Fregattenkapitän (Ing.)

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Fregattenkapitäns (Ing.)


Der Rang eines Fregattenkapitäns (Ing.) war der mittlere Dienstgrad der Stabsoffiziere innerhalb der Ingenieuroffizierslaufbahn der Kriegsmarine und entsprach dem Rang eines Oberstleutnants bei Heer und Luftwaffe. Ingenieuroffiziere dieses Dienstgrades gehörten zur höheren technischen Führungsebene der Kriegsmarine und waren für die Leitung umfangreicher Maschinen- und Werftbereiche sowie für die technische Einsatzbereitschaft großer Flottenverbände verantwortlich. Neben ihrer Verwendung als Leitende Ingenieure auf Großkampfschiffen oder in Marinearsenalen übernahmen sie zahlreiche Führungsaufgaben in Ausbildungs-, Werft- und Kommandobehörden.

Innerhalb der U-Boot-Waffe waren Fregattenkapitäne (Ing.) für die technische Organisation der Unterseebootsflottillen, der Marinewerften und der Unterseeboots-Lehrdivisionen von besonderer Bedeutung. Sie überwachten die Ausbildung der Leitenden Ingenieure, entwickelten technische Ausbildungsrichtlinien und begleiteten die Einführung neuer Maschinen- und Antriebssysteme. Mit der Indienststellung der U-Boote vom Typ XXI gewannen sie zusätzlich an Bedeutung, da die neuartige elektrische Antriebstechnik, Hochleistungsbatterien und umfangreiche Bordelektrik eine wesentlich intensivere technische Betreuung erforderten als bei den bisherigen Bootsklassen.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Das Dienstgradabzeichen des Fregattenkapitäns (Ing.) bestand aus einem Geflecht von zwei nebeneinanderliegenden silbernen Plattschnüren, das seitlich jeweils fünf Bogen, unten zwei Bogen sowie oben eine die Unterlage überragende Knopflochschlinge bildete. Auf den Schulterstücken befand sich ein vergoldeter Rangstern („Pickel“) sowie als Laufbahnabzeichen ein goldenes Zahnrad, das die Zugehörigkeit zur Ingenieuroffizierslaufbahn kennzeichnete.

Auf beiden Unterärmeln trug der Fregattenkapitän (Ing.) ursprünglich vier 1,6 cm breite goldene Ärmelstreifen mit einem darüber angeordneten goldgestickten Zahnrad als Laufbahnabzeichen. Für nach dem 1. August 1940 beförderte Offiziere wurden mit Verfügung vom 27. Juli 1940 (MV 40 Nr. 544) zunächst drei Ärmelstreifen eingeführt. Mit Verfügung vom 25. Februar 1944 (MV 44 Nr. 93) erhielten alle Fregattenkapitäne drei breite Streifen sowie einen schmalen Zwischenstreifen zwischen den beiden oberen Ärmelstreifen. Zur Uniform gehörte die blaue Schirmmütze mit einer 1,8 cm breiten goldenen Eichenlaubstickerei auf dem Schirm.

Ingenieuroffizierslaufbahn


Die Ingenieuroffiziere der Kriegsmarine waren die verantwortlichen Leiter des Maschinenbetriebs an Bord der Kriegsschiffe sowie militärische Führer und Erzieher der ihnen unterstellten Soldaten. Neben ihrer Tätigkeit auf See wurden sie in zahlreichen technischen und militärischen Führungsverwendungen an Land eingesetzt.

Zu ihren Aufgaben gehörten Verwendungen als Kompanieoffiziere, Kompaniechefs und Abteilungskommandeure, als Ausbildungsoffiziere und Lehrer an Marineschulen, als Leiter von Marinelehrwerkstätten und Kraftfahrlehrabteilungen, als Kraftfahroffiziere, Adjutanten und technische Sachbearbeiter in Stäben sowie als Marineattaché-Gehilfen. Darüber hinaus konnten Ingenieuroffiziere als Ressort- und Betriebsdirektoren auf Kriegsmarinewerften, als Chef des Stabes, Amtsgruppen- oder Abteilungschef im Oberkommando der Kriegsmarine sowie als Inspekteure der Schiffsmaschinen-, Schiffsstamm- oder Wehrwirtschaftsinspektion verwendet werden.

Entsprechend ihrer umfangreichen praktischen und wissenschaftlichen Ausbildung wirkten Ingenieuroffiziere maßgeblich an der Weiterentwicklung der Schiffsmaschinenanlagen mit. Besonders geeignete Offiziere wurden zum Studium an die Technische Hochschule Berlin kommandiert, das mit der Diplomprüfung abschloss. Ergänzend erfolgten Kommandierungen zu bedeutenden Industrieunternehmen, Werften und technischen Fachausstellungen, um neueste Entwicklungen auf den Gebieten des allgemeinen Maschinenbaus, des Schiffsmaschinenbaus, der Motorentechnik, der Elektrotechnik und der Wärmewirtschaft kennenzulernen. Weitere Speziallehrgänge vermittelten aktuelle technische Erkenntnisse, während sprachbegabte Ingenieuroffiziere zusätzlich Dolmetscherlehrgänge absolvieren konnten.

Ingenieuroffiziersausbildung


Die Ausbildung der Ingenieuroffiziere verband militärische, seemännische und technische Ausbildungsabschnitte und dauerte bis zur Ernennung zum Leutnant (Ing.) etwa zwei Jahre.

Die Ausbildung gliederte sich in folgende Abschnitte:

  • 3 Monate militärische Grundausbildung (1939: 4 Monate).
  • 2 Monate erste Werkstättenausbildung (1939: 4 Monate).
  • 5 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder anderen Überwassereinheiten der Kriegsmarine; während dieser Zeit Ernennung zum Kadetten (Ing.) (1939: 9 Monate).
  • 5 Monate Ausbildung an der Marineschule mit Abschluss durch die Ingenieuroffiziershauptprüfung; während dieser Zeit Beförderung zum Fähnrich (Ing.) (1939: 7 Monate).
  • 2 Monate zweite Werkstättenausbildung (1939: 5 Monate).
  • Zugführerlehrgang (1939: 1 Monat).
  • 8 Monate Frontdienst in der Flotte; während dieser Zeit Beförderung zum Oberfähnrich (Ing.) (1939: 6 Monate).

Nach insgesamt etwa zwei Jahren Ernennung zum Leutnant (Ing.).

Nach der Ernennung zum Leutnant (Ing.) folgten weitere Bordverwendungen und technische Fachausbildungen. Besonders geeignete Ingenieuroffiziere konnten zu weiterführenden Studiengängen, Speziallehrgängen oder wissenschaftlichen Einrichtungen kommandiert werden, um sich auf höhere technische Führungsaufgaben innerhalb der Kriegsmarine vorzubereiten. Insbesondere mit der Einführung neuer Kriegsschiff- und U-Boot-Typen wirkten sie an der Entwicklung, Erprobung und Verbesserung moderner Maschinen- und Antriebssysteme mit und leisteten damit einen wesentlichen Beitrag zur technischen Weiterentwicklung der Kriegsmarine.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine ? (Kriegsausgabe)" 1940.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933 - 1945- Band 2 Die Kriegsmarine" - Motorbuchverlag 1995. S. 122, 123, 199, 200, 201.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com