Deschimag AG Werk Seebeck Geestemünde

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U-Boot-Bau


Die Deschimag AG, Werk Seebeck Geestemünde (ab 1940 Wesermünde, heute Bremerhaven) spielte im deutschen U-Boot-Bau zwar eine deutlich kleinere Rolle als die Stammwerft Deschimag AG Weser Bremen, war jedoch ein wichtiger Ergänzungsbetrieb innerhalb des Deschimag-Konzerns. Während sich die AG Weser auf die Massenfertigung der Typen IX und XXI konzentrierte, übernahm das Werk Seebeck den Bau einer kleineren Serie hochseetauglicher Langstrecken-U-Boote des Typs IX C/40.

Die Seebeckwerft wurde 1876 von Georg Dietrich Seebeck gegründet und entwickelte sich zu einer bedeutenden Schiffswerft an der Unterweser. Im Jahr 1928 wurde sie in den von der AG Weser geführten Werftkonzern Deutsche Schiff- und Maschinenbau AG (Deschimag) eingegliedert. Nach der nationalsozialistischen Aufrüstung erhielt das Werk verstärkt Marineaufträge und wurde in die U-Boot-Rüstungsprogramme der Kriegsmarine einbezogen.

Der Einstieg in den U-Boot-Bau erfolgte Ende 1940 mit dem Auftrag über mehrere Boote des Typs IX C/40, einer verbesserten Ausführung des bewährten Typs IX C. Diese Boote waren als sogenannte „Übersee-U-Boote“ für den Fernkrieg im Atlantik, im Indischen Ozean und vor der amerikanischen Ostküste konzipiert. Gegenüber den kleineren Typ-VII-Booten verfügten sie über eine wesentlich größere Reichweite, höhere Treibstoffvorräte und eine stärkere Torpedobewaffnung. Sie waren daher besonders für die Einsätze der späteren Monsun-Gruppe in Südostasien geeignet.

Insgesamt fertigte das Werk Seebeck 16 U-Boote des Typs IX C/40. Die Bauserien umfassten die Boote U 801 bis U 806 sowie U 1007 bis U 1016. Die Kiellegungen erfolgten zwischen Oktober 1941 und Ende 1942, die Indienststellungen zwischen März 1943 und Mai 1944. Damit war Seebeck ausschließlich auf eine einzige U-Boot-Klasse spezialisiert und unterschied sich hierin von der ]]Deschimag AG Weser Bremen]], die parallel mehrere Typen baute.

Die Produktion erfolgte in enger Abstimmung mit der Stammwerft der AG Weser. Konstruktion, Materialbeschaffung und technische Entwicklung wurden weitgehend zentral gesteuert, während Seebeck als zusätzliche Fertigungskapazität diente. Ziel war es, die steigenden Anforderungen des U-Boot-Bauprogramms zu erfüllen und die Produktion auf mehrere Standorte zu verteilen. Ab 1942 war vorgesehen, jährlich bis zu sechs U-Boote abzuliefern; daneben führte die Werft auch Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten an bereits in Dienst stehenden Booten durch.

Zu den bekanntesten auf der Seebeckwerft gebauten Booten gehörte U 801, das am 24.03.1943 in Dienst gestellt wurde und nach zwei Unternehmungen im März 1944 im Mittelatlantik von der eigenen Besatzung versenkt werden musste. Weitere Boote der Serie, darunter U 802, U 803 und U 1008, kamen auf Fernunternehmungen im Atlantik und im Indischen Ozean zum Einsatz, wobei mehrere von ihnen der Monsun-Gruppe zugeteilt wurden.

Aus U-boothistorischer Sicht kommt der Deschimag Werk Seebeck Geestemünde vor allem die Rolle einer spezialisierten Fertigungswerft für den Typ IX C/40 zu. Mit den dort gebauten 16 Langstrecken-U-Booten leistete sie einen wichtigen Beitrag zum Bau der deutschen „Übersee-Boote“. Zusammen mit den 162 U-Booten der Deschimag AG Weser Bremen brachte der Deschimag-Konzern insgesamt 178 U-Boote hervor und gehörte damit zu den größten U-Boot-Produzenten des Deutschen Reiches. Die Seebeckwerft war die auf den Bau des Typs IX C/40 spezialisierte Zweigwerft des Deschimag-Konzerns und ergänzte die Massenproduktion der Deschimag AG Weser Bremen durch die Fertigung von 16 hochseetauglichen Fern-U-Booten.

Bauaufträge

Typ IX C

U 161 U 162 U 163 U 164 U 165 U 166

Typ IX C/40

U 167 U 168 U 169 U 170 U 801 U 802 U 803 U 804 U 805 U 806
U 807 U 808 U 809 U 810 U 811 U 812 U 813 U 814 U 815 U 816
U 1501 U 1502 U 1503 U 1504 U 1505 U 1506

Literaturverweise


Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997.

→ Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB



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Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com