Geschwaderarzt

Aus uboot Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Geschwaderarzt


Der Geschwaderarzt war ein Stabsoffiziersdienstgrad der Sanitätsoffizierslaufbahn der Kriegsmarine und entsprach dem Dienstgrad eines Oberstleutnants bei Heer und Luftwaffe. Er stand innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn über dem Marineoberstabsarzt und unter dem Flottenarzt.

Sanitätsoffiziere waren für den ärztlichen Dienst innerhalb der Kriegsmarine verantwortlich. Sie wurden an Bord der Kriegsschiffe sowie bei Marinelazaretten, Landtruppenteilen, Kommandobehörden und anderen Dienststellen eingesetzt. Mit zunehmendem Dienstgrad übernahmen sie neben der ärztlichen Tätigkeit verstärkt Aufgaben in der Leitung und Organisation des Sanitätsdienstes.

Der Geschwaderarzt konnte mit verantwortungsvollen Leitungs- und Stabsaufgaben innerhalb des Marinesanitätsdienstes betraut werden. Dazu gehörten insbesondere die fachliche Führung unterstellter Sanitätsoffiziere sowie die Beratung militärischer Vorgesetzter in medizinischen, hygienischen und gesundheitlichen Fragen.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Das Dienstgradabzeichen des Geschwaderarztes bestand aus einem Geflecht von zwei nebeneinanderliegenden Plattschnüren, das seitlich jeweils fünf Bogen, unten zwei Bogen sowie oben eine die Unterlage überragende Knopflochschlinge bildete. Auf dem Schulterstück wurde ein goldener Rangstern („Pickel“) getragen. Als Laufbahnabzeichen befand sich ein goldener Äskulapstab auf dem Schulterstück.

Auf beiden Unterärmeln trug der Geschwaderarzt die für den entsprechenden Stabsoffiziersdienstgrad vorgeschriebenen goldenen Ärmelstreifen. Darüber befand sich als Laufbahnabzeichen ein goldener Äskulapstab.

Zur Uniform gehörte die blaue Schirmmütze der Kriegsmarine. Auf dem Schirm befand sich die goldene Eichenlaubstickerei der Stabsoffiziere.

Sanitätsoffizierslaufbahn


Die Sanitätsoffiziere der Kriegsmarine versahen den ärztlichen Dienst an Bord der Kriegsschiffe sowie bei den Landdienststellen und Marinelazaretten. Zu ihren Aufgaben gehörten die ärztliche Versorgung der Soldaten, die Beurteilung der gesundheitlichen Tauglichkeit von Freiwilligen und Dienstpflichtigen sowie die Gesundheitsführung und Behandlung erkrankter Soldaten.

Darüber hinaus berieten Sanitätsoffiziere die militärischen Vorgesetzten in Fragen der Hygiene und der allgemeinen Gesundheitspflege. In höheren Dienststellen übernahmen sie zunehmend Verwaltungs-, Leitungs- und Beratungsaufgaben und konnten mit der Führung des ärztlichen Dienstes und unterstellter Sanitätsoffiziere betraut werden.

Die fachliche Weiterbildung erfolgte durch Kommandierungen zu Universitätskliniken und größeren Krankenanstalten sowie durch Fortbildungslehrgänge und wissenschaftliche Veranstaltungen. Für Auslandskommandos konnten zusätzliche Kenntnisse auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten und Tropenhygiene vermittelt werden.

Mit dem Geschwaderarzt war innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn ein höherer Stabsoffiziersdienstgrad erreicht. Die weitere Laufbahn führte zum Flottenarzt und damit in die Admiralsranggruppe der Sanitätsoffiziere.

Sanitätsoffiziersausbildung


Die Ausbildung der Sanitätsoffiziere verband militärische Ausbildung, praktische Ausbildung im Sanitätsdienst und ein vollständiges Medizinstudium. Die militärische und fachliche Ausbildung wurde während des Studiums durch entsprechende Ausbildungsabschnitte ergänzt.

Die Ausbildung gliederte sich in folgende Abschnitte:

  • 3 Monate militärische Grundausbildung.
  • 2 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder einer anderen Überwassereinheit der Kriegsmarine; während dieser Zeit Beförderung zum Marinesanitätskadetten.
  • 4 Semester Medizinstudium; während der Semesterferien Lazarettausbildung und Zugführerlehrgang. Nach dem 4. Semester Vorexamen und Beförderung zum Marinesanitätsfähnrich.
  • 3 Monate militärischer Sonderlehrgang und Ausbildung in der Flotte; während dieser Zeit Beförderung zum Marineunterarzt.
  • 6 Semester Medizinstudium; während der Semesterferien Gasschutzlehrgang und Lazarettausbildung.
  • Nach dem 10. Semester Staatsprüfung und anschließend Beförderung zum Marineassistenzarzt.

Nach der Ernennung zum Marineassistenzarzt folgten weitere praktische Verwendungen und Beförderungen innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn. Die Dienstgradfolge führte über den Marineoberassistenzarzt und den Marinestabsarzt zum Marineoberstabsarzt und anschließend zum Geschwaderarzt.

Die weitere fachärztliche Ausbildung konnte durch mehrjährige Kommandierungen zu Universitätskliniken und größeren Krankenanstalten erfolgen. Ergänzend waren weitere Fach- und Fortbildungslehrgänge vorgesehen.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com