U 190: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 20. April 2026, 09:26 Uhr
Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 190
| Bezeichnung: | U 190 |
| Typ: | IX C/40 |
| Bauauftrag: | 04.11.1940 |
| Bauwerft: | Deschimag AG Weser Bremen |
| Serie: | U 183 - U 194 |
| Baunummer: | 1036 |
| Kiellegung: | 07.10.1941 |
| Stapellauf: | 08.06.1942 |
| Indienststellung: | 24.09.1942 |
| Kommandant: | Max Wintermeyer |
| Feldpostnummer: | M - 49 098 |
Kommandanten
| 24.09.1942 - 05.07.1944 | Kapitänleutnant - Max Wintermeyer |
| 06.07.1944 - 14.05.1945 | Oberleutnant zur See - Hans-Edwin Reith |
Flottillen
| 24.09.1942 - 28.02.1943 | 4. U-Flottille, Stettin (Ausbildungsboot) |
| 01.03.1943 - 30.09.1944 | 2. U-Flottille, Lorient (Frontboot) |
| 01.10.1944 - 01.05.1945 | 33. U-Flottille, Flensburg (Frontboot) |
1. Unternehmung
20.02.1943 - 22.02.1943: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand
22.02.1943 - 22.02.1943: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Farsund
23.02.1943 - 30.03.1943: Ausgelaufen von Farsund - Eingelaufen in Lorient
Am 20.02.1943 lief U 190 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Max Wintermeyer von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach der Passage durch die Ostsee, einer Brennstoffergänzung in Kristiansand und einer Übernachtung in Farsund operierte das Boot im Nordatlantik. Während des Einsatzes war U 190 den U-Boot-Gruppen Neuland, Ostmark und Stürmer zugeteilt. Am 23.03.1943 erfolgte eine Versorgung durch U 84, wobei 80 m³ Brennstoff übernommen wurden. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 39 Tagen und einer zurückgelegten Distanz von zirka 5.750 sm lief U 190 am 30.03.1943 in Lorient ein. Die Bilanz dieser Fahrt umfasst die Versenkung eines Schiffes mit 7.015 BRT. → Erfolge U 190.
Original Kriegstagebuch U 190 - 1. Unternehmung
2. Unternehmung
01.05.1943 - 19.08.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 01.05.1943 lief U 190 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Max Wintermeyer von Lorient zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik sowie vor der Ostküste der USA. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 111 Tagen, in denen 9.687 sm über sowie 2.273 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief U 190 am 19.08.1943 wieder in Lorient ein. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 190 - 2. Unternehmung
3. Unternehmung
30.09.1943 - 01.10.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Brest
07.10.1943 - 15.01.1944: Ausgelaufen von Brest - Eingelaufen in Lorient
Am 30.09.1943 lief U 190 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Max Wintermeyer von Lorient zu seiner 3. Unternehmung aus. Bereits am 01.10.1943 sah sich die Führung jedoch gezwungen, aufgrund diverser Schäden Brest anzulaufen. Nach Abschluss der Reparaturen und dem erneuten Auslaufen operierte das Boot im Mittelatlantik, im Südatlantik sowie vor der brasilianischen Küste. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 108 Tagen, in denen zirka 8.500 sm über sowie 1.966 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, lief U 190 am 15.01.1944 wieder in Lorient ein. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 190 - 3. Unternehmung
4. Unternehmung
07.03.1944 - 08.03.1944: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
11.03.1944 - 12.03.1944: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
16.03.1944 - 20.06.1944: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
Am 07.03.1944 lief U 190 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Max Wintermeyer von Lorient zu seiner 4. Unternehmung aus. Ein Tieftauchversuch in der Biskaya deckte jedoch Schäden am Drucklager und an einem Luk auf, was die Rückkehr nach Lorient erforderlich machte. Auch ein zweiter Auslaufversuch scheiterte an einem undichten Heckraumluk. Nach der endgültigen Instandsetzung operierte das Boot im Mittelatlantik, im Südatlantik, im Golf von Guinea sowie vor Freetown. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 106 Tagen, in denen zirka 7.550 sm über sowie 2.075 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, machte U 190 am 20.06.1944 wieder in Lorient fest. Im Anschluss an diese Fahrt erfolgte vom 21.06.1944 bis zum 16.08.1944 der Einbau einer Schnorchelanlage in der Kriegsmarinewerft Lorient. Auf dieser Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 190 - 4. Unternehmung
5. Unternehmung
17.08.1944 - 21.08.1944: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient
22.08.1944 - 30.09.1944: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Farsund
01.10.1944 - 01.10.1944: Ausgelaufen von Farsund - Eingelaufen in Kristiansand
02.10.1944 - 04.10.1944: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Flensburg
Am 17.08.1944 lief U 190 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hans-Edwin Reith von Lorient zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte auf dieser Überführungsfahrt nach Deutschland im Nordatlantik. Der Rückmarsch führte über Farsund (Übernachtung und Geleitwechsel) sowie Kristiansand (Geleitwechsel) nach Flensburg. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 49 Tagen, in denen zirka 1.500 sm über sowie 1.452 sm unter Wasser zurückgelegt wurden, machte U 190 am 04.10.1944 in Flensburg fest. Im Anschluss an diese Fahrt verlegte das Boot für Werftaufenthalte zunächst nach Bremen und danach nach Kiel. Auf dieser Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
Original Kriegstagebuch U 190 - 5. Unternehmung
Verlegungsfahrt
10.02.1945 - 14.02.1945: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Horten
Am 10.02.1945 lief U 190 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hans-Edwin Reith von Kiel aus. Das Boot verlegte im Verband mit U 805, U 1275, U 1273 und U 1005 nach Horten. Nach einer Dauer von insgesamt 5 Tagen lief U 190 am 14.02.1945 in Horten ein. Auf dieser Fahrt wurden keine Schiffe versenkt oder beschädigt.
6. Unternehmung
19.02.1945 - 20.02.1945: Ausgelaufen von Horten - Eingelaufen in Kristiansand
21.02.1945 - 23.02.1945: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Stavanger
25.02.1945 - 14.05.1945: Ausgelaufen von Stavanger - Eingelaufen in St. Johns
Am 19.02.1945 lief U 190 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Hans-Edwin Reith von Horten zu seiner 6. Unternehmung aus. Nach ergänzenden Maßnahmen in Kristiansand und dem Befehlsempfang in Stavanger operierte das Boot im Nordatlantik sowie in den Gewässern vor Halifax und Neufundland. Am 12.05.1945 kapitulierte U 190 auf hoher See vor kanadischen Fregatten. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 85 Tagen lief das Boot am 14.05.1945 in Bay Bulls ein. Die Bilanz dieser letzten Unternehmung umfasst die Versenkung eines Minensuchers mit 590 ts. → Erfolge U 190.
Original Kriegstagebuch U 190 - 6. Unternehmung
Verbleib
| Datum: | 12.05.1945 |
| Letzter Kommandant: | Hans-Edwin Reith |
| Ort: | Bay Bulls |
| Position: | 47° 18' Nord - 52° 48' West |
| Planquadrat: | BB 6622 |
| Verlust durch: | Kapitulation/Übergabe an Kanada |
| Tote: | 0 |
| Überlebende: | - |
| Besatzung: | Besatzungsliste U 190 |
Verbleib im Detail
U 190 kapitulierte am 12.05.1945 auf See gegenüber den kanadischen Korvetten HMCS Thorlock (K.394) unter Lieutenant John-Eugene Francois und HMCS Victoriaville (K.684) unter Lieutenant Lester Alton Hickey. Nach dem Einlaufen in Bay Bulls (Neufundland) am 14.05.1945 wurde das Boot am 25.05.1945 nach Halifax verlegt und dort unter dem Kommando von Lieutenant Commander M. Wood als HMCS U-190 in Dienst gestellt. Bis zum 07.09.1945 nahm es an einer Vorführungsrundfahrt durch verschiedene kanadische Häfen teil.
Zur Außerdienststellung am 24.07.1947 stand das Boot unter dem Kommando von Captain G. Griffith. Am 21.10.1947 wurde U 190 als Zielschiff für eine Übung eingesetzt, an der zwanzig Flugzeuge der 826. und 883. Squadron der kanadischen Marineluftwaffe sowie die Zerstörer HMCS Nootka (R.96) und HMCS Haida (G.63) sowie der Minensucher HMCS New Liskeard (J.397) beteiligt waren. Das Boot sank jedoch bereits nach einem Raketentreffer eines der Flugzeuge auf der Position 43° 55' Nord – 63° 00' West, noch bevor die Überwasserschiffe das Artilleriefeuer eröffnen konnten. Das Original-Periskop von U 190 befindet sich heute im Crow's Nest Officers Club in St. John’s (Neufundland).
Quellen & Literatur
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 191, 256.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 88, 211.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945" - Mittler Verlag 2008 - S. 399.
Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge von September 1939 bis Mai 1945" - Mittler Verlag 2008 - S. 140.
Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 124.
Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 171 - U 222" - Eigenverlag - S. 131 - 138.
Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 107.