U B

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U A
   UC 1

Kriegsmarine Unterseeboot U B (ex britisch Seal)

Typ: Porpoise-Klasse
Bauwerft: Admiralty Dockyard, Chatham (Großbritannien)
Kiellegung: 09.12.1936
Stapellauf: 27.09.1938
Indienststellung: 24.05.1939
Kommandant: Rupert-Philip Lonsdale
Feldpostnummer: M - 15 950

Kommandanten

24.05.1939 - 05.05.1940 Lieutenant Commander - Rupert-Philp Lonsdale
30.11.1940 - 31.07.1941 Fregattenkapitän - Bruno Mahn

Flottillen

00.05.1939 - 00.09.1939 4th Submarine Flotilla, Singapore (China-Station - Kommando nicht angetreten)
17.09.1939 - 31.12.1939 6th Submarine Flotilla, Blyth (Frontboot)
30.11.1940 - 00.05.1941 1. U-Flottille, Kiel (Versuchsboot)
00.05.1941 - 00.07.1941 3. U-Flottille, Kiel (Versuchsboot)

Einsätze


1. Unternehmung

05.09.1939 - 14.09.1939 Ausgelaufen von Aden - Eingelaufen in Aden


Am 05.09.1939 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Aden zu seiner 1. Unternehmung aus. Das Boot führte eine Patrouille am südlichen Eingang des Roten Meeres durch. Nach einer Gesamtdauer von 10 Tagen lief die Seal am 14.09.1939 wieder in Aden ein.



2. Unternehmung

19.09.1939 - 27.09.1939 Ausgelaufen von Aden - Eingelaufen in Aden


Am 19.09.1939 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Aden zu seiner 2. Unternehmung aus. Das Boot führte eine weitere Patrouille am südlichen Eingang des Roten Meeres durch. Nach einer Gesamtdauer von 9 Tagen lief die Seal am 27.09.1939 wieder in Aden ein.



Verlegungsfahrt

28.09.1939 - 20.10.1939 Ausgelaufen von Aden - Eingelaufen in Portsmouth


Am 28.09.1939 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Aden aus. Das Boot verlegte über Port Said, Alexandria, Malta und Gibraltar nach Großbritannien. Nach einer Gesamtdauer von 23 Tagen lief die Seal am 20.10.1939 in Portsmouth ein.



3. Unternehmung

28.10.1939 - 08.11.1939 Ausgelaufen von Portsmouth - Eingelaufen in Portsmouth


Am 28.10.1939 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Portsmouth zu seiner 3. Unternehmung aus. Das Boot führte eine Nordsee-Patrouille im Raum der Doggerbank aus. Nach einer Gesamtdauer von 12 Tagen lief die Seal am 08.11.1939 wieder in Portsmouth ein.



4. Unternehmung

11.11.1939 - 23.11.1939 Ausgelaufen von Portsmouth - Eingelaufen in Halifax


Am 11.11.1939 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Portsmouth zu seiner 4. Unternehmung aus. Das Boot diente auf dieser Unternehmung als Geleitschutz für den Konvoi OA-33 bei der Fahrt über den Atlantik. Nach einer Gesamtdauer von 13 Tagen lief die Seal am 23.11.1939 in Halifax ein.



5. Unternehmung

02.12.1939 - 14.12.1939 Ausgelaufen von Halifax - Eingelaufen in Portsmouth


Am 02.12.1939 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Halifax zu seiner 5. Unternehmung aus. Das Boot begleitete den Konvoi HXF-11 nach Großbritannien. Nach einer Gesamtdauer von 13 Tagen lief die Seal am 14.12.1939 wieder in Portsmouth ein.



6. Unternehmung

21.01.1940 - 23.01.1940 Ausgelaufen von Rosyth - Eingelaufen in Rosyth

24.01.1940 - 31.01.1940 Ausgelaufen von Rosyth - Eingelaufen in Rosyth


Am 21.01.1940 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Rosyth zu seiner 6. Unternehmung aus. Das Boot führte eine Nordsee-Patrouille durch. Am 23.01.1940 lief die Seal kurzzeitig wieder in Rosyth ein. Nach einer Kurzaufenthalt führte die Seal die Patrouillen-Unternehmung in der Nordsee fort. Nach einer Gesamtdauer von 11 Tagen lief das Boot am 31.01.1940 wieder in Rosyth ein.



7. Unternehmung

05.02.1940 - 23.02.1940 Ausgelaufen von Rosyth - Eingelaufen in Rosyth


Am 05.02.1940 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Rosyth zu seiner 7. Unternehmung aus. Das Boot führte eine Patrouille vor der südnorwegischen Küste zur Kontrolle des Eisenerzverkehrs durch. Nach einer Gesamtdauer von 19 Tagen lief die Seal am 23.02.1940 wieder in Rosyth ein.



8. Unternehmung

12.03.1940 - 25.03.1940 Ausgelaufen von Rosyth - Eingelaufen in Rosyth


Am 12.03.1940 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Rosyth zu seiner 8. Unternehmung aus. Das Boot führte eine Skagerrak-Patrouille im Rahmen der vorbereiteten Operation R.3 (Besetzung Norwegens) durch. Nach einer Gesamtdauer von 14 Tagen lief die Seal am 25.03.1940 wieder in Rosyth ein.



9. Unternehmung

06.04.1940 - 19.04.1940 Ausgelaufen von Rosyth - Eingelaufen in 19.04.1940 in Immingham


Am 06.04.1940 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Rosyth zu seiner 9. Unternehmung aus. Das Boot führte beim Versuch, Norwegen zu besetzen, eine Patrouille zwischen Egersund, Lindesnes und Stavanger durch. Nach einer Gesamtdauer von 14 Tagen lief die Seal am 19.04.1940 in Immingham ein.



10. Unternehmung

30.04.1940 - 05.05.1940 Ausgelaufen von Immingham - Eingelaufen in Frederikshaven


Am 28.04.1940 lief die Seal unter dem Kommando von Lieutenant Commander Rupert-Philip Lonsdale von Immingham zu seiner 10. Unternehmung aus. Das Boot operierte in der Ostsee und legte 50 Minen vor der Insel Vinga im Kattegat, wodurch 5 Schiffe mit zusammen 9.095 BRT sanken. Nach dem Minenlegen wurde das Boot von deutschen Flugzeugen gesichtet, bombardiert und beschossen. Die HMS Seal kapitulierte am 05.05.1940 und wurde nach einer Gesamtdauer von 8 Tagen als U B in die deutsche Kriegsmarine übernommen.


Verbleib

Datum: 03.05.1945
Letzter Kommandant: Bruno Mahn
Ort: Ostsee
Position: 54° 22' Nord - 10° 11' Ost
Planquadrat: AO 7728
Verlust durch: Selbstversenkung
Tote: 0
Überlebende: -
Besatzung: Besatzungsliste U B

Verbleib im Detail


U B wurde am 31.07.1941 in Kiel außer Dienst gestellt und am 03.05.1945 in der Ostsee in der Heikendorfer Bucht bei der Aktion Regenbogen selbstversenkt.

Am 28.04.1940 lief die HMS Seal zur Operation DF 7 von Immingham aus. Ziel der Operation war, eine Minensperre nahe der schwedischen Insel Vinga zu legen, zu diesem Zweck führte das Boot 50 Seeminen mit. Das Operationsgebiet lag im Seeweg von Deutschland nach Norwegen, das am 09.04.1940 vom Deutschen Reich besetzt worden war (Unternehmen Weserübung). Am 04.05.1940 gegen 02:30 Uhr wurde das Boot von einer deutschen Heinkel He 115 der Küstenfliegergruppe 76, die von Aalborg im besetzten Dänemark gestartet war, angegriffen und leicht beschädigt. Am gleichen Tag gegen 9 Uhr begann das Boot, seine Minensperre zu legen; nach einer Dreiviertelstunde war diese Arbeit abgeschlossen.

Eine deutsche Seepatrouille veranlasste den Kommandanten des Bootes zum Tauchen, während der Tauchfahrt löste das Boot gegen 18.30 Uhr eine Seemine aus, wodurch es schwer beschädigt wurde. Das Boot lag bis 01:30 Uhr am 05.05.1940 in ungefähr 30 Meter Tiefe auf Grund. Dann gelang es der Mannschaft, die zunehmend unter Kohlendioxid-Vergiftung litt, das Boot aufzutauchen. Das Heck des Bootes war teilweise geflutet, es gelang dennoch, eine Maschine zu starten. Aufgrund der Schäden an der Ruderanlage war das Boot nicht mehr steuerbar, dennoch versuchte die Mannschaft, das Boot in schwedische Gewässer zu bringen, um es im neutralen Schweden internieren zu lassen.

Eine Stunde später wurde das Boot von einer deutschen Arado Ar 196 entdeckt, die das Boot mit zwei Bomben und Maschinengewehrfeuer angriff. Die HMS Seal, die tauchunklar war, versuchte, das Flugzeug mit dem eigenen Maschinengewehr zu bekämpfen, das jedoch Ladehemmung bekam. Eine zweite Ar 196, die wenige Minuten später zu dem Gefecht stieß, das Versagen der eigenen Lewis Gun und die Verwundung einiger Besatzungsmitglieder veranlassten Ltd. Com. Lonsdale, das Gefecht aufzugeben und sich den beiden deutschen Flugzeugen zu ergeben. Gegen 06:30 Uhr morgens erschien der deutsche U-Boot-Jäger UJ 128 und schleppte das Boot in die Marinebasis von Frederikshavn.

Die sechzigköpfige Besatzung der HMS Seal geriet damit in Kriegsgefangenschaft. Am 11.05.1940 wurde das Boot dann nach Kiel geschleppt und dort auf der Germaniawerft repariert und anschließend als Versuchsboot eingesetzt.

U B (die ehemalige britische HMS Seal) wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehoben und vollständig abgewrackt. Da das Boot in der flachen Heikendorfer Bucht selbstversenkt worden war, stellte es nach dem Krieg ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt in der Kieler Förde dar. In den Nachkriegsjahren wurde das Wrack deshalb von Bergungsunternehmen gehoben, in eine Werft geschleppt und dort als Altmetall verschrottet. Heute existieren von dem Boot keine Überreste mehr am Meeresgrund.


Quellen & Literatur


Quellenverweise: → Quellenangaben in Online-Archiven

Literaturverweise: → Die genannten Bücher bei Amazon oder ZVAB

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 152.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - U-Boot-Bau auf deutschen Werften" - Mittler Verlag 1997 - S. 36, 37.

Rainer Busch/Hans-Joachim Röll "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Verluste" - Mittler Verlag 2008 - S. 357, 361.

Axel Niestlé "German U-Boot Losses During World War II" - Verlag Frontline Books 2022 - S. 178.

Herbert Ritschel "Kurzfassung Kriegstagebücher Deutscher U-Boote 1939 - 1945 - KTB U 1101 - U 4718" - Eigenverlag - S. 190.



Alle Angaben ohne Gewähr

Andreas Angerer - ubootarchivwiki@gmail.com

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