der Kriegsmarine.
Die weitere Ausbildung erfolgte in mehreren Abschnitten. An die militärische Ausbildung schloss sich ein sechsmonatiger Gastenlehrgang an. Danach erfolgte die Kommandierung an Bord eines Schlachtschiffes, Kreuzers oder eines anderen Kriegsschiffes als Gast.
Nach Auswahl zum Unteroffiziersanwärter konnte ein achtmonatiger Maatenlehrgang und ein viermonatiger allgemeiner Unteroffizierslehrgang folgen. Nach Bestehen der Lehrgänge erfolgte die Beförderung zum Maat und die Kommandierung in eine Maatenstelle an Bord oder an Land.
Bei Auswahl zum Oberfeldwebelanwärter folgte eine zehnmonatige Ausbildung sowie ein allgemeiner Oberfeldwebellehrgang von etwa sechs Wochen. Die tüchtigsten Unteroffiziere konnten bereits nach einjähriger Dienstzeit als Unteroffizier zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt werden. Bei Bestehen der Lehrgänge konnten sie vom Maat unmittelbar zum Oberfeldwebel befördert werden, wobei die Zwischendienstgrade Obermaat und Feldwebel übersprungen wurden.
Wer nicht zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt wurde, konnte bei Eignung nach sechsjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, zum Obermaat befördert werden. Bei weiterer Eignung und Auswahl war nach siebenjähriger Dienstzeit, davon drei Jahre als Maat, die Beförderung zum Feldwebel möglich.
Die Freiwilligen der übrigen Lehrgänge erhielten andere Ausbildungslehrgänge. Die Beförderungsbedingungen hinsichtlich der Dienstzeit waren jedoch grundsätzlich gleich.
Beförderungen
Die folgende Übersicht gibt die allgemeinen Beförderungsbedingungen wieder:
- Gefreiter – nach Gesamtdienstzeit von 1 Jahr, davon 1 Jahr als Matrose.
- Obergefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 2 Jahren, davon 1 Jahr als Gefreiter.
- Hauptgefreiter – nach einer Gesamtdienstzeit von 4 Jahren, davon 2 Jahre als Obergefreiter.
- Maat – nach einer Gesamtdienstzeit von 3 Jahren, davon 1 Jahr als Obergefreiter.
- Obermaat – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
- Feldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 7 Jahren, davon 3 Jahre als Maat.
- Oberfeldwebel – nach einer Gesamtdienstzeit von 6 Jahren, davon 2 Jahre als Maat.
Literatur
U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.
Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.
Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com