Flottenarzt

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Flottenarzt


Der Flottenarzt war ein höherer Sanitätsoffiziersdienstgrad der Kriegsmarine und entsprach dem Dienstgrad eines Obersten bei Heer und Luftwaffe. Er stand innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn über dem Geschwaderarzt und unter dem Admiralarzt.

Flottenärzte übernahmen besonders verantwortungsvolle Aufgaben innerhalb des Sanitätsdienstes der Kriegsmarine. Neben der ärztlichen Tätigkeit konnten sie mit der Leitung größerer Sanitätsdienststellen, der Führung unterstellter Sanitätsoffiziere sowie mit übergeordneten Verwaltungs- und Stabsaufgaben betraut werden.

Rang- & Laufbahnabzeichen


Das Dienstgradabzeichen des Flottenarztes bestand aus einem Geflecht von zwei nebeneinanderliegenden Plattschnüren, das seitlich jeweils fünf Bogen, unten zwei Bogen sowie oben eine die Unterlage überragende Knopflochschlinge bildete. Auf dem Schulterstück wurden zwei goldene Rangsterne („Pickel“) getragen. Als Laufbahnabzeichen befand sich ein goldener Äskulapstab auf dem Schulterstück.

Auf beiden Unterärmeln trug der Flottenarzt vier goldene Ärmelstreifen von 1,6 cm Breite. Darüber befand sich als Laufbahnabzeichen ein goldener Äskulapstab.

Zur Uniform gehörte die blaue Schirmmütze der Kriegsmarine. Auf dem Schirm befand sich eine 1,8 cm breite goldene Eichenlaubstickerei.

Sanitätsoffizierslaufbahn


Die Sanitätsoffiziere der Kriegsmarine versahen den ärztlichen Dienst an Bord der Kriegsschiffe sowie bei den Landdienststellen und Marinelazaretten. Zu ihren Aufgaben gehörten die ärztliche Versorgung der Soldaten, die Beurteilung der gesundheitlichen Tauglichkeit von Freiwilligen und Dienstpflichtigen sowie die Gesundheitsführung und Behandlung erkrankter Soldaten.

Darüber hinaus berieten Sanitätsoffiziere die militärischen Vorgesetzten in Fragen der Hygiene und der allgemeinen Gesundheitspflege. In höheren Dienststellen traten neben die ärztliche Tätigkeit verstärkt Verwaltungs-, Leitungs- und Beratungsaufgaben.

Die fachliche Weiterbildung erfolgte durch Kommandierungen zu Universitätskliniken und größeren Krankenanstalten sowie durch Fortbildungslehrgänge und wissenschaftliche Veranstaltungen. Für Auslandskommandos konnten besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten und Tropenhygiene vermittelt werden.

Mit zunehmendem Dienstgrad übernahmen Sanitätsoffiziere zunehmend übergeordnete Leitungsaufgaben. Flottenärzte konnten mit der Führung größerer Sanitätsbereiche sowie mit der Leitung und Beaufsichtigung unterstellter Sanitätsoffiziere betraut werden.

Sanitätsoffiziersausbildung


Die Ausbildung der Sanitätsoffiziere verband militärische Ausbildung, praktische Ausbildung im Sanitätsdienst und ein vollständiges Medizinstudium. Die militärische und fachliche Ausbildung wurde während des Studiums durch entsprechende Ausbildungsabschnitte ergänzt.

Die Ausbildung gliederte sich in folgende Abschnitte:

  • 3 Monate militärische Grundausbildung.
  • 2 Monate Bordausbildung auf einem Schulschiff oder einer anderen Überwassereinheit der Kriegsmarine; während dieser Zeit Beförderung zum Marinesanitätskadetten.
  • 4 Semester Medizinstudium; während der Semesterferien Lazarettausbildung und Zugführerlehrgang. Nach dem 4. Semester Vorexamen und Beförderung zum Marinesanitätsfähnrich.
  • 3 Monate militärischer Sonderlehrgang und Ausbildung in der Flotte; während dieser Zeit Beförderung zum Marineunterarzt.
  • 6 Semester Medizinstudium; während der Semesterferien Gasschutzlehrgang und Lazarettausbildung.
  • Nach dem 10. Semester Staatsprüfung und anschließend Beförderung zum Marineassistenzarzt.

Nach der Ernennung zum Marineassistenzarzt folgten weitere praktische Verwendungen und Beförderungen innerhalb der Sanitätsoffizierslaufbahn. Die Dienstgradfolge führte über den Marineoberassistenzarzt, Marinestabsarzt und Marineoberstabsarzt zum Geschwaderarzt und anschließend zum Flottenarzt.

Die weitere fachärztliche Ausbildung konnte durch Kommandierungen zu Universitätskliniken und größeren Krankenanstalten sowie durch Fach- und Fortbildungslehrgänge erfolgen.

Literatur


U. Hoefer/F. Brennecke: "Die Laufbahnen in der Handels- und Kriegsmarine" - Wilhelm Köhler Verlag Minden 1936.

Oberkommando der Kriegsmarine: "Wie werde ich Offizier der Kriegsmarine? (Kriegsausgabe)" - Kriegsmarine 1939.

Adolf Schlicht/John R. Angolia: "Deutsche Wehrmacht-Uniformierung und Ausrüstung 1933–1945 - Band 2: Die Kriegsmarine" - Motorbuch Verlag 1995.

Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB


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