Marineoberstabsarzt: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{{Navi-U-Boot|Dienstgrade|Marinestabsarzt}} <div style="border: 1px solid #aaa; padding: 25px; background-color: #ffffff; box-shadow: 4px 4px 10px rgba(0,0,0,0.1); font-family: sans-serif;"> == Marineoberstabsarzt == <br> Der Marineoberstabsarzt war ein Stabsoffiziersdienstgrad der Sanitätsoffizierslaufbahn der Kriegsmarine und entsprach dem Dienstgrad eines Majors bei Heer und Luftwaffe. Er stand innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn über dem Marin…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Navi-U-Boot| | {{Navi-U-Boot|Geschwaderarzt|Marinestabsarzt}} | ||
<div style="border: 1px solid #aaa; padding: 25px; background-color: #ffffff; box-shadow: 4px 4px 10px rgba(0,0,0,0.1); font-family: sans-serif;"> | <div style="border: 1px solid #aaa; padding: 25px; background-color: #ffffff; box-shadow: 4px 4px 10px rgba(0,0,0,0.1); font-family: sans-serif;"> | ||
| Zeile 68: | Zeile 68: | ||
</div> | </div> | ||
{{Navi-U-Boot| | {{Navi-U-Boot|Geschwaderarzt|Marinestabsarzt}} | ||
Version vom 27. August 2026, 13:01 Uhr
Marineoberstabsarzt
Der Marineoberstabsarzt war ein Stabsoffiziersdienstgrad der Sanitätsoffizierslaufbahn der Kriegsmarine und entsprach dem Dienstgrad eines Majors bei Heer und Luftwaffe. Er stand innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn über dem Marinestabsarzt und unter dem Geschwaderarzt. Sanitätsoffiziere waren für den ärztlichen Dienst innerhalb der Kriegsmarine verantwortlich und wurden sowohl an Bord der Kriegsschiffe als auch bei Landdienststellen, Marinelazaretten und militärischen Behörden eingesetzt.
Marineoberstabsärzte übernahmen neben ihrer ärztlichen Tätigkeit auch verantwortungsvolle Aufgaben innerhalb des Sanitätsdienstes. Dazu gehörten die ärztliche Versorgung der Soldaten, die Beratung militärischer Vorgesetzter in medizinischen und hygienischen Fragen sowie die Leitung und Organisation des ärztlichen Dienstes in den ihnen übertragenen Bereichen.
Rang- & Laufbahnabzeichen
Das Dienstgradabzeichen des Marineoberstabsarztes bestand aus einem Geflecht von zwei nebeneinanderliegenden Plattschnüren, das seitlich jeweils fünf Bogen, unten zwei Bogen sowie oben eine die Unterlage überragende Knopflochschlinge bildete. Rangsterne („Pickel“) wurden auf dem Schulterstück nicht getragen. Als Laufbahnabzeichen befand sich ein goldener Äskulapstab auf dem Schulterstück.
Auf beiden Unterärmeln trug der Marineoberstabsarzt drei goldene Ärmelstreifen von 1,6 cm Breite. Darüber befand sich als Laufbahnabzeichen ein goldener Äskulapstab.
Zur Uniform gehörte die blaue Schirmmütze der Kriegsmarine. Auf dem Schirm befand sich eine 1,8 cm breite goldene Eichenlaubstickerei.
Sanitätsoffizierslaufbahn
Die Sanitätsoffiziere der Kriegsmarine versahen den ärztlichen Dienst an Bord der Kriegsschiffe sowie bei den Landdienststellen und Marinelazaretten. Zu ihren Aufgaben gehörten die ärztliche Versorgung der Soldaten, die Beurteilung der gesundheitlichen Tauglichkeit von Freiwilligen und Dienstpflichtigen sowie die Gesundheitsführung und Behandlung erkrankter Soldaten.
Darüber hinaus berieten Sanitätsoffiziere die militärischen Vorgesetzten auf den Gebieten der Hygiene und der allgemeinen Gesundheitspflege. In höheren Dienststellen traten neben die ärztliche Tätigkeit verstärkt Verwaltungs- und Leitungsaufgaben sowie die Führung des unterstellten Sanitätspersonals.
Die fachliche Weiterbildung erfolgte durch Kommandierungen zu Universitätskliniken und größeren Krankenanstalten sowie durch Fortbildungslehrgänge und wissenschaftliche Veranstaltungen. Für Auslandskommandos konnten besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten und Tropenhygiene vermittelt werden.
Sanitätsoffiziersausbildung
Die Ausbildung der Sanitätsoffiziere verband militärische Ausbildung, praktische Ausbildung im Sanitätsdienst und ein vollständiges Medizinstudium. Die militärische und fachliche Weiterbildung wurde während des Studiums durch entsprechende Ausbildungsabschnitte ergänzt.
Die Ausbildung gliederte sich in folgende Abschnitte:
- 3 Monate militärische Grundausbildung.
- 2 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder einer anderen Überwassereinheit der Kriegsmarine; während dieser Zeit Beförderung zum Marinesanitätskadetten.
- 4 Semester Medizinstudium; während der Semesterferien Lazarettausbildung und Zugführerlehrgang. Nach dem 4. Semester Vorexamen und Beförderung zum Marinesanitätsfähnrich.
- 3 Monate militärischer Sonderlehrgang und Ausbildung in der Flotte; während dieser Zeit Beförderung zum Marineunterarzt.
- 6 Semester Medizinstudium; während der Semesterferien Gasschutzlehrgang und Lazarettausbildung.
- Nach dem 10. Semester Staatsprüfung und anschließend Beförderung zum Marineassistenzarzt.
Nach der Ernennung zum Marineassistenzarzt folgten weitere praktische Verwendungen und die Beförderung innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn. Die Dienstgradfolge führte über den Marineoberassistenzarzt und den Marinestabsarzt zum Marineoberstabsarzt.
Mit dem Marineoberstabsarzt war die erste Stufe der Stabsoffiziersdienstgrade der Sanitätsoffizierslaufbahn erreicht. Die weitere Laufbahn führte über den Geschwaderarzt und Flottenarzt in die Admiralsranggruppe.
Die weitere fachärztliche Ausbildung konnte durch mehrjährige Kommandierungen zu Universitätskliniken und größeren Krankenanstalten erfolgen. Ergänzend waren weitere Fach- und Fortbildungslehrgänge vorgesehen.
Literatur
U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.
Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.
Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.
Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven
Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB
Alle Angaben ohne Gewähr
Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com