Oberfähnrich (W)

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Oberfähnrich (W)


Der Oberfähnrich (W) war der letzte Offizieranwärterdienstgrad innerhalb der Waffenoffizierslaufbahn der Kriegsmarine. Er folgte auf den Fähnrich (W) und bildete den letzten Ausbildungsabschnitt vor der Ernennung zum Leutnant (W).

Rang- & Laufbahnabzeichen


Das Dienstgradabzeichen des Oberfähnrichs (W) bestand aus einer doppelt gelegten silbernen Plattschnur von 0,7 cm Breite, die oben eine Knopfschlinge bildete. Auf der Schulterlitze waren oben und unten zwei versilberte Rangsterne („Pickel“) angebracht. Zwischen den Sternen befand sich das vergoldete Laufbahnabzeichen der jeweiligen Waffenoffiziersrichtung.

Für die Fachrichtung Artillerie bestand das Laufbahnabzeichen aus zwei gekreuzten Kanonenrohren. Für die Fachrichtung Sperrwaffe wurde eine Mine als Laufbahnabzeichen getragen.

Auf beiden Unterärmeln trug der Oberfähnrich (W) das goldgelb gestickte Laufbahnabzeichen der jeweiligen Fachrichtung. In der Artillerie waren dies zwei gekreuzte Kanonenrohre, bei der Sperrwaffe eine Mine.

Oberfähnriche trugen als Seitenwaffe den Offiziersdolch. Für aktive Oberfähnriche wurde nach bestandener Offiziershauptprüfung das Portepee getragen.

Zur Bordmütze gehörte eine 3 mm breite goldene Gespinstlitze um den Klapprand, wie sie von den Offizieren getragen wurde.

Waffenoffizierslaufbahn


Die Waffenoffizierslaufbahn der Kriegsmarine umfasste die Fachrichtungen Artillerie und Sperrwaffe. Die Ausbildung war auf die militärischen und technischen Anforderungen dieser beiden Bereiche ausgerichtet.

Die Waffenoffizierslaufbahn (Artillerie) der Kriegsmarine wurde am 1. Juli 1943 neu gegründet. Die Waffenoffiziere waren für die Bereitstellung, den Einbau, die Verwaltung und die Erhaltung der artilleristischen Waffen und technischen Einrichtungen der Kriegsmarine verantwortlich. Darüber hinaus wirkten sie bei der Entwicklung und Erprobung von Waffen mit und berieten die Frontstellen in waffentechnischen Fragen.

Die Waffenoffizierslaufbahn (Sperrwaffe) wurde am 1. Juli 1934 neu gegründet. Ihr Aufgabenbereich umfasste insbesondere Minen, Minenabwehr, U-Bootabwehr- und Sprengwaffen. Die Waffenoffiziere wirkten bei der Bereitstellung, Verwaltung, Erhaltung, Entwicklung und Erprobung dieser Sperrwaffen mit.

Während der Ausbildung wurden die Waffenoffiziersanwärter entsprechend ihrer Fachrichtung technisch und militärisch ausgebildet. Nach dem Abschluss der Ausbildungsabschnitte und dem Frontdienst erfolgte die weitere Laufbahn als Leutnant (W).

Waffenoffiziersausbildung


Die Ausbildung der Waffenoffiziere verband militärische, technische und praktische Ausbildungsabschnitte.

  • 3 Monate militärische Grundausbildung.
  • 2 Monate Werkstättenausbildung.
  • 5 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder anderen Überwassereinheiten der Kriegsmarine; während dieser Zeit Ernennung zum Kadetten (W).
  • 5 Monate Marineschule mit Abschluss durch die Waffenoffiziershauptprüfung; während dieser Zeit Beförderung zum Fähnrich (W).
  • 4 Monate Sonderlehrgänge entsprechend der eingeschlagenen Fachrichtung, insbesondere Artillerie oder Sperrwaffe.
  • 6 Monate Frontdienst in der Flotte.

Nach insgesamt etwa zwei Jahren erfolgte die Beförderung zum Leutnant (W).

Anschließend folgte die Berufsausbildung als Leutnant (W), die mit der Waffenoffiziersberufsprüfung abgeschlossen wurde.

Bei der Bewerbung für die Waffenoffizierslaufbahn war anzugeben, für welche der beiden Fachrichtungen, Artillerie oder Sperrwaffe, sich der Bewerber entscheiden wollte. Diesem Wunsch wurde, soweit möglich, Rechnung getragen.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com