U 117

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U 116
   U 118

Daten des deutschen Kriegsmarine Unterseebootes U 117

Bezeichnung: U 117
Typ: X B
Bauauftrag: 31.01.1939
Bauwerft: Friedrich Krupp Germaniawerft AG Kiel
Serie: U 116 - U 119
Baunummer: 616
Kiellegung: 01.07.1939
Stapellauf: 26.07.1941
Indienststellung: 25.10.1941
Kommandant: Hans-Werner Neumann
Feldpostnummer: M - 45 207

Kommandanten

25.10.1941 - 07.08.1943 Korvettenkapitän - Hans-Werner Neumann

Flottillen

25.10.1941 - 31.01.1942: 2. U-Flottille, Wilhelmshaven (Ausbildungsboot)
01.02.1942 - 30.09.1942: 1. U-Flottille, Kiel (Ausbildungsboot)
01.10.1942 - 14.10.1942: 1. U-Flottille, Brest (Frontboot)
15.10.1942 - 30.11.1942: 11. U-Flottille, Bergen (Frontboot)
01.12.1942 - 07.08.1943: 12. U-Flottille, Bordeaux (Frontboot)

Einsätze


1. Unternehmung

19.09.1942 - 21.09.1942: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Kristiansand

21.09.1942 - 01.10.1942: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Bergen

01.10.1942 - 03.10.1942: Ausgelaufen von Bergen - Eingelaufen in Kristiansand

03.10.1942 - 05.10.1942: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Kiel


Am 19.09.1942 lief U 117 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Werner Neumann von Kiel zu seiner 1. Unternehmung aus. Nach der Passage durch die Ostsee und der vorschriftsmäßigen Abgabe der Geheimen Kommandosachen legte das Boot 66 Minen vor dem Seyðisfjörður (Seidisfjord) und dem Reyðarfjörður (Reydarfjord), die jedoch ohne Erfolg blieben. Der Rückmarsch erfolgte über Bergen und Kristiansand, wobei jeweils die Geleitsicherung wechselte, zurück nach Deutschland. Nach insgesamt 17 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von 2.124 sm über sowie 277 sm unter Wasser lief U 117 am 05.10.1942 wieder in Kiel ein. Auf dieser Fahrt konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 117 - 1. Unternehmung



2. Unternehmung

10.10.1942 - 10.10.1942: Ausgelaufen von Kiel - Eingelaufen in Königsberg

12.10.1942 - 12.10.1942: Ausgelaufen von Königsberg - Eingelaufen in Peyse

12.10.1942 - 15.10.1942: Ausgelaufen von Peyse - Eingelaufen in Kristiansand

17.10.1942 - 22.11.1942: Ausgelaufen von Kristiansand - Eingelaufen in Lorient


Am 10.10.1942 lief U 117 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Werner Neumann von Kiel zu seiner 2. Unternehmung aus. Der Einsatz begann mit einem Marsch über die Ostsee, einem kurzen Stopp in Königsberg sowie der Aufnahme von Minen in Peyse. Nach weiteren Ergänzungen an Brennstoff und Proviant in Kristiansand operierte das Boot im Nordatlantik und legte 66 Minen vor Ísafjarðardjúp (Isafjardhadjup) bei Island aus. Im weiteren Verlauf der Fahrt fungierte U 117 als Versorgungsboot und übergab Brennstoff sowie Versorgungsgüter an → 8 U-Boote. Nach insgesamt 44 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von zirka 4.850 sm über sowie etwa 350 sm unter Wasser lief das Boot am 22.11.1942 in Lorient ein. Auf dieser Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 117 - 2. Unternehmung



3. Unternehmung

23.12.1942 - 07.02.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Lorient


Am 23.12.1942 lief U 117 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Werner Neumann von Lorient zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot operierte während dieser Fahrt im Nordatlantik sowie im Seegebiet südwestlich von Island. In seiner Funktion als Versorger übergab U 117 dabei Brennstoff und Versorgungsgüter an insgesamt → 10 U-Boote. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 47 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von zirka 3.920 sm über sowie 394,1 sm unter Wasser kehrte das Boot am 07.02.1943 wieder nach Lorient zurück. Auf dieser Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 117 - 3. Unternehmung



Verlegungsfahrt

07.03.1943 - 08.03.1943: Ausgelaufen von Lorient - Eingelaufen in Brest


U 117, unter Korvettenkapitän Hans-Werner Neumann, lief am 07.03.1943 von Lorient aus. Das Boot verlegte, zur Dock- und Werftliegezeit, sowie zur Ausrüstung und Minenübernahme, nach Brest. Am 08.03.1943 lief U 117 in Brest ein.



4. Unternehmung

31.03.1943 - 14.05.1943: Ausgelaufen von Brest - Eingelaufen in Bordeaux


Am 31.03.1943 lief U 117 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Werner Neumann von Brest zu seiner 4. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Mittelatlantik und legte 66 Minen vor Fedala (Casablanca). Während dieser Fahrt fungierte U 117 zudem als Versorger und übergab Brennstoff sowie Versorgungsgüter an → 9 U-Boote. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 45 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von zirka 4.530 sm über sowie 689 sm unter Wasser lief das Boot am 14.05.1943 in Bordeaux ein. Auf dieser Unternehmung konnten 2 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 14.269 BRT beschädigt werden. → Erfolge U 117.

Original Kriegstagebuch U 117 - 4. Unternehmung



5. Unternehmung

22.07.1943 - 07.08.1943: Ausgelaufen von Bordeaux - Verlust des Bootes


Am 22.07.1943 lief U 117 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Hans-Werner Neumann von Bordeaux zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot operierte im Nordatlantik, im Seegebiet südlich der Azoren. Der ursprüngliche Befehl, 66 Minen vor Gibraltar zu legen, konnte nicht mehr ausgeführt werden. Während dieser Fahrt fungierte U 117 noch als Versorger und übergab Brennstoff sowie Versorgungsgüter an → 1 U-Boot. Nach einer Einsatzdauer von insgesamt 17 Tagen wurde das Boot durch amerikanische Trägerflugzeuge versenkt. Auf dieser letzten Unternehmung konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.

Original Kriegstagebuch U 117 - 5. Unternehmung (B.d.U. op.)


Verbleib

Datum: 07.08.1943
Letzter Kommandant: Hans-Werner Neumann
Ort: Nordatlantik
Position: 39° 42' Nord - 38° 21' West
Planquadrat: CD 6156
Verlust durch: Wasserbomben
Tote: 61
Überlebende: 2
Besatzung: Besatzungsliste U 117

Verbleib im Detail



U 117 wurde am 07.08.1943 im mittleren Nordatlantik durch zwei Grumman F4F Wildcat unter Lieutenant Norman-D. Hodson und Lieutenant Junior Grade Ernest-E. Jackson sowie drei Grumman TBF Avenger unter Lieutenant Junior Grade Asbury-H. Sallenger, Lieutenant Charles-Ramsay Stapler und Lieutenant Junior Grade Junior-C. Forney versenkt. Die Flugzeuge gehörten zur Squadron VC 1 des US-Geleitträgers USS Card (CVE-11) unter dem Kommando von Captain Arnold-Jay Isbell.


Zitate aus der Literatur


Busch/Röll schreiben dazu:

Am 07.08.43 im Mittleren Nordatlantik während der Versorgung von U 66 von zwei Wildcat und drei Avenger-Flugzeugen des US-Geleitträgers CARD (Squadron VC-1) durch Bordwaffenbeschuß, Wasserbomben und einen akustischen Torpedo (Fido), der fehlging, versenkt.

Von der Besatzung U 117 befanden sich während des Angriffs auf U 66 der Marine-Assistez-Arzt Dr. Schrenk, der die Verwundeten von U 66 behandelte, und der Zusatz-Wachoffizier Paul Frerks, der als stellvertretender Kommandant für den verwundeten Kommandanten von U 66, Friedrich Markworth an Bord gekommen war. Dazu ein KTB-Auszug von U 66: [...] Backbord achteraus aus Sonnensektor ein Jäger vom Typ Fulmar. Beide Diesel AK voraus ! 2 cm klar ! Beim ersten Anflug eine Bombe zwischen beide Boote in Höhe des Turms. Dadurch bricht der Übernahmeschlauch, dessen Ende sofort gekappt wurde. Der Jäger hielt nach dem Bombenwurf in 4000 bis 5000 Meter Entfernung Fühlung. Als sich das Boot in Feuerlee von U 117 und wieder aufgestaffelt in günstiger Position zu Flugzeug befand, wurde wie mit U 117 vereinbart, Alarmtauchen durchgeführt.

Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 134 - 135.



Clay Blair schreibt dazu:

Der große XB-Minenleger U 117 unter Hans-Werner Neumann, 36 Jahre alt, lief am 22. Juli von Bordeaux aus und sollte vor dem Hafen von New York 66 SMA-Ankertauminen legen. Fünf Tage später befahl die U-Boot-Führung U 117, das entlang der "Südroute" fuhr, einen kleinen Umweg zu machen und das IXC-Boot U 66 unter Friedrich Markworth auf dem Rückmarsch von Amerika mit Treibstoff zu versorgen.

Der Geleitträger Card unterstützte den Konvoi UGS 13 und war durch einen "gut" entzifferten Funkspruch über das Treffen informiert. Ein Team aus einer Wildcat und einer Avenger starteten und fanden am 3. August U 66 an der Oberfläche. während die von Arne S. Paulson geflogene Wildcat das Boot im Tiefflug mit dem Maschinengewehr bestrich und es unter Wasser drückte, flog Richard L. Cormier mit seiner Avenger von achtern an, aber seine Wasserbomben und sein Fido-Torpedo lösten sich nicht. In einem zweiten Anflug konnte Cormier endlich seine zwei Wabos und einen Fido werfen, aber U 66 entkam, wenn auch schwer beschädigt.

Der Beschuß durch die Wildcat hatte etliche Männer auf U 66 getroffen: Die Kugeln töteten den Zweiten Wachoffizier und einen Soldaten und verwundeten einen weiteren Soldaten tödlich. Sie trafen Markworth in der Bauchgegend, seinen Ernste Wachoffizier, den 21jährigen Klaus Herbig in die Knie, einen Seekadetten in die Brust und einen Soldaten in die Ferse. Vier weitere wurden ebenfalls leicht verwundet. Die Überlebenden baten die U-Boot-Führung sofort über Funk um Hilfe und meinten, es sei unwahrscheinlich, daß U 66 Frankreich erreichen werden. Sie schlugen einen Nothalt in El Ferrol, Spanien vor. Als Antwort befahl die U-Boot-Führung U 66, weiter nach Neumanns auslaufendes Boot U 117 zu suchen.

Die beiden U-Boote trafen sich in den frühen Morgenstunden des 7. August. Neumann schickte seinen Arzt und seinen Ersten Wachoffizier Paul Frerks, 35 Jahre alt, zu U 66 hinüber, der vorübergehend für den schwer verwundeten Markworth das Kommando übernehmen sollt. Während der Arzt Markworth und die anderen Verwundeten behandelte, begann U 117 bei Anbruch der Dämmerung, Treibstoff in die Tanks von U 66 zu pumpen. Minuten später erschien eine Avenger von der Card, geflogen von Asbury H. Sallenger, an dem Schauplatz und griff an. Beide Boote eröffneten mit den Flugabwehrgeschützen das Feuer, aber Sallenger und seine Besatzung ließen sich nicht einschüchtern. Sie warfen zwei Wasserbomben nahe bei U 117 und stiegen auf eine Höhe außerhalb der Reichweite der Flak. Die Boote trennten sich schleunigst, U 66 tauchte. U 117 versuchte entweder zu tauchen, konnte es aber nicht, oder blieb absichtlich an der Oberfläche, um den Kampf aufzunehmen. Der Pilot Sallenger griff U 66 mit einem Fido an, aber dieser ging fehl. U 66 entkam somit innerhalb einer Woche zum zweitenmal massiven Luftangriffen.

Sallenger kreiste außerhalb der Reichweite der Flak von U 117 und forderte über Funk von der Card Unterstützung an. Zwanzig Minuten später trafen zwei Wildacts und zwei Avenger am Schauplatz ein Die Wildcat-Piloten Norman D. Hodson und Ernest E. Jackson bestrichen U 117 "gnadenlos" im Tiefflug mit ihren Maschinengewehren. Dann griffen die Avenger-Piloten Charles R. Stampler und R.H. Forney mit Wasserbomben und Fidos an. Diese zerstörten U 117 unter Verlust der gesamten Besatzung, möglicherweise zündeten sich auch die Minen. Wegen seines heldenmütigen Angriffs allein gegen zwei U-Boote wurde Sallenger das Navy Cross verliehen, die anderen Piloten bekamen Silver Stars.

Aus Clay Blair - Band 2 - Die Gejagten - S. 458 - 459.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher zum Kaufen bei Amazon oder ZVAB

Clay Blair "Der U-Boot-Krieg - Die Gejagten 1942 - 1945" - Heyne Verlag 1999 - S. 458, 459.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 169.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 59, 194.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 134, 135.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Erfolge" - Mittler Verlag 2008 - S. 100.

Axel Niestlé: "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 140, 270, 272, 273, 278, 279.

Herbert Ritschel: "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 100 - U 124" - Eigenverlag - S. 220 - 227.

Eberhard Rössler: "Die deutschen Uboote und ihre Werften" - Bernard & Graefe Verlag 1990 - S. 43.


Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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