U 106: Unterschied zwischen den Versionen

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== Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 106 ==
== Kriegsmarine Unterseeboot U 106 ==
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| U 106
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| [[Typ IX B|IX B]]
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=== Verbleib im Detail ===
== Verbleib im Detail ==
 
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U 106 wurde am 02.08.1943 im Nordatlantik, nordwestlich von Kap Ortegal, durch die [[Short Sunderland]] M - DV 968 unter Irwin-Alexander-Fraser Clark der australischen [[RAAF Squadron 461]] sowie die [[Short Sunderland]] N - JM 708 unter Reader-Dennison Hanbury der britischen [[RAF Squadron 228]] versenkt.
U 106 wurde am 02.08.1943 im Nordatlantik, nordwestlich von Kap Ortegal, durch die [[Short Sunderland]] M - DV 968 unter Irwin-Alexander-Fraser Clark der australischen [[RAAF Squadron 461]] sowie die [[Short Sunderland]] N - JM 708 unter Reader-Dennison Hanbury der britischen [[RAF Squadron 228]] versenkt.

Aktuelle Version vom 22. April 2026, 07:23 Uhr

U 105
   U 107

Kriegsmarine Unterseeboot U 106

Typ: IX B
Bauauftrag: 24.05.1938
Bauwerft: Deschimag AG Weser Bremen
Serie: U 103 - U 111
Baunummer: 969
Kiellegung: 26.11.1939
Stapellauf: 17.06.1940
Indienststellung: 24.09.1940
Kommandant: Jürgen Oesten
Feldpostnummer: M - 34 486

Kommandanten

24.09.1940 - 19.10.1941 Kapitänleutnant - Jürgen Oesten
20.10.1941 - 00.04.1943 Kapitänleutnant - Hermann Rasch
00.04.1943 - 19.06.1943 Unbesetzt
20.06.1943 - 02.08.1943 Oberleutnant zur See - Wolf-Dietrich Damerow

Flottillen

24.09.1940 - 31.12.1940 Ausbildungsboot - 2. U-Flottille, Wilhelmshaven (Ausbildungsboot)
01.01.1941 - 02.08.1943 Frontboot - 2. U-Flottille, Wilhelmshaven / Lorient (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

04.01.1941 - 06.01.1941: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

07.01.1941 - 10.02.1941: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Lorient


Am 04.01.1941 lief U 106 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Jürgen Oesten von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach der Passage durch die Ostsee und kurzen Ergänzungen in Kristiansand operierte das Boot im Nordatlantik sowie in den Seegebieten westlich des Nordkanals und Irlands. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 38 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von zirka 5.290 sm über sowie 115,9 sm unter Wasser lief U 106 am 10.02.1941 in Lorient ein. Auf dieser ersten Fahrt konnten 2 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 13.540 BRT versenkt werden.

Original Kriegstagebuch U 106 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

26.02.1941 - 17.06.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 26.02.1941 lief U 106 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Jürgen Oesten von Lorient zu seiner 2. Unternehmung aus. Die weiträumigen Operationen führten das Boot in den Mittelatlantik vor Freetown, Sierra Leone und Rio de Janeiro sowie bis in den Südatlantik. Zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeit über einen so langen Zeitraum erfolgten mehrere Versorgungen: Am 30.03.1941 durch den Versorger Nordmark, am 30.04.1941 durch den Blockadebrecher Lech sowie schließlich am 16.05.1941 durch den Versorger Egerland. Nach insgesamt 112 Tagen auf See und einer zurückgelegten Distanz von 20.246 sm über sowie 182 sm unter Wasser kehrte U 106 am 17.06.1941 wieder in seinen Stützpunkt Lorient zurück. Die Bilanz dieser überaus erfolgreichen Fahrt umfasst 8 versenkte Schiffe mit 46.485 BRT sowie die Beschädigung eines weiteren Schiffes mit 7.995 BRT und eines Schlachtschiffes mit 31.100 ts. → Erfolge U 106.

Original Kriegstagebuch U 106 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

11.08.1941 - 11.09.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 11.08.1941 lief U 106 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Jürgen Oesten von Lorient zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, westlich des Nordkanals sowie in den Gewässern westlich von Spanien. Als Sonderaufgabe übernahm U 106 die Sicherung des deutschen Blockadebrechers Anneliese Essberger, den es bis vor Bordeaux begleitete. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 32 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 4.860 sm über sowie 118,2 sm unter Wasser lief das Boot am 11.09.1941 wieder in Lorient ein. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 106 - 3. Unternehmung



4. Unternehmung

21.10.1941 - 22.11.1941: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 21.10.1941 lief U 106 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hermann Rasch von Lorient zu seiner 4. Unternehmung aus. Die Operationen führten das Boot in den Nordatlantik, in die Gewässer vor Neufundland sowie in die Seegebiete südöstlich von Grönland. Während dieses Einsatzes war U 106 der U-Boot-Gruppe Raubritter zugeteilt. Überschattet wurde die Fahrt durch ein schweres Unglück in der Biskaya: Am 23.10.1941 verlor U 106 die gesamte Brückenwache, als vier Besatzungsmitglieder vermutlich von einem schweren Brecher über Bord gespült wurden und ertranken. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 33 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 5.630 sm über sowie 114 sm unter Wasser kehrte U 106 am 22.11.1941 nach Lorient zurück. Die Bilanz dieser Unternehmung beläuft sich auf ein versenktes Schiff mit 5.120 BRT sowie ein beschädigtes Schiff mit 8.246 BRT. → Erfolge U 106.

Original Kriegstagebuch U 106 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

03.01.1942 - 22.02.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 03.01.1942 lief U 106 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hermann Rasch von Lorient zu seiner 5. Unternehmung aus. Die Operationen führten das Boot in den Nordatlantik sowie vor die Ostküste der USA. Nach insgesamt 51 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 6.882 sm über sowie 415,6 sm unter Wasser kehrte U 106 am 22.02.1942 wieder in seinen Stützpunkt Lorient zurück. Auf dieser Fahrt konnten 5 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 42.139 BRT versenkt werden. → Erfolge U 106.

Original Kriegstagebuch U 106 - 5. Unternehmung



6. Unternehmung

15.04.1942 - 29.06.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 15.04.1942 lief U 106 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hermann Rasch von Lorient zu seiner 6. Unternehmung aus. Die Einsatzgebiete umfassten den Nordatlantik, das Seegebiet vor Kap Hatteras und Florida sowie die Gewässer um die Großen Antillen und die Ostkaribik. Um die Operationsdauer zu verlängern, wurde das Boot am 18.06.1942 durch U 459 mit 40 m³ Brennstoff und 1.100 kg Proviant versorgt. Nach insgesamt 76 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von zirka 9.995 sm über sowie 486 sm unter Wasser lief U 106 am 29.06.1942 wieder in Lorient ein. Auf dieser Fahrt konnten 5 Schiffe mit zusammen 29.154 BRT versenkt und ein weiteres Schiff mit 4.639 BRT beschädigt werden. → Erfolge U 106.

Original Kriegstagebuch U 106 - 6. Unternehmung



7. Unternehmung

25.07.1942 - 29.07.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 25.07.1942 lief U 106 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hermann Rasch von Lorient zu seiner 7. Unternehmung aus. Die Fahrt musste jedoch bereits in der Biskaya abgebrochen werden, nachdem das Boot bei einem Fliegerangriff schwere Schäden erlitten hatte. Der Angriff forderte zudem Opfer unter der Besatzung: Der I. Wachoffizier, Oberleutnant zur See Günther Wissmann, wurde getötet und der Kommandant selbst verwundet. Nach insgesamt 5 Tagen lief U 106 am 29.07.1942 wieder in Lorient ein. Auf dieser kurzen Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.


Original Kriegstagebuch U 106 - 7. Unternehmung



8. Unternehmung

21.09.1942 - 21.09.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient

22.09.1942 - 26.12.1942: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 21.09.1942 lief U 106 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hermann Rasch von Lorient zu seiner 8. Unternehmung aus. Wegen einer defekten Funkanlage und einer undichten Tauchzelle musste das Boot die Fahrt jedoch noch am selben Tag abbrechen und zur Reparatur nach Lorient zurückkehren. Nach dem erneuten Auslaufen operierte U 106 im Nordatlantik, in der Cabot-Straße sowie in den Gewässern westlich von Gibraltar und Marokko. Während dieses Einsatzes war das Boot der U-Boot-Gruppe Westwall zugeteilt. Nach insgesamt 97 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 9.454,1 sm über sowie 1.407,9 sm unter Wasser lief U 106 am 26.12.1942 wieder in Lorient ein. Auf dieser Unternehmung konnte ein Schiff mit 2.140 BRT versenkt werden. → Erfolge U 106.

Original Kriegstagebuch U 106 - 8. Unternehmung



9. Unternehmung

17.02.1943 - 04.04.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 17.02.1943 lief U 106 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hermann Rasch von Lorient zu seiner 9. Unternehmung aus. Die Operationen führten das Boot in den Mittelatlantik sowie in das Seegebiet um die Azoren. Während dieser Fahrt war U 106 der U-Boot-Gruppe Unverzagt zugeteilt. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 47 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von zirka 6.720 sm über sowie 443,8 sm unter Wasser kehrte das Boot am 04.04.1943 wieder nach Lorient zurück. Auf dieser Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 106 - 9. Unternehmung



10. Unternehmung

28.07.1943 - 02.08.1943: Ausgelaufen von Lorient - Verlust des Bootes


Am 28.07.1943 lief U 106 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Wolf-Dietrich Damerow von Lorient zu seiner 10. Unternehmung aus. Das Boot befand sich noch auf dem Anmarsch in sein vorgesehenes Operationsgebiet, als es nach einer Einsatzdauer von insgesamt 6 Tagen durch Flugzeuge versenkt wurde. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 106 - 10. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 02.08.1943
Letzter Kommandant: Wolf-Dietrich Damerow
Ort: Nordatlantik
Position: 46° 35' Nord - 11° 55' West
Planquadrat: BE 6697
Verlust durch: Wasserbomben
Tote: 22
Überlebende: 35
Besatzung: Besatzungsliste U 106

Verbleib im Detail


U 106 wurde am 02.08.1943 im Nordatlantik, nordwestlich von Kap Ortegal, durch die Short Sunderland M - DV 968 unter Irwin-Alexander-Fraser Clark der australischen RAAF Squadron 461 sowie die Short Sunderland N - JM 708 unter Reader-Dennison Hanbury der britischen RAF Squadron 228 versenkt.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Aufgrund der Notmeldung von U 383 wurden die Torpedoboote T 22, T 24 und T 25 zur Rettung der Überlebenden angesetzt. Auf dem Marsch zur Versenkungsposition von U 383 wurde ein Kurzsignal von U 106 aufgenommen, das besagte, daß das U-Boot tauchunklar war. Ein eingehender Funkspruch lautete, daß der Verband zuerst nach Überlebendem von U 383 suchen, dann mit Höchstfahrt auf U 106 operieren sollte. Da die Suche nach den Schiffbrüchigen von U 383 ergebnislos blieb, ging gegen Abend ein weiterer Funkspruch der Gruppe West ein, der anordnete, daß die Torpedoboote nur noch auf U 106 zu operieren hätten. Etwa drei Stunden später wurden Lichtsignale bemerkt. T 25 lief auf die Signale zu. Sofort wird mit der Bergung der Schiffbrüchigen von U 106 begonnen, an der sich auch noch T 24 beteiligte. T 24 rettete 17 Soldaten, während T 25 weitere 19 Mann, darunter den Kommandanten aufnahm. Der Mechanikerobergefreite Ernst Schröter erlag seinen Verwundungen nach dem Einlaufen der Torpedoboote im Lazarett.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 129 - 130.



Clay Blair schreibt dazu:

Das kampferprobte IXB-Boot U 106 unter dem neuen Kommandanten Wolf-Dietrich Damerow, 24 Jahre alt, der fast zwei Jahre lang als Wachoffizier auf dem Boot Dienst getan hatte. Er lief gemeinsam mit dem Schwesterschiff U 107 von Lorient aus, das, wie erwähnt, in amerikanischen Gewässern ein Minenfeld legte.

Am 1. August, dem fünften Tag auf See, meldete Damerow, er habe einen Luftangriff abgewehrt, aber dasselbe oder ein anderes Flugzeug halte Fühlung zum Boot und ruge zweifellos andere Flugzeuge herbei. Der Beschatter war die von dem britischen Offizier J.C. Archer geflogene Vickers Wellington der neuen kanadischen Squadron 407, der sechs Wasserbomben geworfen und Alarm gegeben hatte.

Am 2. August reagierten zwei Sunderlands auf die Meldung: eine aus der britischen Squadron 228, geflogen von Reader D. Hanbury, und eine aus der australischen Squadron 461, geflogen von Irwin A.F. Clark. Beide Flugzeuge griffen mit Maschinengewehren an und warfen sechs Wasserbomben, die U 106 außer Gefecht setzten. Auf Damerows Notruf hin entsandte die Führung vier Ju-88-Kampfflugzeuge und drei Torpedoboote. Die Flugzeuge kamen zu spät, aber die Torpedoboote retteten Damerow, sein Kriegstagebuch und 35 andere Deutsche.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 468 - 469.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 468, 469.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 48, 173, 187.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 33, 211.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 129 - 130.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 94 - 95.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 115, 268, 271.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 100 - U 124" - Eigenverlag - S. 95 - 119.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 105.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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